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Meine Stadt 75 Jahre Wurstbasar - Erfolgsstory an der Frischetheke
Hannover Meine Stadt 75 Jahre Wurstbasar - Erfolgsstory an der Frischetheke
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10:45 12.02.2020
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VATER MIT TOCHTER: Susanne Hinsemann (47) ist heute Geschäftsführerin des Unternehmens. Quelle: Frank Wilde
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Er ist als Vater sichtbar angetan. Dann holt der 72-jährige einen einsichtigen Satz vom Grunde seines Herzens: „Am besten finde ich, dass sie den Laden übernommen hat. Ohne sie hätte ich verkaufen müssen und dann wäre ich nichts, als ein reicher Rentner, der sich langweilt. So ist das besser.“

Hinsemann hätte in der Tat was zu verkaufen gehabt: 50 Filialen des Wurstbasars - sein Name steht für einen erfolgreichen Familienbetrieb, den jeder in und um Hannover kennt. Und Hinsemann steht für 35 Millionen Euro, die im Jahr erwirtschaftet werden, weil es seit 75 Jahren gelingt, im Scharnier von Trend und Tradition als Musterbeispiel im deutschen Mittelstand mitzuspielen. Trotz des Erfolges ist die erste Hinsemann-Fleischerei im Köthnerholzweg nicht vergessen. In der galt schon, was heute noch gilt: „Wir sind eine heimatlich geführte Familienfleischerei, in der nach Rezepten der Region Frische, Genuss und Qualität hergestellt wird.“

Das kann man natürlich einfach mal so sagen. Aber der Markt glaubt das über die Jahre nur dann, wenn man dafür den Beweis antritt. Den gibts: Die frische Zwiebelmettwurst, die schlesische Weißwurst sind bodenständige Top-Produkte, die die rund sieben Millionen Wurstbasar-Kunden im Jahr beständig nachfragen. Keiner meckert, alle sind zufrieden. Susanne Hinsemann schwört mit hingebungsvollem Augenaufschlag: „Die Rouladen, die wir an unseren Frische-Theken verkaufen, sind so gut wie die von meiner Mutter.“ So billig, wie im SB-Markt, sind die aber meistens nicht: „Mich interessiert nicht billig, mich interessiert besser“, sagt Konrad Hinsemann mit unüberhörbarem Stolz in der Stimme. Richtschnur für eine Produktpalette, die es so nur in seinen Läden, nie in Ketten gibt.

Da machen zwei, was sie wollen. Kompromisslos aber erdgebunden: „Wir haben uns nie verzettelt und nie zu spinnen angefangen.“ Vielleicht ist gerade dies das Erfolgsrezept der Wurstbasar-Familie. Und von Familie muss man wohl schon reden: die meisten der 500 Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen viele, viele Jahre treu, Kündigungen gibt es kaum. Tamara Schollmeyer ist ein Beispiel dafür. Sie ist seit 22 Jahren im Wurstbasar in Empelde angestellt: „Ich geh gerne hin. Ich werde ordentlich bezahlt, der Chef weiß, was er will und ich krieg jeden Tag gut zu essen.“ Was isst Schollmeier am liebsten? „Die Rinderoulade natürlich!“ Nein, die Chefin lässt in diesem Fall nicht grüßen. Frau Schollmeier hat keine Angst vor der Genusspolizei: sie meint es ehrlich.

Was haben die Menschen davon, dass der Wurstbasar sein „75. Frischejubiläum“ feiert?: Vom 16. bis zum 21 April gibts 20 Prozent auf alles (Imbiss ausgenommen).