Warum Weltstar Michael Bublé eine Bratwurst-Bude in Hannover liebt
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Leben in Hannover Warum Weltstar Michael Bublé eine Bratwurst-Bude in Hannover liebt
Hannover Leben in Hannover Warum Weltstar Michael Bublé eine Bratwurst-Bude in Hannover liebt
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12:00 28.12.2019
Mit Autogramm: Sherzad Hassan vergisst den Tag, an dem Michael Bublé bei ihm war, so schnell nicht mehr.
Mit Autogramm: Sherzad Hassan vergisst den Tag, an dem Michael Bublé bei ihm war, so schnell nicht mehr. Quelle: Hottmann
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Hannover

Die beiden Autogramme hütet er immer noch wie einen Schatz, fein säuberlich hat Sherzad Hassan (38) die Andenken in einer Papiertüte verstaut. „Ich werde immer noch auf den Besuch angesprochen“, erzählt der Betreiber von „Bratwurst Glöckle“ am Steintor der NP. Kein Wunder – schließlich hatte der Gastronom einen ziemlich prominenten Menschen bei sich zu Gast, nämlich Michael Bublé (44).

An jenen Montagnachmittag, den 28. Oktober, erinnert sich Hassan noch ganz genau. Wobei zunächst erstmal alles so war wie immer. „Irgendwann fiel mir dieser gut gelaunte Mann auf, der mit seiner Familie vor meinem Geschäft stand“, erzählt der 38-Jährige. Der Mann, seine Frau und die drei Kinder im Schlepptau bestellten Bratwürste, Hassan kam mit dem Kunden ins Gespräch. „Ich habe ihn gefragt, was er in Hannover macht. Er sagte: ,Ich bin Sänger, habe hier morgen ein Konzert.’“ Offenbar muss ihn sein Gegenüber aber so ahnungslos angesehen haben, dass sich Bublé einen kleinen Zettel geben ließ und in Großbuchstaben seinen Namen notierte.

Dieses Selfie postete Bublé nach seinem Ausflug zum Bratwurst-Glöckle. Quelle: privat

Eine von Hassans Mitarbeiterinnen bekam indes große Augen: „Wirklich?! Oh mein Gott“, presste sie heraus, als sie den Zettel gelesen hatte. Ihr Chef dagegen hatte immer noch keine Idee, auch nicht, dass die Kollegin ihm zuflüsterte: „Er ist ein Weltstar!“ Die Herren unterhielten sich noch ein Weilchen, Bublé und seine Frau, die argentinische Schauspielerin Luisana Lopilato (32), machten noch ein paar Spaßfotos mit ihren Handys. Kurz bevor die zwei mit den Kindern Noah, Elias und Vida Amber den „Heimweg“ in den Luisenhof antraten, gab Bublé dem Bratwurst-Verkäufer eine Telefonnummer: „Ich sollte dort einfach anrufen und sagen, mit wie vielen Leuten ich zu seinem Konzert kommen möchte.“

Songs millionenfach angeklickt

Kaum war der Tross weg, zückte Hassan sein Handy – das ihm dann fast aus der Hand glitt: „Ich klickt mich durch seinen Youtube-Kanal und sah, dass seine Songs millionenfach angeklickt worden sind.“ Da dämmerte es dem 38-Jährigen so langsam, mit was für einem Kaliber an Star er es da zu tun hatte. Für das Konzert am Tag drauf versuchte er Mitarbeiter und Freunde zu aktivieren, ihn in die Tui-Arena zu begleiten. „Leider hatte niemand Zeit“, erzählt der Geschäftsmann – und machte sich alleine auf zum Expo Gelände. Dort hatte der Weltstar (60 Millionen verkaufte Platten, mindestens 150 Millionen Dollar auf dem Konto) tatsächlich einen Platz in den vordersten Reihen für Hassan reserviert.

Auch Bublés Ehefrau postete ein Foto von sich – mit Bratwurst und Bier. Quelle: privat

Der durfte an dem Abend noch eine weitere Überraschung erleben: „Nach ein paar Liedern fing Bublé an, ein bisschen zu erzählen, er schwärmte von Hannover.“ Und berichtete von seiner Freizeitgestaltung in der Landeshauptstadt. Die allerdings nicht wie eigentlich angedacht, mit einem Besuch im Zoo und den Herrenhäuser Gärten ausgefüllt wurde, sondern mit einer Shoppingtour („Primark“) und einem „kulturellen Highlight“: nämlich dem Wurstessen bei „Bratwurst Glöckle“.

Bublé weiter: „Die Leute, die den kleinen Laden betreiben, haben mir erzählt, dass sie die beste Bratwurst des Landes haben“, erzählte er vor 9000 Leuten. „Das war so süß, dass ich sie in die Show eingeladen habe. Seid ihr hier?“ Hassan machte durch Winken auf sich aufmerksam, war nur wenige Augenblicke später auf der Leinwand in der Arena zu sehen. „Ey, meine Leute!“, jubelte Bublé und warf Luftküsse in Hassans Richtung. „Ich dachte, ich bin im falschen Film“, gesteht der rückblickend.

Gegeneinladung zum Glöckle steht

Der Mann ist froh, auf eine Stammkundin gehört zu haben. Die hatte ihm nämlich ins Gewissen geredet, „bloß nicht auf die Idee zu kommen, diese einmalige Einladung auszuschlagen. Sie sagte: ,Wenn er schon so nett ist, Sie einzuladen, dann müssen Sie auch hingehen. Alles andere wäre keine so nette Geste.’“ Übrigens hat Hassan eine Gegeneinladung ausgesprochen: „Sollten Sie wieder mal in der Stadt sein, lade ich Sie und Ihr Team zum Essen bei mir an der Bude ein“, hatte er auf die Handynummer, die Bublé ihm gegeben hatte, als Nachricht geschickt. Eine Antwort erhielt er nie. „Der hat bestimmt viele andere Sachen um die Ohren.“

NP-Redakteurin Mirjana Cvjetkovic mit Sherzad Hassan. Quelle: Ilona Hottmann

So wie Hassan ja auch ganz viele andere Gäste Tag für Tag bedient. Und Bublé war nicht der erste Prominente, der sich eine kulinarische Stärkung bei ihm am Steintor holte. „Jürgen Drews durfte ich zwei Mal bedienen, H.P. Baxxter von Scooter war öfter hier.“ Aber die Erinnerung an Michael Bublé und seine fröhlich-freundliche Familie war schon eine ganz besondere. Ab und zu guckt sich Hassan sogar noch die Instagramseite von Luisana Lopilato an. Sie hatte ein Foto von sich, einem Bier und Bratwurst und Hassan im Hintergrund gepostet: „Ganz viele Menschen haben das Bild kommentiert, 149.000 mit einem Sternchen versehen“, weiß er ganz genau Bescheid. Hat er denn noch irgendeinen Promi parat, den er mal bedienen wollen würde? Er zuckt mit den Schultern. Als er den sanften Hinweis bekommt, dass mit Paul McCartney ja im Sommer 2020 ein ehemaliger Beatle in der Stadt ist, leuchten seine Augen auf: „Echt? Na dann soll er unbedingt vorbeikommen.“

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Von Mirjana Cvjetkovic