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Leben in Hannover Steven Gätjens Traum: „Ich wäre gerne Indiana Jones“
Hannover Leben in Hannover Steven Gätjens Traum: „Ich wäre gerne Indiana Jones“
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14:21 03.05.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
UNSER MANN IN HOLLYWOOD: Steven Gätjen mode-riert bei Pro 7 „Stevenliebt Kino“ (nächsteSendung am 2. Mai).Fotos (2): Pro 7
UNSER MANN IN HOLLYWOOD: Steven Gätjen mode-riert bei Pro 7 „Stevenliebt Kino“ (nächsteSendung am 2. Mai).Fotos (2): Pro 7 Quelle: Madsack Supplement GmbH
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Hannover

Herr Gätjen, wenn Sie es mit Geräuschen beschreiben müssten: Was ist für Sie der Sound von Hollywood?

(holt kurz Luft) Das Knarzen einer Tür oder eines Parkettbodens. Dann der dumpfe Sound, ein „Uff“, wenn eine Person irgendwo gegenstößt. Das könnte ein komödiantischer Film sein. Und dann noch Schniefen, Hochziehen, Schluchzen - eindeutig ein Liebesfilm!

Hat das Weltraumdrama „Gravity“ den Filmmusik-Oscar verdient?

Auf jeden Fall. Es gibt Filme, in denen die Musik opulent ist, um Fehler in der Geschichte zu kaschieren. Und es gibt Filmmusik, um Emotionen zu verstärken, das ist bei „Gravity“ echt gelungen. Da ist Sandra Bullock ganz alleine auf sich gestellt, die Atmosphäre ist beklemmend. Ihre Hilflosigkeit wird durch die Musik so auf treffende Art und Weise unterstrichen.

Welche Filmmusik war für Sie der fieseste Ohrwurm bislang?

Die Duschszene aus „Psycho“ (macht die messerscharfen Scratch-Geigen nach)! Da habe ich gleich ein Bild vor Augen.

Und welche Musik aus Filmen können Sie einfach nicht vergessen?

Aus „Krieg der Sterne“, „Indiana Jones“ und „Rocky“. In meiner Teenie-Zeit war das schon prägend.

Wie wäre denn ein Film ganz ohne musikalische Untermalung?

Musik ist die Farbe für den Film. Schwarz-weiß kann ja ganz schön sein, mit bunten Farben wird es aber noch viel schöner. Musik unterstreicht Situationen. Zum Beispiel in „Der weiße Hai“. Viele Perspektiven sind aus Sicht des Hais gefilmt. Ohne Musik kann das aber alles sein, eine Doku zum Beispiel. Durch die Musik, den Rhythmus wird antizipiert, was passiert, die Spannung steigt. Die Musik bereitet uns vor - was kommen kann. So nach dem Motto „Jetzt küsst euch endlich“ oder „Geh bloß nicht in das Zimmer!“.

Sie moderieren die Filmmusikproduktion „The Sound of Hollywood“ - was genau ist Ihre Aufgabe?

Ich will das Publikum unterhalten, wie ein roter Faden zwischen den Stücken wirken. Dazu erzähle ich Anekdoten, etwas zur Entstehung der Filme oder sogar von persönlichen Begegnungen mit Filmemachern oder Schauspielern. Das ist ja etwas Besonderes, wenn das von einem 70-köpfigen Orchester gespielt wird, wir wollen Film und Sound zelebrieren.

Als halber Amerikaner müssen Sie es ja wissen: Wie viel Hollywood steckt in Deutschland?

Viel! Es steckt wahnsinnig viel Potenzial in Film und Fernsehen. Was abgelegt werden müsste, ist das Schubladendenken. In Deutschland heißt es gleich: Der ist doch Drehbuchautor - wieso denn jetzt auch Moderator? Ist doch cool! Warum lassen wir die Leute das nicht ausleben? Die Quittung kommt doch sowieso, wenn es nicht gut läuft. Wir sind das Volk der Dichter und Denker und verpönen Entertainment und Unterhaltung. Das ist aber auch wichtig! Schon Francis Ford Coppola und Martin Scorcese haben gesagt, dass es viel einfacher ist, Menschen zum Weinen als zum Lachen zu bringen. Unterhaltung hat einfach mehr Wertschätzung verdient.

Das Thema scheint Ihnen wichtig ...

Ja, ist es auch. Til Schweiger zum Beispiel. Wenn zwölfeinhalb Millionen Leute seinen „Tatort“ gucken, kann er doch nicht viel falsch machen. Trotzdem kriegt er immer wieder auf die Fresse, das nervt einfach.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten einen Tag eine Filmfigur sein. Wer wären Sie?

Indiana Jones! Seine Lässigkeit finde ich großartig. Und wie er mit seiner tollpatschigen Art immer die richtige Lösung findet.

Und welcher Künstler beeindruckt Sie ganz real?

David Bowie! Das ist eine so wahnsinnig kreative Person, ein musikalisches Statement. Ob der morgens erst mal Kaffee trinkt und Zeitung liest? Ich glaube nicht (lacht).

3 10. Mai ab 20 Uhr im Kuppelsaal (Theodor-Heuss-Platz 1-3), Karten kosten 32,90 bis 77,90 Euro.