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Leben in Hannover „Vince“-Koch Chris Werner tritt bei „The Taste“ an
Hannover Leben in Hannover

The Taste: Chris Werner von der Vince Weinbar kocht in Sat.1-Show

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09:31 08.09.2021
Will es wissen: Chris Werner tritt bei „The Taste“ an. Auf einem Löffel serviert er der Jury ein hoffentlich perfektes Gericht.
Will es wissen: Chris Werner tritt bei „The Taste“ an. Auf einem Löffel serviert er der Jury ein hoffentlich perfektes Gericht. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Dreimal hätte es fast geklappt. „Ich war zum Casting von ,The Taste’ eingeladen, aber zweimal musste ich am Sprunggelenk operiert werden, einmal ließ es die Arbeit nicht zu“, sagt „Vince Weinbar“-Küchenchef Chris Werner (38).

In diesem Mai schließlich fuhr er nach München zur Aufzeichnung. „Dass die Teilnahme endlich geklappt hat, ist wirklich der einzige Vorteil an Corona“, sagt der bekennende „Taste“-Fan. Denn im Mai war die Gastronomie noch dicht, die „Vince Weinbar“, die Anfang August eröffnete, befand sich im Aufbau.

Ein Löffel für ein ganzes Gericht

Bei der Sat.1-Show müssen die Kandidaten und Kandidatinnen – sowohl Profi- als auch Hobbyköche – auf einem Servierlöffel ein komplettes Gericht kredenzen und der Jury servieren. Schmeckt es den Promi-Köchen Tim Raue (47), Alex Kumptner (38), Frank Rosin (55) und Alexander Herrmann (50), sind sie eine Runde weiter. Doch beim Casting ging es darum, überhaupt in die „The Taste“-Familie aufgenommen zu werden.

Die Jury: (von links) Frank Rosin, Alex Kumptner, Tim Raue und Alexander Herrmann. Quelle: Jens Hartmann, SAT.1

„Ich war schrecklich nervös, ich hatte die ganze Zeit nasse Hände“, erinnert sich Werner schmunzelnd an den Casting-Tag im Mai. Eine Stunde Zeit hatte er für seine Komposition, die er in der Studioküche in München zubereitete. „Die Küchen sind bombastisch ausgestattet“, sagt der Profikoch und schwärmt von Sousvide-Becken, Vakuumierern und Zwei-Zonen-Öfen.

Was er kochte, wie es ankam: Bis zur Ausstrahlung am 8. September (20.15 Uhr bei Sat.1) ist alles geheim. Doch worauf es ihm bei seinem Löffel ankam, darf er sagen. „Der Löffel sollte komplex sein“, sagt der 38-Jährige. „Man muss auf Farben und Formen achten, der Löffel muss überraschen und im Mund eine Geschmacksexplosion sein.“

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Ihm ging es darum, Texturen – cremig, knusprig, flüssig – zu mischen, alle Zutaten auf einen Blick sichtbar zu machen. „Und natürlich geht es um Optik, der Löffel muss hammermäßig aussehen. Das ist Teil der Show.“

An der Theaterstraße: Chris Werner mit seiner Kollegin Nora Henjes vor der „Vinve Weinbar“. Quelle: Christian Behrens

Die kompletten 60 Minuten Vorbereitungszeit war er von Kameras umgeben, wurde währenddessen interviewt. „Das macht mir aber nichts aus“, sagt Werner, „ich rede gerne beim Kochen.“ Das muss er in der „Vince Weinbar“ auch: Seine Küche liegt im hinteren Teil der Bar, Gäste, die an der Theke sitzen, schauen ihm auf die Finger und stellen ihm Fragen. „Ich habe auch schon Kochkurse gegeben, ich bin multitaskingfähig“, sagt Werner und lacht.

In der Show: Chris Werner kocht in der Studio-Küche in München. Quelle: Jens Hartmann, SAT.1

Sechs verschiedene Komponenten bereitete er für seinen Löffel zu. Zum Anrichten – der wichtigste Moment in dem Prozedere – haben alle Kandidaten und Kandidatinnen nur eineinhalb Minuten Zeit. „Das ist selbst für Profis eine totale Herausforderung“, sagt der Küchenchef. Mit einem Tablett werden die vier Löffel zu dem Jury-Pult mit den vier Topköchen gebracht, die beim Casting nicht wissen, wer das Gericht zubereitet hat.

Das ist Chris Werner

*27. Dezember 1982 in Neustadt am Rübenberge, aufgewachsen in Bredenbeck. Ausbildung zum Koch im Gilde-Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen. In Hannover arbeitet Werner in edlen Lokalen wie dem „Opus One“, dem „Schweizer Hof“, im „Gattopardo“ wird er Küchenchef. Als er eine Familie gründet, wechselt er für gut sechs Jahre ins Catering, bekocht den Vorstand der Sparkasse. In der „Olen Deele“ wird er unter Sternekoch Benjamin Gallein Sous-Chef. Seit August ist er Küchenchef in der „Weinbar Vince“ (Theaterstraße 1). Werner hat einen Sohn und lebt in Laatzen.

„Als sie probierten, konnte ich sie hören, aber nicht sehen“, erzählt Werner über das Show-Konzept. Nach der Verkostung können die Juroren zwischen einem grünen (Kandidat ist weiter) und einem roten Buzzer (Kandidat ist raus) wählen, erst dann tritt der Koch ans Jurypult. „Dann werden die Entscheidungen begründet“, so Werner, der besonders von Alex Kumptner und Alexander Herrmann schwärmt. Wurde viermal grün gebuzzert, kann sich der Kandidat einen Coach aussuchen und kocht fortan in dessen Team.

In der offenen Küche: Chris Werner kocht in der Weinbar hinter der Bar – Gäste können ihm live zusehen. Quelle: Christian Behrens

Viele Komponenten zuzubereiten, Rezepte in ihre Bausteine zu zerlegen: Diese Art zu kochen liegt dem 38-Jährigen. „Ganz ähnlich koche ich auch in der Weinbar.“ Dort interpretiert er in seiner offenen Küche gerne französische Klassiker im modernen Gewand.

Coq au Vin bereitet er mit Estragonpüree zu

Coq au Vin serviert er beispielsweise mit weißem Portwein-Speckschaum und Karotten-Püree mit brauner Butter. Seine Bouillabaisse kombiniert er mit Estragonpüree, geschmorten Möhren und sous-vide gegarter Garnele und Kabeljau. „Ich gebe tollen alten Rezepten einen modernen Klaps auf den Hintern“, sagt Werner und lacht.

Mit dieser Raffinesse sollte es doch eigentlich kein Problem sein, bei „The Taste“ die Jury auf den Geschmack zu bringen. „Warten wir es ab“, sagt Chris Werner mit einem Grinsen. „Es wird spannend“.

Von Julia Braun