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Leben in Hannover Was Thrillerautor Arno Strobel so gut an Hannover gefällt
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Was Thrillerautor Arno Strobel so gut an Hannover gefällt

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09:00 30.09.2021
Beliebt bei Thrillerfans: Arno Strobel strapaziert mit seinen Geschichten ganz schön die Nerven.
Beliebt bei Thrillerfans: Arno Strobel strapaziert mit seinen Geschichten ganz schön die Nerven. Quelle: privat
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Hannover

Seine Bücher lassen einem das Blut in den Adern gefrieren: Arno Strobel (59) ist Thrillerautor. „Sharing“ ist sein neuestes Werk. Ein NP-Interview.

Herr Strobel, nicht nur Ihr neuer Roman „Sharing“ handelt vom Teilen, auch Sie haben sich das auf die Fahnen geschrieben und setzen sich für den „Weißen Ring“ ein. Warum?

Weil Opfer und Täter betreffend in unserer Gesellschaft ein Ungleichgewicht herrscht. Nach einem Verbrechen konzentriert sich alles auf den Täter, es wird krampfhaft nach Gründen gesucht, seine Strafe gering ausfallen zu lassen. Es ist richtig, Täter zu resozialisieren. Was aber vergessen wird, ist, dass das Leben eines Opfers zerstört ist. Das eines völlig unschuldigen Menschen! Das finde ich nicht in Ordnung.

Der Weiße Ring steht für Opferhilfe.

Genau. Es kann einfach nicht sein, dass diese Menschen alleine gelassen werden. Die Gesellschaft hat sich um die Opfer zu kümmern. Und da sehe ich das Ungleichgewicht.

Arno Strobel: „Sharing“, Fischer, 368 Seiten, 15,99 Euro. Quelle: Fischer

Sie laufen mit vielen Mitstreitern durch die Republik, darunter sind viele Fans. Was erzählen Ihnen die Leute eigentlich so?

Das ist ganz unterschiedlich. Es geht natürlich viel um die Arbeit des Weißen Rings. Und dann kommen gerne Fragen, die mir auch nach Lesungen gestellt werden (lacht).

Die da wären?

Wo bekomme ich meine Ideen her, wie lange sitze ich an einem Buch, und wie viel Zeit habe ich bis zum Abgabetermin. Solche Dinge sind das.

Irgendwas dabei gewesen, das Stoff für den nächsten Thriller hergibt?

Nein, bisher noch nicht. Aber wer weiß, vielleicht begegne ich mal jemandem mit einer spannenden Geschichte, aus der ich etwas machen kann. Manchmal passieren solche Sachen erst im Nachgang.

Im Hinblick auf das Klima auf der Welt bietet sich Sharing an. Was teilen Sie mit anderen?

Zum Beispiel meine Fantasie (lacht). Ein Auto zu teilen ist in meinem Fall leider etwas schwierig, ich benötige es sehr oft, um zu Lesungen zu fahren. Ich schaue aber generell, wie ich Müll vermeiden kann. Meine Tageszeitung zum Beispiel beziehe ich nur noch digital.

Arno Strobel

*18. August 1962 in Saarlouis. Nach dem Hauptschulabschluss absolviert er eine Ausbildung zum Mechaniker, geht zur Bundeswehr. Danach holt er sein Abitur nach und studiert Versorgungstechnik. Er wechselt in den IT-Bereich, absolviert ein Aufbaustudium. Strobel macht sich als Unternehmensberater selbstständig, ist dann für eine Bank in Luxemburg tätig. Nebenbei schreibt er Thriller, seine Bücher wie „Der Sarg“, „Das Rachespiel“, „Die Flut“ und „Anonym“ landen auf den Bestsellerlisten. Seit 2014 ist er hauptberuflich Autor. 2017 erscheint seine Romanadaption der Thriller-Fernsehserie „You are wanted“ bei Amazon Prime mit Matthias Schweighöfer (40). Mit Krimikollege Andreas Winkelmann (53) bringt er den Podcast „2 Verbrecher“ heraus. Strobel hat drei Kinder. Mit seiner Verlobten Nina Puschmann lebt er bei Trier. www.arno-strobel.de

Könnten Sie sich vorstellen, dass Bücher auch nur noch elektronisch auf den Markt kommen?

Ehrlicherweise nicht, nein. Im Gegensatz zu einer Tageszeitung sind Bücher keine Eintagsfliege, kommen ins Regal oder werden weitergegeben. Wobei mir natürlich trotzdem lieber wäre, wenn jeder von mir ein eigenes hätte (lacht).

Und was würden Sie niemals auch anderen überlassen?

Meine Frau und meine Zahnbürste.

Nächstes Jahr werden Sie 60. Und Sie sind nun mit Ihrer Freundin Nina Puschmann verlobt. Was wird zuerst gefeiert?

Zuerst die Hochzeit im Juni nächsten Jahres. Dann im August der Geburtstag. Wir haben viel zu feiern, endlich mal wieder!

Verlobt: Arno Strobel und Nina Puschmann wollen 2022 heiraten. Quelle: Facebook/Arno Strobel

Kürzlich waren Sie bei uns für den Charity-Walk in der Eilenriede, nun lesen Sie in der Apostelkirche. Sind Sie gerne in der Stadt?

Ich habe zu Hannover und dem Publikum dort einen sehr intensiven Bezug. Die Leute gehen von Beginn an super gut mit, sind begeisterungsfähig. Das macht mir meinen Job extrem leicht. Und meine Begegnung mit Buchhändler Eberitzsch, also dem Senior, werde ich auch nie vergessen.

Verbundenheit mit Hannover ist groß

Wieso das?

Als ich das erste Mal zu einer Lesung anreiste, musterte er mich von oben bis unten, sagte: „Da bin ich ja mal gespannt, ob Sie das schaffen.“ Und später, nach der erfolgreichen Lesung, klopfte er mir auf die Schulter: „So wie Sie aussehen, hätte ich Ihnen das nicht zugetraut.“ Ein echter Typ. Seit diesem Moment mögen wir uns.

Die Lesung von Arno Strobel am 30. September in der Apostelkirche ist ausverkauft.

Von Mirjana Cvjetkovic