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Leben in Hannover Traum von Afrika: Aulich steigt aus
Hannover Leben in Hannover Traum von Afrika: Aulich steigt aus
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16:13 25.01.2013
Von Andrea Tratner
AulichHannover, Rainer Aulich will Ende April seine neue Strandbar ,,Seaside'' am Silbersee eröffnen. (Foto Frank Wilde) 3 Bilder im Dossier
Steigt für eine Zeit lang aus: Gastronom Rainer Aulich. Quelle: frank wilde
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Hannover

Rainer Aulich (56) ist ein Macher, ein Hauruck-Typ. Wenn er von seinem afrikanischen Traum spricht, wird seine Stimme weich, fast philosophisch klingen seine Worte. „Das Licht, das Wetter, die Menschen - das alles wird anders. Auf so einer Reise kann man seinen inneren Punkt finden. “ Die NP erwischte den Gründer des Brauhaus Ernst-August Donnerstag auf der Autobahn Richtung Süden, die Heimat Hannover lag bereits hunderte Kilometer hinter ihm, das Ziel aber noch 15000 Kilometer vor ihm. „Wenn ich in Genua auf die Fähre steige, dann bin ich weg.“

Südafrika. Der Weg dorthin führt Aulich durch Wüsten und Dschungel, traumhafte Landschaften und gefährliche Gebiete. Elf Länder durchquert der Kult-Wirt mit seinem 117-PS-Geländewagen, einer aufgerüsteten G-Klasse von Mercedes mit Allradantrieb, Wassertank und Solaranlage. „Mein Auto und ich, wir kennen uns gut“, sagt er. Die „Hardcore-Generalprobe“ habe das Gefährt im vergangenen Herbst absolviert. Sechs Wochen düste Aulich durch Island. „Zweimal habe ich ein Rad verloren“, erinnert er sich. Aber er weiß sich zu helfen, kann viele Probleme alleine beheben.

Denn „allein“ ist das Motto dieser Reise, von der er zehn Jahre träumte. „Ich habe nicht mal einen Beifahrersitz im Auto“, sagt Aulich und lacht. „38 Berufsjahre war ich ein Getriebener“, resümiert er. Er sei von Großveranstaltung zu Großveranstaltung gehetzt, habe immer nur gearbeitet. „Jetzt flüchte ich vor Menschenmengen.“ In Afrika will er Land und Leute kennenlernen, den Kontakt nach Hannover auf gelegentliche Mails reduzieren, sich auf das Wesentliche konzentrieren. „Dann merkt man, wie banal manche Dinge sind. Ob die D-Linie nun links oder rechtsherum führt zum Beispiel ...“

Seine Expedition führt durch Krisengebiete wie Libyen, Ägypten, den Sudan. „Ich habe keine Angst“, betont Aulich. „Es ist gefährlicher, über den Frankfurter Bahnhof zu laufen.“ Er habe die Reise viele Jahre vorbereitet, falls sich die politische Lage ändere, habe er immer „einen Plan B“. Auch seine Familie macht sich keine Sorgen. „Er war schon zweimal in der Sahara. Er weiß, worauf er sich einlässt“, sagt Sohn Hannes (26), der zusammen mit Bruder Philipp (30) vor drei Jahren die Brauhaus-Geschäfte übernommen hat.

Sechs Monate hat Aulich Senior für den Trip eingeplant. Den Wagen will er in Südafrika stehen lassen, zum Maschseefest zurückfliegen. Nach der Seesause wird er wieder ins Flugzeug nach Afrika steigen - und dann die Rückreise mit dem Auto antreten. „Bis zum Weihnachtsmarkt bin ich wieder da“, verkündet Aulich. „Ein bisschen Heimat muss sein.“