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Meine Stadt 96-Chaot muss für Schwarzfahrt 9000 Euro Strafe zahlen
Hannover Meine Stadt 96-Chaot muss für Schwarzfahrt 9000 Euro Strafe zahlen
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21:00 18.07.2018
Empfang: Wie hier in Braunschweig warteten nach dem Schwarzfahren in Augsburg Polizisten auf die 96-Chaoten. Quelle: Foto: dpa
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Augsburg

Es dürfte wohl die teuerste Straßenbahnfahrt gewesen sein, die vier Fußball-Chaoten (24, 25, 25, 26) von Hannover 96 jemals unternommen haben. In Augsburg wurde das Quartett jetzt wegen Schwarzfahrens zu Geldstrafen von bis zu 9000 Euro verurteilt.

Der 21. Oktober 2017: 96 musste beim FC Augsburg antreten. Trotz Stadionverbots reisten nach einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ auch rund 50 Ultras aus Hannover an. In Innenstadt-Kneipen hätten sich die Chaoten „regelrecht volllaufen“ lassen und grölten nach Angaben des Einsatzleiters der Polizei obszöne Lieder. Sie belästigten auch Frauen.

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Kein Lokal wollte diese Gäste haben

Kein Wunder also: Kein Lokal, in dem das Spiel FCA gegen 96 im TV zu sehen war, wollte die 96-Anhänger haben. So setzten sich 36 Hannoveraner kurzerhand in eine Straßenbahn, um in einen anderen Augsburger Stadtteil zu fahren. Polizisten, die wegen Ausschreitungen durch 96-Chaoten in den vergangenen Jahren zur Bewachung abgestellt worden waren, beobachteten, dass keiner der 36 Fahrgäste ein Ticket für die Tram löste.

Am Zielort angekommen, kesselten 40 Beamte die Bahn ein und nahmen die 96-Schwarzfahrer in Empfang. Von jedem wurden die Personalien aufgenommen, gegen jeden wurde ein Verfahren wegen Erschleichens von Leistungen eingeleitet. Die meisten erwachsenen Täter erhielten laut „Augsburger Allgemeinen“ Strafbefehle (schriftliche Urteile), die Verfahren gegen Jugendliche wurden an Heimatgerichte weitergeleitet.

Angeklagter mit 14 Vorstrafen

Gegen das Chaoten-Quartett wurde in Augsburg verhandelt, weil jeder Angeklagte bereits mehrfach vorbestraft ist. Zu ihnen zählte auch wieder Niklas V. Der 26-Jährige hatte sich zuletzt in Hannover wegen des Skandal-Banners, mit dem Ultras in der HDI-Arena den Anschlag auf einen Polizisten im Hauptbahnhof von Hannover bejubelt hatten, verantworten müssen (NP berichtete). Die Augsburger Richterin verdonnerte ihn zu 7200 Euro Strafe. Die gleiche Summe muss ein 24-Jähriger zahlen, ein 25-Jähriger ist mit vergleichsweise günstigen 3600 Euro dabei. Ein weiterer 25-Jähriger, der es auf 14 Einträge im Strafregister bringt, wurde zu 9000 Euro Strafe verurteilt.

Von Britta Mahrholz