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Meine Stadt Auf Weltniveau: Hannovers Technische Informationsbibliothek ist die größte ihrer Art
Hannover Meine Stadt Auf Weltniveau: Hannovers Technische Informationsbibliothek ist die größte ihrer Art
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10:17 17.11.2019
Voller Informationen: Die Technische Informationsbibliothek neben dem Welfenschloss ist die weltweit größte ihrer Art. Hardy Warlich, Leiter des Teams „Zentrale Information“ führte die NP hinter ihre Kulissen. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Hardy Warlich nimmt wahllos eine beschriebene CD aus dem Regal. Ihre Hülle ist mit chinesischen Schriftzeichen versehen. Nicht gerade das, was man in den Tiefen einer Bibliothek erwarten würde. Aber doch irgendwie typisch für den üppigen Bestand der Technischen Informationsbibliothek (TIB) neben dem Welfenschloss, der weltweit größten Bibliothek für Technik und Naturwissenschaften, die dieses Jahr 60 Jahre alt wird. Denn die TIB versteht es als Lebenszweck, alles zu sammeln, was an technisch-naturwissenschaftlicher Literatur erscheint. 9,3 Millionen Medien sind seit 1959 so zusammen gekommen.

Bücher, CDs, wissenschaftliche Fachzeitschriften – weggeschmissen wird kaum etwas. Ab und zu verschwindet eher mal ein Medium in den Tiefen der Regale. Eine CD-R zum Beispiel. Bibliotheksmitarbeiter Hardy stellt die Disk mit chinesischen Fachartikeln zurück an ihren Platz im Magazin des Kellergeschosses: „Wenn ich sie in ein falsches Fach stelle, wird sie vermutlich nie wieder gefunden.“

Fachchinesisch: Literatur gibt es auch auf CD gebrannt. Quelle: Christian Behrens

Die Mitarbeiter orientieren sich nur an den Signaturen – „keiner hat die Zeit ein ganzes Regal systematisch durchzuarbeiten, um einen verlorenen Artikel zu finden“, so Warlich. Auch für regelmäßige Inventuren ist die Bibliothek zu groß.

Der Lesesaal der TIB ist als Lernort bei vielen Studenten gefragt. Hier hat man Ruhe. Quelle: Christian Behrens

211 Kilometer Regal

Zwar werden inzwischen viele Fachzeitschriften rein digital archiviert, der Print-Bestand macht aber immer noch knapp 6 Millionen Medien aus – auf insgesamt 211 Kilometer Regal. Nur drei bis fünf Prozent der Literatur steht in den Regalen der Lesesääle. „Das sind auch die Medien, die am meisten ausgeliehen werden.“ Das Gros ist von internationalem Interesse – Bitten um Kopien kommen aus der ganzen Welt – und lagert unsichtbar für die Besucher in den zwei Kellergeschossen der Kastenförmigen Bibliothek. Die wurde 1965 bezogen. Wenige Jahre zuvor, 1959 hatte man die Technische Informationsbibliothek gegründet – mit gerade mal acht Mitarbeitern. Heute sind es rund 530 aus 24 Nationen.

Das Gros der Medien lagert in den Kellergeschossen. Quelle: Christian Behrens

Tätig sind diese auch in Rethen, wo man ein ehemaliges Teppichlager gekauft und zum Bücherlager umfunktioniert hat, um der stetig wachsenden Masse Herr zu werden.

Uralte Schätze im Keller

Die wahren Schätze lagern aber immer noch im zweiten Kellergeschoss des Hauptstandorts, hinter vielen Brandschutztüren, in einem zweimal verschlossenem Käfig. Der Nachlass von Albrecht Haupt etwa, einem Architekt und Hochschullehrer der seine Sammlung aus historischen, architektonischen Schriften der TIB vermachte. Darunter auch das älteste Werk im Besitz der Bibliothek: Ein in Latein verfasstes Fachbüchlein von 1508 – passenderweise über die Herstellung von Papier.

Ihr Schatz: Das älteste Buch der TIB ist von 1508 und lagert tief im Keller der Bibliothek. Quelle: Christian Behrens

Denn auf diesen Grundstoff will man an der TIB auch in Zukunft nicht verzichten. Weitere Immobilien zur Bücherlagerung werden bereits gesucht.

Von Simon Polreich

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