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Leben in Hannover In Erdogmus’ Restaurant geht es um Steak, Zigarren und Whiskey
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Steak, Zigarren, Whiskey: Das bietet das neue "Boga" an der Osterstraße

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07:12 09.09.2021
Vor seinem „Boga“: Ozan Erdogmus bietet an der Osterstraße Beef und mehr.
Vor seinem „Boga“: Ozan Erdogmus bietet an der Osterstraße Beef und mehr. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Das Konzept habe er seit Jahren im Kopf gehabt, sagt Ozan Erdogmus (25). In seinem Restaurant „Boga – Beef & Bar“ an der Osterstraße 3 setzt er auf die Hauptdarsteller Whiskey, Steaks und Zigarren. „Wir bieten Nobles für Genießer“, sagt Erdogmus, der im Juni eröffnete, nachdem er das Lokal bereits im vergangenen Oktober übernommen hatte.

In einer „Cigar Lounge“ können Besucher um die 40 Zigarren (vier bis 37 Euro pro Stück) schmauchen, dazu rund 30 verschiedenen Whiskey-Marken ordern. Auf der Speisekarte liegt der Fokus auf Rib Eye-, T-Bone und Tomahawk-Steak, es gibt im „Boga“ aber auch Frühstück, eine lange Cocktailkarte, Vorspeisen, Steinofengerichte, Salate, Vorspeise, Desserts – täglich um neun Uhr geht der Betrieb los.

An der Osterstraße: das neue Lokal in der City. Quelle: Rainer Dröse

Ein anspruchsvolles Programm für den 25-Jährigen, zumal er gar nicht aus der Branche kommt. Er ist gelernter Maschinen- und Anlagenführer, hatte für die Firma Varta Autobatterien produziert. „Aber seit mindestens sechs Jahren träume ich davon, mich selbstständig zu machen“, sagt er und eifert nun seinem Vater Cetin (50) nach, der bereits ein Restaurant und diverse Dönerläden führte.

Überhaupt: die Familie. Vater Cetin ist genau so im Dauereinsatz wie Mutter Nuray, ein Onkel, ein Bruder – alle packen mit an. „Jeder macht alles“, sagt Ozan Erdogmus, „sonst ginge es gar nicht. Man findet ja kein Personal.“ Die aufwendige Renovierung stemmte der Neugastronom auch mit der Hilfe von Freunden. „Viele, die ich kenne, arbeiten in der Gastronomie. Da hilft man sich.“

Edel: Hier kann man auf bequemen Ledermöbeln Platz nehmen. Quelle: Rainer Dröse

Edel ist es geworden, das zweistöckige „Boga“ (türkisch für Stier), das draußen wie drinnen jeweils 130 Plätze bietet. Die Holztische hat der Gastronom in der Türkei anfertigen lassen, die Wände hat das Team mit Mauerwerk verkleidet, es gibt Nischen mit edlen und gemütlichen Ledermöbeln, die Bar mit grünen Samthockern leuchtet golden.

Gestalten liegt dem 25-Jährigen, der das Detail liebt. „Ich habe auf dem Weg nach oben goldene, leere Bilderrahmen aufgehängt, die die Besucher mit ihrer Fantasie füllen können.“ Rechterhand im Lokal hängen Weinflaschen in Lederschlaufen an Stangen, „das sind Gardinenstangen von Ikea“, sagt Erdogmus und lacht.

Mit Ikea-Kleiderstangen: An einer Wand hat der Wirt ein Weinregal gebaut. Quelle: Rainer Dröse

Und als er einmal einen Graffiti-Künstler in der Nordstadt in Aktion sah, sprach er ihn an. „Er hat mir dann eine Flasche an die Theke gemalt, aus der Whiskey in ein Glas fließt.“ Die Wände im oberen Stockwerk will Erdogmus mit Granit verkleiden und von hinten beleuchten, „das sieht total edel aus.“

Auch sonst hat er noch viele Pläne. „Manchmal legt abends ein DJ auf und ein Saxofonspieler dreht seine Runden um die Tische, das kommt sehr gut an.“ Das Eventprogramm möchte der Wirt ausbauen, außerdem seinen eigenen Gin kreieren.

Vater und Sohn: Cetin und Ozan Erdogmus bieten auch riesige Tomahawk-Steaks an. Quelle: Rainer Dröse

Viele Ambitionen, viele Ideen. Und wenn sich herausstellt, dass er sich mit dem kreditfinanzierten Projekt übernommen hat? „Ich bin noch jung“, lautet seine pragmatische Antwort. „Wenn ich es nicht schaffe, lerne ich aus meinen Fehlern und fange wieder von vorne an.“ Aber er glaubt fest an sich und sein „Boga“. „Wenn man etwas aus vollem Herzen will, ist nichts unmöglich“, sagt Ozan Erdogmus. Und fügt fast philosophisch hinzu: „Leidenschaft ist die Antwort auf widrige Umstände.“

Von Julia Braun