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Leben in Hannover Tanja Szewcenko: „Ich habe mich meiner Angst gestellt“
Hannover Leben in Hannover Tanja Szewcenko: „Ich habe mich meiner Angst gestellt“
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18:50 13.02.2017
SOAP-KARRIERE: Seit 2006 spielt Szewczenko, hier mit Kollege André Dietz, in der RTL-Soap „Alles was zählt“ mit.  Foto: RTL
SOAP-KARRIERE: Seit 2006 spielt Szewczenko, hier mit Kollege André Dietz, in der RTL-Soap „Alles was zählt“ mit. Quelle: RTL
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Kriegen Sie eigentlich nie genug?
Wieso?

Sie sind Mutter, Hauptdarstellerin in der RTL-Soap „Alles was zählt“, Sie betreiben eine Sprachenschule für Kinder. Und jetzt machen Sie auch noch mit bei den „Ewigen Helden“ auf Vox. Warum?
Ach, so ein Sportlerherz hört ja nie auf zu schlagen, den Wettkampf zu suchen, sich mit anderen messen zu wollen. Und wenn ich dann vor so einer Herausforderung stehe wie bei den „Ewigen Helden“, dann nehme ich die gerne an. Da musste ich mich auch meinen Ängsten stellen.

Wieso das?
Ich hab’s gar nicht mit Wasser. Mir macht das Plantschen in der Badewanne schon Angst. Hier hatten wir aber zwei Spiele mit Wasser, und ich habe mich meiner Angst gestellt. Das war gut. Außerdem finde ich es auch wichtig, wenn Sportler die Chance haben, ihre Lebensgeschichten zu erzählen.

Warum?
Kein Sportler erlebt es, dass eine Karriere immer nur nach oben führt. Jeder kennt seine Ups and Downs. Jeder kennt Rückschläge, muss lernen, damit umzugehen. Und derjenige, der das schafft, den macht das stark, dem gibt es Kraft. Das scheint mir etwas zu sein, was gerade die Jugendlichen von heute dringend hören müssen: Viele denken, sie gehen in eine Casting-Show, singen da ein paar Lieder vor und werden dann zum Star. Aber so funktioniert es natürlich nicht.

Was ist der Denkfehler?
Bei einer Casting-Show werden sie eine Zeitlang gehypet, dann interessiert sich keiner mehr für sie. Die lernen gar nicht mehr, dass es ein langer Weg ist, bis du wirklich gut bist in deiner Diszi-plin, sei es nun Singen, Eiskunstlauf oder Dachdecken, ganz egal. Du brauchst Durchhaltevermögen. Du musst wissen, wie du reagierst, wenn es mal nicht klappt. Und du musst lernen, dass es nicht wichtig ist, immer Erster zu sein. Du musst als Sportler nicht immer Gold gewinnen, und du musst nicht unbedingt der Chef in der Firma werden. Auch die Mitarbeiter sind wichtig, ohne die Rädchen dazwischen funktioniert nämlich der ganze Betrieb nicht. Und wenn du das verstehst, dann kannst du nicht verlieren, dann ist das dein persönlicher Sieg.

Klingt lebensklug. Haben Sie das schon so gesehen, als Sie mit 23 Jahren Ihre Karriere als Eiskunstläuferin verletzungsbedingt beenden mussten?
Nein, natürlich nicht. Das ist ein Lernprozess. Als ich mit dem Eiskunstlauf aufhören musste, war das zunächst natürlich nicht so toll. Aber es ging für mich damals verletzungsbedingt einfach nicht weiter, ich habe mich nicht mehr entwickelt. Und nichts ist so schlimm wie Stagnation, es geht nicht vor, aber auch nicht zurück. Ich musste mir überlegen: Quäle ich mich noch ein paar Titel weiter, laufe ein paar Jahre lang Eis-Shows und werde dann Trainerin? Oder wähle ich doch lieber einen ganz anderen Weg?

Und Sie haben Eis-Shows gemacht, sind aber auch noch eine ziemlich bekannte Schauspielerin geworden ...
Und lerne das immer noch (lacht), wenn ich heute meine Anfänge bei „Unter uns“ sehe - au weia! Da habe ich am Theater und bei „Alles was zählt“ viel dazugelernt. Aber die Eis-Shows habe ich auch genossen.

Zum Beispiel mit Holiday on Ice in Hannover?
Zum Beispiel, ja. Die Region ist mir ohnehin sympathisch: Eine Freundin von mir wohnt in Burgdorf.

Ist sie eine ewige Heldin?
Eine Maskenbildnerin, die für mich sicher ewig eine Heldin bleiben wird.

„Ewige Helden“ läuft immer dienstags ab 20.15 Uhr auf Vox. Neben Tanja Szewczenko machen auch Turner Fabian Hambüchen, Beachvolleyballer Julius Brink und Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle mit.

Verena Koll