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Leben in Hannover So will die Hannoveranerin Kat Rybkowski Miss Germany werden
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So will Hannoveranerin Kat Rybkowski Miss Germany werden

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09:36 05.01.2022
Strahlefrau: Kat Rybkowski steht bei der aktuellen Miss-Germany-Wahl hoch im Kurs.
Strahlefrau: Kat Rybkowski steht bei der aktuellen Miss-Germany-Wahl hoch im Kurs. Quelle: Stephan Glathe
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Hannover

Aller guten Dinge sind drei: Für manche ist es ein abgedroschenes Sprichwort, für Kat Rybkowski (39) eine echte Chance – sie hat sich zum dritten Mal bei der Wahl zur Miss Germany beworben. Ihre Überzeugung, ihr Mut und ihr Durchhaltevermögen haben der Hannoveranerin recht gegeben, sie hat es unter die Top 20 geschafft!

„Damit habe ich mein Ziel eigentlich schon erreicht“, sagt sie. Die 39-Jährige hatte hart darauf hingearbeitet, es in dieser Runde bis ins sogenannte Personality Camp zu schaffen. Mit der Platzierung unter die ersten 20 Frauen ist ihr das also gelungen. „Alles, was jetzt noch kommt, ist die Sahnehaube.“ Der „Dancing on Ice“-Star lacht, als würde sie sich eingestehen, in Wahrheit noch längst nicht am Ziel angekommen zu sein: „Ich bin Sportlerin, ich bin ehrgeizig.“ Man könnte es als Kampfansage deuten.

Im Fernsehen: Kat Rybkowski ist als Profi-Eiskunstläuferin in beiden Staffeln von „Dancing on Ice“ bei Sat.1 dabei. Hier liefert sie in einer Kür 17 Punkte an der Seite von Moderator Peer Kusmagk ab. Quelle: Sat.1/Dancing on Ice

Bei ihrer ersten Bewerbung schaffte es die Profi-Eiskunstläuferin unter die Top 16 Niedersachsens (mittlerweile gibt es kein Ranking mehr nach Bundesländern), im Jahr darauf kam lediglich eine Absage. Jetzt fehlt nicht mehr viel bis zum Krönchen. Gar nicht mal unrealistisch, 12.000 Bewerberinnen hat Rybkowski schließlich schon hinter sich gelassen. Übrigens könnte sie die Dritte aus der Region werden, die den Titel trägt: Vor ihr haben das im Jahr 2008 Kim-Valerie Elixmann (32, damals hieß sie Voigt) und Caro Noeding (30) im Jahr 2013 geschafft.

Dabei ist so einiges neu bei der Ausrichtung des einstigen Schönheitswettbewerbs: Während es in der Vergangenheit primär etwa darum ging, was man im Bikini für eine Figur machte, richtet sich der Blick der Miss Germany Corporation auf das Innere der Kandidatinnen. Gesucht wird die eine Frau, die als Botschafterin fungiert, mit der sich andere Frauen identifizieren können. So wie für die Veranstalter waren die Antritte von Kat Rybkowski auch ein stetiger Prozess.

Rybkowski ist Unternehmerin, Personaltrainerin, Gründerin

„Ein Prozess, in dem ich mich finden und mit meiner Geschichte auseinandersetzen musste“, resümiert Rybkowski. Vor allem hat es seine Zeit gebraucht, all die Themen, die in ihrem bisherigen Leben eine Rolle gespielt haben – Spitzensport, Essstörung, Scheidung, berufliche Neuausrichtungen – „zu bündeln und klar auf den Punkt zu bringen.“ Das hört sich heute dann so an: „Unternehmerin aus Leidenschaft, Personaltrainerin, Gründerin des Skate Clubs.“

In ganz jungen Jahren: Mit Rico Rex tanzte sich Katharina Rybkowski einst in den Eiskunstlaufhimmel. Quelle: privat

Und eine Frau, die sich um andere kümmert: Mit ihrem Skate Club hat Rybkowski bereits 4000 Euro gesammelt und Vereine wie Aktion Sonnenstrahl und Glücksmomente aus der Region sowie Einrichtungen in ganz Deutschland bedacht. An sich selbst zu denken, sich um sich zu kümmern – auch das musste Kat Rybkowski im Laufe ihres Lebens erst lernen. Schon als Kind entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Eislaufen. Obwohl man ihr attestierte, sie sei talentfrei, blieb sie dran und wurde schließlich Deutsche Jugendmeisterin im Einzellauf.

„Aus der Liebe zum Sport habe sehr viel trainiert“, erinnert sie sich an ihre Teeniejahre. Bis der Druck von Trainern und Funktionären so unnatürlich krass war, dass sie krank wurde: „Jeden Samstag wurden wir gewogen und öffentlich kritisiert, wenn die Anzeige 100 Gramm mehr anzeigte.“ Dieser Körperwahn(sinn) trieb das Mädchen in die Essstörung, sie litt sieben Jahre an Bulimie. „Dass es normal ist, als junge Frau Gewichtsschwankungen zu haben, darüber hat niemand gesprochen.“

„Ich höre oft, wie unzufrieden Frauen mit ihrem Körper sind“

Dafür macht sie das heute umso mehr, vor allem, wenn sie mit Kindern und Jugendlichen Runden übers Eis dreht. Doch nicht nur dort ist falscher Körperkult ein großes Thema: „Ich arbeite sehr viel mit Frauen und höre oft, wie unzufrieden sie mit ihrem Körper sind.“ Das Ausmaß bei den Erwachsenen hat Rybkowski angespornt zu helfen, dass sich Frauen wieder selbst wertschätzen und akzeptieren. „Ich habe selbst so oft gehört, dass ich nicht gut sei und es nicht reiche, was ich mache.“

Deshalb baut sie gerade „Body for me“ auf, eine Plattform für Frauen, die durch gesunde Ernährung, Bewegung und einen gesunden Geist ein aktives und glückliches Leben führen. „Wir müssen endlich aufhören, an uns herumzunörgeln.“ Um den Kreis derer, die dort mitwirken könnten, zu erweitern, hat die Miss-Germany-Anwärterin nicht lange suchen müssen: „Bei den Kandidatinnen sind einige tolle Frauen dabei“, erklärt sie. Etwa eine Stand-Up-Paddling-Lehrerin aus Kiel, eine Finanzexpertin, eine Personaltrainerin.

Miss-Germany-Camp steht als Nächstes an

Zunächst steht aber das Miss-Germany-Camp an, es soll Anfang Februar – sollte Corona das zulassen – in den Europapark nach Rust gehen. Die Frauen bekommen dort Coachings in Sachen Social Media, Kommunikation, Persönlichkeitsverwirklichung, Gesundheit, Finanzen. Das Finale steigt dann ebenfalls im Europapark, nämlich am 19. Februar, drei Tage nach dem Halbfinale. Wir schauen zu und drücken die Daumen – allen Frauen!

Von Mirjana Cvjetkovic