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Leben in Hannover Timaeus liebt den Rummel
Hannover Leben in Hannover Timaeus liebt den Rummel
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00:16 30.06.2013
Von Mirjana Cvjetkovic
BLOSS NICHT ZU SCHNELL:Klaus Timaeus traut sich eigentlich nicht in Karussells - fürs NP-Foto machte er eine Ausnahme.
BLOSS NICHT ZU SCHNELL:Klaus Timaeus traut sich eigentlich nicht in Karussells - fürs NP-Foto machte er eine Ausnahme. Quelle: Mast
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Hannover

In kürzester Zeit hat er es geschafft, zum Schützenfest zu gehören wie die Lüttje Lage, der Ballerkalle und das Riesenrad. Klaus Timaeus (68) hat das Fest als Geschäftsführer des Vereins Hannoversches Schützenfest mittlerweile im dritten Jahr unter seinen Fittichen. Eine Aufgabe, die er nach seiner Pensionierung mit Herzblut erfüllt. „Ich wollte nicht rumlaufen wie ein Veteran, der ständig nur von früher erzählt“, begründet Timaeus seine Rastlosigkeit. „Ich bin lieber aktiv im Netzwerk tätig.“

Das hat er sich schon in seiner Zeit als er Büroleiter des ehemaligen Oberbürgermeisters Herbert Schmalstieg (70) und von dessen Nachfolger Stephan Weil (54, heute Ministerpräsident) erarbeitet. „Keiner in der Verwaltung ist besser mit der Stadtgesellschaft vernetzt als er“, lobte Weil Timaeus, als der 2011 in den Ruhestand ging. Mit 14 Jahren fing er im Rathaus nach der Volksschule als Verwaltungslehrling an. „Ich war kontinuierlich da, habe drei Verwaltungschefs erlebt“, blickt Timaeus zurück.

Seiner Mutter Gerda hat er es zu verdanken, dass er ein hannoversches Urgestein wurde: „Ich wurde im Sahlkamp-Bunker geboren, meine Mutter wollte sich im März 1945 nicht evakuieren lassen“, erzählt der Mann, den viele in der Stadt als „Timmi“ kennen. Wohin wäre es denn gegangen? „In den Harz“, weiß Timaeus, „vermutlich nach Goslar. Die haben auch ein Schützenfest, das ist aber kleiner. Viel kleiner.“

An seine ersten Schützenausmärsche (in der List) kann sich der 68-Jährige noch gut erinnern: Da saß der kleine Klaus in einer Pferdekutsche seines Vaters Adolf, die Zügel fest in den Händen. „Unsere Familie hat das letzte Fuhrgeschäft in der Stadt betrieben“, berichtet Timaeus von der väterlichen Spedition mit Pferdewagen.

Tradition ist dem Mann, der unglaubliche zweiundfünfzigeinhalb Jahre im Rathaus tätig war, auch heute noch wichtig. „Sie gehört zum Schützenfest, es ist schließlich aus einer Tradition geboren und hat seinen festen Platz.“ Und was sind seine Vorlieben auf dem Rummel? „Fahrgeschäfte sind nicht so meine Welt, da traue ich mich nicht rein“, gibt Timaeus zu. Trotzdem ist er immer engagiert dabei, neue und spektakuläre Fahrgeschäfte nach Hannover zu holen. „Musik und Frohsinn sind eher meine Welt.“ Schafft er es denn, Lüttje Lage zu trinken - ohne zu kleckern? „Ach, das stört nach der vierten doch auch nicht mehr.“

Nach dem Rummel geht es für ihn und seine Frau Cornelia (60) in den Urlaub nach Finnland: „Da ist es so schön ruhig. Im Urlaub brauche ich nämlich keinen Lärm. Den habe ich ja hier.“