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Leben in Hannover Stünkel glänzt mit Kunstwissen
Hannover Leben in Hannover Stünkel glänzt mit Kunstwissen
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00:16 28.09.2013
Von Mirjana Cvjetkovic
DIE KÜNSTLERIN UND DIE KUNST:Filmemacherin und FotografinFranziska Stünkel hat es sich mittenin einer Installation in der Kestner-gesellschaft gemütlich gemacht. Fotos: Wilde
DIE KÜNSTLERIN UND DIE KUNST:Filmemacherin und FotografinFranziska Stünkel hat es sich mittenin einer Installation in der Kestner-gesellschaft gemütlich gemacht. Fotos: Wilde Quelle: Frank Wilde
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Hannover

„Ich habe von den spiegelnden Kugeln schon viel gehört, sie wurden in den 60ern auf der Biennale verkauft. Auf dem Verkaufsstand stand ‚Your Narcisium for Sale‘“, sprudelte es aus ihr heraus. Sie meinte den „Narcissus Garden“ der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama (84). Dafür, dass sie die silbernen Edelstahlkugeln nur „schon mal gesehen hat“, wusste sie ziemlich viel über Kusama und ihr Leben. Etwa, dass die Japanerin zeitlebens in ihrer Kunst dem Motiv der Punkte gefolgt ist, in denen man fast versinkt. Und das machte sie dann auch - und setzte sich in das Kunstwerk.

Die 39-Jährige durfte eine von Kestnergesellschaftsdirektor Veit Görner (60) geführte Tour durch die Ausstellung genießen, eingeladen war auch Jörn Breiding (40), Chef des hannoverschen Knabenchors. Als sich die prominenten Besucher für ein Lieblingsstück entscheiden sollten, taten sie sich allerdings schwer. „Alle Kunstwerke zusammen“, so der Musiker. Was natürlich den Chef freute. Spannend fand Breiding dann den „Fischbecker Kopf“, wertvollstes Stück der Schau. Angeblich war darin mal ein Zahn von Johannes dem Täufer versteckt. „Das ist schon verrückt, was man sich so ausdenkt, um Menschen in den Bann zu ziehen“, überlegte sich der Knabenchorchef.

Als Fotografin interessierte sich Stünkel sehr für das Werk „Katar“ des Leipziger Fotografen Andreas Gursky (58). „Aber nicht, weil er populär ist, sondern wegen seiner Haltung zur Fotokunst“, erläuterte Stünkel, die ja auch als Fotokünstlerin arbeitet. „Die Ausstellung ist mir sehr nahe“, resümierte sie schließlich, „toll inszeniert, das mache ich als Spielfilmregisseurin ja auch.“ Apropos, was ist in Sachen Film bei ihr los? Auf Facebook war zu sehen, dass sich die Hannoveranerin zuletzt viel in Berlin rumgetrieben hat. „Das verrate ich noch nicht. Aber bald!“, sagte Stünkel, und in ihren Augen blitzte es.

Dann machte sie sich auf zu ihrer Oma Paula nach Stadthagen: „Die ist nämlich 101 Jahre alt geworden.“