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Leben in Hannover Transmitter: „Ein bisschen schick, ein bisschen dreckig“
Hannover Leben in Hannover Transmitter: „Ein bisschen schick, ein bisschen dreckig“
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00:15 26.01.2014
SIE SIND TRANSMITTER:Auf bis zu 30 Festivals spielt die Band in einem Jahr.
SIE SIND TRANSMITTER: Auf bis zu 30 Festivals spielt die Band in einem Jahr.
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Hannover

Weißes Oberhemd, schwarze Krawatte - ein wenig bieder. An den Beinen Dickie-Hosen und die klassisch schwarz-weißen Hip-Hop-Schuhe von Adidas - ziemlich cool. Wer die vier Jungs der hannoverschen Band Transmitter in ihrem Bühnenoutfit sieht, sucht vergebens nach einer Schublade, in die er die smarten Männer stecken kann. Auch ihre Musik lässt sich in keine Kategorie pressen. „Unsere Klamotten sind wie unsere Musik - ein bisschen schick, ein bisschen dreckig“, sagt Sänger Jeff Ogle (44) mit englischem Akzent - er ist in Newcastle geboren und kam 2000 nach Hannover.

Eins steht jedoch fest: Was die Musiker in die Gehörgänge schicken, ist energiegeladen und elektrisierend, ein fetter Sound. Knallende Beats liefert Drummer Stefan Bielesch (31), Mo Heidrich (35) lässt am Keyboard Synthesizerklänge einfließen und mischt im Studio kreierte Tonspuren hinzu. Drum ’n‘ Bass und Elektro sind der rote Faden, der sich seit Bandgründung 2001 durch den Transmitter-Musikdschungel zieht. „Ansonsten verwursten wir alle Stilrichtungen, die uns gerade gefallen“, so Bielesch.

Die kraftvolle, melodische Stimme von Ogle bildet Kontrast sowie Einheit zum Puls der Musik. Die Live-Videos, die Ti Schimschal (35) bei Auftritten auf große Leinwände spielt, machen Transmitter zum Gesamtkunstwerk. Haben sie ein Ritual? „Jeff, wegballern“, sagt der 44-jährige Sänger und grinst. Wie bitte? „Das muss Mo mir vor jedem Gig sagen - und dann zeigen wir es dem Publikum.“ Bis zu 30 Festivals in ganz Europa spielen sie im Jahr - im Winter dann in Clubs. In Hannover sind sie zuletzt Anfang Dezember in der Glocksee aufgetreten. „Ein Heimspiel ist immer besonders“, sagt Schimschal. Aber auch auf den ganz großen Bühnen fühlen sie sich wohl - verständlich. „In Tiflis sind wir vor 35 000 Leuten aufgetreten, einfach geil“, erinnert sich der diplomierte Kulturwissenschaftler Bielesch, „von der Band leben zu können, wäre natürlich der Oberhammer.“ Ogle und Heidrich verdienen ihr Geld als Musiker mit anderen Projekten, Schimschal ist Informatiker und Grafiker. Mittlerweile können die Musiker mit den Auftritten Kosten wie die CD-Produktionen finanzieren. „Dafür mussten wir aber auch jedes Jugendzentrum des Landes von innen sehen“, kommentiert Bielesch trocken. Gelächter.

Ernst geht es nur selten zu, wenn die vier zusammen sind. Auf offiziellen Fotos scheint lä-cheln aber streng verboten - dann dominiert die Coolness. „Wir sind ein bisschen wie kleine Kinder“, sagt Ogle, denn untereinander werde ständig gefrotzelt und Schabernack getrieben. Prompt kommt die nächste Stichelei vom Drummer: „Mo, Ti und ich sind schon seit der Schule befreundet. Dann haben wir Jeff aus England befreit.“ Wieder Gelächter. Die vier sind nicht nur Band-Kollegen, sondern auch gute Freunde. Kein Wunder, dass die Treffen im Studio im Gewerbegebiet am Lindener Hafen häufig auf dem großen Ecksofa vor Heidrichs Mischpult beginnen - oder enden. Ogle: „Dann quatschen wir einfach, machen Brainstorming, hören, was Mo Neues komponiert hat, trinken Kaffee.“ Er hält kurz inne: „Na ja, auch den einen oder anderen Cuba Libre.“ Das vierte Album soll zu Beginn der Festivalsaison 2014 fertig sein. Dann haben sie wieder genug Munition, um das Publikum „wegzuballern“.

www.facebook.de/transmitter

Jana Meyer