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Leben in Hannover Slomka: Einmal Lehrer, immer Lehrer
Hannover Leben in Hannover Slomka: Einmal Lehrer, immer Lehrer
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22:08 28.01.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
SO MACHT MATHE SPASS:Mirko Slomka und Conti-VorstandElke Strathmannunterrichten.Fotos: Behrens
SO MACHT MATHE SPASS: Mirko Slomka und Conti-Vorstand Elke Strathmann unterrichten. Quelle: Behrens
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In welcher Einheit Reifenbreite gemessen wird? Genau, in Millimetern. Und wie findet man heraus, wie breit so ein Reifen ist? Man macht es wie Mirko Slomka (46) und guckt einfach am Profil nach! Nichts mit ausrechnen oder so. Obwohl das bestimmt auch ginge, irgendwie.

Der Ex-96-Trainer hat gestern beim Reifenhersteller Conti in Stöcken das gemacht, was er laut Lebenslauf auch können sollte - eine Mathe-Stunde geben, und zwar für den Ak-tionstag „Continental meets Leibniz-Universität“. Mathematik (und natürlich Sport) hat Slomka vor seiner Trainerlaufbahn nämlich mal studiert. Mit Conti-Vorstand Elke Strathmann (55) löste er vor 150 Studenten, Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern eine lange Rechenaufgabe. Es wurde wild subtrahiert und dividiert - alles gekoppelt mit kleinen Denkaufgaben, auch rund ums Thema Sport. „Es kommt bestimmt was mit 96 raus“, mutmaßte Slomka mittendrin. Das wäre wohl zu einfach gewesen, aber auf das korrekte Ergebnis kam der 46-Jährige trotzdem.

Danach gab der arbeitslose Fußballlehrer Autogramme und ließ sich mit Fans fotografieren - eigentlich fast alles so wie immer. Sein Tipp an die Studenten: „Genießen Sie ruhig ein Semester mehr, keine Eile.“ Unterrichtet hat er Mathe aber nie, „mal abgesehen von einem vierwöchigen Praktikum an einer Schule in Vahrenwald“, erzählte Slomka. Zu Hause wird jedoch das Einmaleins bis 100 gepaukt, damit schlägt sich sein Sohn Luk (8) gerade herum. Solche Momente genießt der Papa: „Ich habe die Familie gerade viel um mich herum, das war früher eher selten.“

Der 46-Jährige kümmert sich derzeit auch um sich selbst: „Ich komme von dem Druck und Stress runter. Das braucht aber so seine Zeit.“ Außerdem werde aufgearbeitet, was bei 96 nicht rund lief. Und auch, wie er es in Zukunft besser machen kann. Denn in Sachen Bundesliga und internationales Fußball will Slomka am Ball bleiben. Gespräche gebe es wohl, Angebote auch. Welcher Art? Da hält der Profi natürlich dicht. Einen „Arbeitsvertrag“ jedenfalls, den ihm ein Student für seine Freizeit-Sportmannschaft vorlegte, unterzeichnete Slomka lieber nicht. Zu viel Presse drum herum, da lehnte der Hannoveraner das Angebot lachend ab. Wir sind gespannt, auf welchem Zettel die Tinte dann wirklich trocknen darf.