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Leben in Hannover Vegetarisch und Vegan: Hannovers Burger im NP-Test
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Veganuary: Vegetarisch und Vegan: Hannovers Burger im NP-Test

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10:55 20.01.2022
Hannover: Vegane und vegetarische Burger im Test anlässlich des Veganuarys
Hannover: Vegane und vegetarische Burger im Test anlässlich des Veganuarys Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Ohne Fleisch ins neue Jahr: Der Veganuary – zusammengesetzt aus den Worten „vegan“ und „January“ – ist eine Kampagne, die Menschen animieren möchte, eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren. Im Januar und im besten Fall für das restliche Leben. Immer mehr vegetarische und vegane Produkte erobern inzwischen die Supermärkte und auch in der Gastronomie finden sich mehr und mehr Gerichte ohne tierische Produkte auf der Speisekarte wieder.

Die NP hat sich den Veganuary zum Anlass genommen einen geliebten Fleisch-Favoriten zu testen: den Burger. Allerdings rein vegetarisch oder vegan, also ohne Beef, Bacon & Co. Sieben Kreationen aus verschiedenen Burgerladen in Hannover haben wir getestet.

Vegan oder vegetarisch – wer hat den besten fleischlosen Burger in Hannover? Stimmen Sie ab!

Manhatten Burger: Beyond Meat

Der Beyond Meat Quelle: Andrea Tratner

NP-Burgertest: Manhattan Burger

„Beyond Meat“ ist das Zauberwort auf der Speisekarte von „Manhattan Burger“ an der Limmerstraße 13 (es gibt auch eine Filiale in Seelze, Kurzer Kamp 32). 2009 wurde die Firma in Kalifornien als kleines Start-up gegründet, mit veganen Fleischersatzprodukten machte sie im vergangenen Jahr mehr als 400 Millionen Dollar Umsatz. Eine Erfolgsgeschichte mit Erbsenproteinisolaten. Plus Wasser, Gewürzen, pflanzlichen Ölen und Rote-Bete-Saft (für das „Blut“) entsteht daraus ein Patty, mit dem man jeden Fleischfan glücklich machen kann.

Auch bei „Manhattan“ sind wir verblüfft: Der „Beyond Burger“ kommt ganz klassisch mit Essiggurken, Tomatenscheiben, Zwiebeln, Ketchup, Mayonnaise und sehr frischen Salatblättern auf den Tisch – kein Zutaten-Schnickschnack zur Ablenkung. Man kann sich auf den gebratenen Klops konzentrieren. Sieht aus wie Fleisch, riecht wie Fleisch – schmeckt wie Fleisch! 6,90 Euro kostet der Burger (von zwölf bis 16 Uhr gibt’s für das Neun-Euro-Menü Pommes und Getränk dazu), der den Einstieg ins vegane Leben lecker macht. Klar ist auch: Die vielen Zusatzstoffe machen „Beyond Meat“ nicht unbedingt gesund – aber besser für die Umwelt.

www.manhattan-burger.net

Kuhnstwerk: The Hulk

The Hulk Quelle: Katharina Klehm

The Hulk vom Kuhnstwerk

Beim „The Hulk“ vom Kuhnstwerk (Röselerstraße 7) ist der Name Programm: Zwischen einem Sesambrötchen befindet sich ein grünes Patty, ein leckerer und ausgewogener Mix aus Brokkoli und Spinat. Für den Biss im Mund sorgen kleine Maiskölbchen, die in einer Petersilien-Marinade eingelegt wurden. Das verleiht ihnen nicht nur die grüne Farbe, sondern auch einen würzigen Geschmack. Abgerundet wird der Hulk mit frischem Salat, einer cremigen Guacamole und gebratenen Champignons.

Was den Burger in diesem Fall nur vegetarisch und nicht vegan macht, ist die Trüffelmayo – diese verleiht dem „The Hulk“ (11, 50 Euro) aber einen echten Pfiff und ich hätte sie nicht missen wollen. Das Kuhnstwerk bietet neben einer weiteren vegetarischen Kreation aber auch einen reinen veganen Burger an mit Süßkartoffel und Kürbis. Zudem lassen sich Beef- mit Erbsenproteinpatty ersetzen.

www.kuhnstwerk.com

Haftis: Green Rosin Vegan

Haftis Green Rosin Vegan Quelle: Yannick von Eisenhart Rothe

Rapper-Burger ohne Beef

Entscheidungsschwierigkeiten gibt es schon mal keine. Im „Haftis“ (Jakobistraße 6), dem neuen Burgerladen von Rapper Haftbefehl, steht nur ein veganer Burger auf der Karte. „Green Rosin Vegan“ heißt die Kreation, die in Zusammenarbeit mit Fernsehkoch Frank Rosin entstanden ist. Auf einem stark getoasteten, weißen Brötchen liegt ein Patty aus Bulgur, Spinat und Walnuss, außerdem Tomate, Gurke und viel Eisbergsalat. Als Soße dient ein gut gewürzter, angenehm scharfer „orientalischer Aufstrich“.

Das Patty ist außen dank Panade sehr knusprig, innen könnte es nach unserem Geschmack etwas mehr Salz vertragen. Der Aufstrich ist lecker, als einzige Soße aber etwas zu dickflüssig, was den Burger leicht trocken macht. Das auf der Karte versprochene „Relisch“ suchen wir vergebens. Wir finden: Für 10 Euro ohne Beilagen geht da noch mehr.

www.eindruck24.de/haftig  

Hans im Glück: Wolpertinger

Der Wolpertinger Quelle: Josina Kelz

Wer eine große Auswahl an Veggieburgern möchte, bekommt in einem Burgerladen selten mehr als bei Hans im Glück (Limburgstraße 2) . Auf der Karte gibt es eine ganze Seite mit vegetarischen Burgern und eine mit veganen Burgern. Die Auswahl ist damit genauso groß wie bei den Fleisch-Burgern. Doch wer nach nachgemachten Klassikern wie Hamburger oder Cheeseburger sucht, wird hier nicht fündig. Jeder Veggiburger hat das gewisse Extra: der, der einem Chicken Burger am nächsten kommt, ist zum Beispiel mit Trüffelsauce veredelt.

Der vegane Wolpertinger (9,50 Euro) kommt einem Klassiker noch am nächsten. Im Burgerbrötchen befindet sich ein pikanter Gemüsebratling, der mehr würzig als scharf ist, und eine vegane Goldscheibe, die echtem Käse nah kommt. Doch auch hier gibt es ein Upgrade zur eigentlichen Cheeseburger-Rezeptur: eine Portion Avocadocreme. Der Geschmacksmix ist durchaus gelungen, doch wer es lieber klassisch mag, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.

www.hansimglueck-burgergrill.de

Duke: Falafist

Der Falafist Quelle: Sophie Peschke

NP-Burgertest: Duke Burger

So knusprig und lecker haben wir Falafel bisher noch nie erlebt: Auf dem „Falafist“-Burger in der Duke Burger Bar am Weißekreuzplatz finden zwei perfekt frittierte Bratlinge aus Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen ihren Platz zwischen Süßkartoffelscheiben, Hummus, saurer Gurke, frischem Salat, Tomaten und Zwiebeln. Eine hausgemachte, pinkfarbene Rote-Beete-Mayo rundet den veganen Burger ab und macht ihn saftig.

Der Falafist für 10,50 Euro ist einer von zwei veganen Burgern in der Menükarte bei Duke Burger. Der „Vegane Burger“ mit panierten Avocado Poppers anstelle der Falafel kostet ebenfalls 10,50 Euro. Montags bis freitags in der Zeit von 12 bis 16 Uhr gibt’s zum veganen Burger sogar noch Pommes und ein Getränk zum selben Preis dazu.

Die Duke Burger Bar kommt bei beiden veganen Burgern gänzlich ohne Fleischimitate aus, hat kreative Alternativen gefunden und diese lecker zubereitet. Und Felix Förster (29) hat gute Nachrichten: Schon bald könnte ein dritter, veganer Burger auf dem Menü bei Duke Burger stehen: „Ich entwickle gerade einen Patty aus Quinoa, Spargel, Jackfruit und Goji Beere“, verrät er.

www.duke-burger.de

Peter bringt’s: Nusskuss Creamy

Der Nusskuss Creamy Quelle: Julia Braun

Acht vegetarische oder vegane Burger listet „Peter bringt’s“, der seine erste Hannover-Filiale im Dezember an der Langen Laube 6 eröffnete. Die Kreationen mit klangvollen Namen wie „Frohnatur“ oder „Feldräuber“ sind ideenreich komponiert – so auch der „Nusskuss Creamy“ (10,90 Euro). Der kross gebackene und innen lockere Green-Oat-Bratling besteht aus Hafer, Grünkohl und Spinat, er liegt auf frischem Salat und Tomate. Belegt ist er mit cremigen Ziegenkäse-Würfeln und Walnüssen, getoppt wird alles von süßem Feigenchutney, das dezente Schärfe mitbringt. Bei „Peter bringt’s“ kann man zwischen Brioche-, Sauerteig- und Mehrkorn-Buns wählen. Das Sauerteigbrötchen steht dieser Variante hervorragend – und es hält den „Nusskuss“ gut zusammen, da das Brot nicht durchweicht. So bietet dieser vegetarische Burger krosse und knackige, aber auch fruchtig-cremige Komponenten. Gelungenes Rezept!

www.peter-bringts.de

Burger King: Plantbased Long Chicken

Plantbased Long Chicken Quelle: Josina Kelz

Klar, Burger King (unter anderem Georgstraße 13) ist eine Fast-Food-Kette und steht nicht für Qualität oder fleischfreien Genuss. Umso mehr hat der Konzern ein Lob für seine Veggie-Offensive verdient. Denn er hat seit 2021 nicht nur einen Veggieburger auf der Karte, sondern gleich vier. Hinzu kommen vegane Nuggets, Mayo und Aktions-Burger wie aktuell der Plant-based Long Curry. Ein weiterer Pluspunkt: Die pflanzlichen Burgerpatties haben tatsächlich Qualität, sie werden nämlich von The Vegetarian Butcher produziert, das Unternehmen ist auf Fleischersatzprodukten spezialisiert. Doch nicht alle Plant-based Burger sind vegan, manche nur vegetarisch.

Der Plant-based Long Chicken (4,59 Euro kommt ganz ohne tierische Produkte aus. Er ist eine Kopie des originalen Long Chicken – und schmeckt identisch, fast schon gruselig.

www.burgerking.de

Burgernah – seit Jahren vegane Burger

Markus Stein (30) serviert in seinem kleinen Lokal „Burgernah“ in Linden-Nord seit sechs Jahren vegane Burger. Im Namen steckt ein doppeltes Wortspiel: Nah dran am Fleisch-Burger, aber auch am Bürger – das Lokal ist mitten im Wohngebiet.

Hannover: Burgernah-Chef Markus Stein Quelle: Frank Wilde

Wie kamen Sie zur veganen Küche?

Ich habe eine Ausbildung in der Systemgastronomie gemacht – bei McDonald’s. Damals war ich schon lange Vegetarier, ich wollte nach dem Abschluss eigentlich in die Produktentwicklung einsteigen und fleischlose Alternativen finden, hatte dann aber keine Lust mehr auf das Unternehmen. Ich hatte diese kleine Idee von einem eigenen Restaurant ...

Warum wurde es ein veganer Burger-Laden?

Ich mag Burger! Und ich mag eigentlich auch den Geschmack von Fleisch, aber die negativen Aspekte überwogen irgendwann. Mir geht es um Fragen der Ethik, um Tierwohl und Umweltschutz.

Warum Burger sind immer noch im Trend?

Ein Burger schmeckt jedem, es ist ein einfacher, schneller Imbiss, den man aber auch schick präsentieren kann. Ich möchte übrigens betonen, dass unser „Burgernah” schon da war, bevor diese Riesenwelle an Burgerläden nach Hannover schwappte (lacht)! Und es ist ja immer noch kein Ende absehbar ...

Was ist wichtig bei der Zubereitung eines veganen Burgers?

Genau wie bei einem Fleisch-Patty kommt es auf die Gewürze an. Für unseren Gyros-Burger werden Sojaschnetzel eingeweicht, dann gut ausgedrückt, mariniert und gegrillt. Mit den richtigen Gewürzen kann man den Fleischgeschmack gut erreichen. Andere Gerichte auf unserer Karte gehen den anderen Weg: Der Spinat-Hafer-Bratling schmeckt ganz anders als Beef.

Ist es schwer, auf vegane Ernährung umzustellen?

Heute nicht mehr. Vor zehn Jahren gab es kaum Ersatzprodukte, heute hat man keine Probleme beim Einkaufen. Auch Pflanzenmilch hat sich im Geschmack enorm verbessert. Der „Veganuary” ist eine Kampagne, die das vorantreibt. Der Januar ist ja für viele der Zeitpunkt zum Umdenken – ich merke auch in meinem privaten Umfeld, dass sich immer mehr Menschen für diesen Lebensstil interessieren.

Was muss sich aus Ihrer Sicht noch tun?

Wir sind auf einem guten Weg, in den meisten Restaurants gibt es inzwischen ja vegane Alternativen. Aber die Niederlande sind zum Beispiel schon weiter: Da stand ich im Discounter vor einem riesigen Regal mit veganen Produkten, und auch die Gastronomie ist uns ein paar Schritte voraus.

BurgernahOffensteinstraße 14Telefon 05 11/47 07 14 87

Von Sophie Peschke, Josina Kelz, Yannick von Eisenhart Rothe, Katharina Klehm, Andrea Tratner und Julia Braun