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Leben in Hannover Till Brönner swingt in Berenbostel
Hannover Leben in Hannover Till Brönner swingt in Berenbostel
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10:31 09.03.2013
STERNSTUNDE: Im zweitägigen Workshop probt die Bigband Berenbostel mit Till Brönner.
STERNSTUNDE: Im zweitägigen Workshop probt die Bigband Berenbostel mit Till Brönner. Quelle: Florian Petrow
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Berenbostel

Die Aufregung ist riesig: Die 23 jungen Hobbymusiker stehen heute Abend mit Star-Trompeter Till Brönner für einen gemeinsamen Auftritt auf der Bühne! Ein Spektakel für den kleinen Ort – das Konzert war sofort ausverkauft.

„Und nochmal: One, two, three“, ruft Brönner, der für zwei Tage Lehrer, Dirigent und Trompeter der Bigband ist und dabei sichtlich Spaß hat. „Die Band spielt wirklich auf einem beachtlichen Niveau“, lobt der 41-Jährige. Genau deshalb ist er hier: Im bundesweiten Wettbewerb „Jugend jazzt“ waren die Bigband-Mitglieder um BandleiterBodo Schmidt (59) erneut erfolgreich. Im November 2012 gewannen sie zum zweiten Mal den „Škoda-Jazz-Preis“ – einen zweitägigen Workshop samt Abschlusskonzert mit Till Brönner. „Ich bin selbst in so einem Haufen groß geworden“, erzählt Brönner – heute stehen bei ihm fünf Echos im Regal,„wir brauchen Bigbands, um junge Talente zu fördern.“ Und darum ist Brönner im Geschwister-Scholl-Gymnasium. Dass das Konzert in Berenbostel stattfindet, freut ihn: „Ich bin gerne in Hannover, eine schöne Musikstadt. Hier werde ich immer warm aufgenommen.“ Auch mit Mousse T. hat er schon zusammengearbeitet.

Seit mehreren Wochen laufen die Konzertvorbereitungen der Bigband, die ihren musikalischen Schwerpunkt im Jazz hat, aber gern auch mal Blues oder Rock und Pop spielt. „Natürlich haben wir uns genau überlegt, welche Stücke wir auswählen“, sagt Bandgründer Schmidt, „Tills Trompete soll schließlich gut reinpassen.“

Auch die Extrawünsche von Brönner wurden berücksichtigt:„Ich habe das Stück ,On the Street Where you Live‘ aus dem Musical ,My Fair Lady‘ mitgebracht“, sagt der Jazzprofi, „es ist ein schönes, sehnsuchtsvolles Lied, und es macht mir großen Spaß, es neu zu gestalten.“ Denn Musik sei für ihn auch „eine Frage des Arrangements“.

Bis zum Konzert heute Abend versucht Brönner, das Zusammenspiel der Band zu optimieren. Der 41-Jährige nimmt sich Zeit für alle Feinheiten und verrät dem Nachwuchs wertvolle Tipps. „Versucht es mal mit einem imaginären Lächeln, während ihr spielt, und wippt im Takt mit“, ruft Brönner der Band zu, „das macht euch lockerer.“

Und noch einen Ratschlag kann er jungen Musikern geben: „Hört euch alte Aufnahmen an, denn es gab schon zu Anfang des letzten Jahrhunderts tolle Musik. Spielt die Lieder nach, das ist besser als jedes Studium.“

Alessa-Luisa Naujoks