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Leben in Hannover Tipps für den Streaming-Marathon zu Hause
Hannover Leben in Hannover

Silvester und Neujahr: Tipps für den Streaming-Marathon zu Hause

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16:20 31.12.2021
Quelle: Daniel Reinhardt
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Hannover

Noch sind ein paar Tage Zeit, um ausgiebig auf dem Sofa zu liegen und einen tollen Film nach der nächsten tollen Serie zu schauen. Die NP war auf allen möglichen Kanälen unterwegs und hat 18 Streaming-Tipps zusammengestellt. Von Fantasy über Historisches, von Action bis Romantik, von Doku bis Drama:

Aufräumen und Anschmachten

Josina Kelz: So fesselnd wie „Game of Thrones“ – nur romantischer: „Outlander“ (Netflix und Amazon Prime) erzählt die Geschichte der englischen Krankenschwester Claire, die nach dem Ersten Weltkrieg in einem schottischen Stein-Kreis durch die Zeit reist und im 18. Jahrhundert landet. Hier verliebt sie sich in den Highlander-Krieger Jamie und ist zwischen zwei Welten gefangen. Herzzerreißend dramatisch, historisch rau und eine bildgewaltige Liebeserklärung an Schottland und seine Geschichte.

Wem Marie Kondo zu spirituell ist, sollte „The Home Edit“ auf Netflix schauen. Darin helfen die sympathischen Aufräum-Expertinnen Joanna und Clea ihren Kunden beim Ordnung schaffen. Darunter sind auch prominente Klienten wie Reese Witherspoon oder Neil Patrick Harris. Das Risiko: Der Frühjahrsputz könnte schon im Januar stattfinden, denn die Aufräum-Leidenschaft ist ansteckend.

Es war der Netflix-Kracher zu Weihnachten 2020: „Bridgerton“ erschien am 25. Dezember und brach über die Feiertage Rekorde. Vergangenes Jahr konnten wir die Serie noch nicht empfehlen, ohne sie gesehen zu haben, nun aber von Herzen: Die Produktion spielt im Jahr 1813 im Leben der Londoner High Society. Die geheimnisvolle Lady Whistledown kommentiert das Geschehen, während sich Adelstochter Daphne und Herzog Simon ungeplant ineinander verlieben. Nicht nur die Kulissen und Kostüme zaubern Schmetterlinge in den Bauch.

Leiden und Lieben

Andrea Tratner: Die besten Geschichten schreibt immer noch das wahre Leben: „Maid“ ist eine Serie, die beim Streaming-Dienst Netflix gerade Rekorde knackt. Alex (Margaret Qualley) flieht mit ihrer dreijährigen Tochter (mega-süß: Rylea Nevaeh Whittet) aus einer toxischen Beziehung. Und startet eine Odyssee zwischen Frauenhaus und Behörden, Jobkrisen und Betreuungsproblemen. Die Story beruht auf der Autobiografie von Stephanie Land, die ihre Erfahrungen als alleinerziehende Putzfrau zur Bestsellerautorin machte. In der Serie taumelt Alex von einer Ausnahmesituation in die nächste, bis sie sich freischwimmt. Herrlich: Qualleys echte Mutter Andie MacDowell spielt ihre durchgeknallte Filmmutter!

Wunderbare Appetithäppchen findet man auf Amazon Prime bei zwei Staffeln „Modern Love“. Angelehnt sind die 30-Minüter mit wechselnden Themen und Personal an die wöchentliche Kolumne, die seit 15 Jahren in der New York Times erscheint. Alle Facetten der Liebe, hohes Star-Potenzial von Anne Hathaway bis Andy Garcia.

Was macht Covid-19 mit unserer Lieblings-Krankenhausserie? Die mutigen Macher von „Grey’s Anatomy“ haben in der 16. Staffel nicht die Augen vor der Realität verschlossen. Das Coronavirus grassiert in Seattle, wir bangen um das Leben von Hauptdarstellerin Meredith (Ellen Pompeo). Und beobachten Ärzte am Limit. Leben und Sterben in der Pandemie werden hier drastisch dargestellt.

Beatles und Bahnbrechendes

Stefan Gohlisch: Als wäre man dabei gewesen – und nach sechs Stunden des Guckens fühlt es sich auch an, als wäre man die ganze Zeit dabei gewesen: „Get Back“ (bei Disney+) heißt die überragende Dokumentation, die „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson aus größtenteils unveröffentlichtem Material über die Aufnahmen des letzten Beatles-Albums „Let It Be“ zusammenschnitt. Man sitzt mit John, Paul, Ringo und George zusammen im Studio, sieht einer zerstrittenen Gruppe Freunde zu, die sich noch einmal zusammenreißen, um ein letztes Mal ihre musikalische Magie zu wirken. Fabulous.

In einer US-amerikanischen Kleinstadt muss eine Polizistin einen Mordfall aufklären und sich ihren inneren Dämonen stellen. Die Krimihandlung ist in „Mare of Easttown“ (bei Amazon Prime und Sky) nur der Hintergrund, auf dem sich das Psychogramm eines Kaffs entfaltet. Und eine umwerfend uneitle Kate Winslet zeichnet in der Titelrolle das Bild einer Persönlichkeit voller Brüche und Glaubwürdigkeit.

Ein Genre-Tipp muss sein: „The Boys“ (bei Amazon Prime) nach den bahnbrechenden Comics von Garth Ennis und Darick Robertson spielt in bislang zwei Staffeln durch, wie es um Superhelden bestellt wäre, wenn es sie in einer so Social-Media-fixierten, kapitalistischen Verwertungsgesellschaft wie unserer gäbe. Das Ergebnis ist drastisch, bitterböse, oft sehr komisch und die präziseste Analyse der Fake-News-Ära in der Popkultur.

Liebesreigen und Lordschaften

Julia Braun: Bei einem Adventsessen mit der Großfamilie platzt die Lüge aus Johanne (Ida Elise Broch, Foto) heraus: Sie habe jetzt einen Freund, erzählt sie der staunenden Tischgesellschaft, und den werde sie zu Weihnachten mitbringen. Also hat der Dauersingle wenige Wochen Zeit, um der Familie zum Fest einen Mann zu präsentieren. Online-Flirts, Speeddating, Zufallsbekanntschaften: Die Krankenschwester probiert alles. Die norwegische Netflix-Serie „Weihnachten zu Hause“ ist durch und durch sympathisch und mehr als komisch – pures Wohlfühl-Bingen ist angesagt.

Wer die dänische Serie „Borgen“ (läuft bei Netflix) liebte, wird die sechsteilige Doku „Kevin Kühnert und die SPD“ (ARD-Mediathek) mindestens interessant finden. Drei Jahre lang, von der Hessenwahl 2018 bis zur Bundestagswahl, begleitete ein Kamerateam den damaligen Juso-Chef, war nah dran am politischen Alltag, dem Zusammenspiel mit den Medien, den Strippenziehereien unter Genossen. Spannend wie eine Serie!

Das Schicksal der britischen Adelsfamilie Crawley zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt die preisgekrönte Serie „Downton Abbey“. Die Ausstattung ist meisterhaft , allein der Vorspann ist ein Kunstwerk. Wir tauchen ein in das Leben von Ladys und Lords und ihrem Personal, feiern mit ihnen Hochzeiten und Erfolge, leiden mit ihnen im Ersten Weltkrieg, betrauern ihre Toten. Diese Serie kann man immer wieder schauen. Wie schön, dass es sechs Staffeln gibt!

Apokalypse und Atypisches

Mirjana Cvjetkovic: Mal ehrlich: Gibt es irgendwas im Zusammenhang mit Ihrem Smartphone, was Sie nicht nur in Verlegenheit bringen, sondern Ihnen richtig großen Ärger bereiten könnte? „Das perfekte Geheimnis“ (Amazon Prime) legt genau das nahe. Darin zeigt der Hannoveraner Regisseur Bora Dagtekin ein Meisterwerk in Sachen Offenbarung und Verheimlichen. Befreundete Pärchen legen beim Abendessen die Handys offen auf den Tisch. Bedingung: Anrufe werden auf laut gestellt, alle Nachrichten laut vorgelesen. In der Komödie nach italienischem Vorbild sind Wotan Wilke Möhring, Frederick Lau, Jessica Schwarz, Florian David Fitz und Elyas M’Barek vertreten – schon das macht sie sehenswert.

Im Netz wird er als der Christian Drosten von Hollywood gefeiert, in „Don’t Look Up“ (Netflix, Foto) spielt Leonardo DiCaprio den Wissenschaftler Dr. Randall Mindy. Der trifft trotz angekündigtem Horrorszenario und „Planetenkiller“ (Komet knallt in sechs Monaten auf die Erde und zerstört sie) bei politischen Entscheidern wie der US-Präsidentin (Meryl Streep) auf taube Ohren. Da war doch was ...

Viele kennen sie noch als Allison Jones in dem Thriller „Weiblich, ledig, jung, sucht“ von 1992, in der Dramedy-Serie „Atypical“ (Netflix) spielt Jennifer Jason Leigh die Mutter des autistischen 18-jährigen Sam. In der Coming-of-Age-Geschichte sorgt sie sich um das Liebesleben ihres Jungen, der sein Leben immer selbstbestimmter gestalten möchte.

Macht, Monster und Moneten

Maike Jacobs: Das Star-Wars-Universum dreht sich weiter, denn: Der berühmteste aller Kopfgeldjäger, Boba Fett, ist zurück. Und seine Geschichte fängt gerade erst an! Ganz aktuell ist bei Disney+ „Das Buch von Boba Fett“ herausgekommen. Es spielt nach den Ereignissen der zweiten Staffel der Star-Wars-Realserie „The Mandalorian“. Die Hauptrolle spielt wieder der neuseeländische Schauspieler Temuera Morrison, den wir als Boba und auch Jango Fett sowie als unterschiedliche Klonkrieger in verschiedenen Teilen erlebt haben. Das kann nur gut werden!

Auch erst kurz vor Weihnachten ist auf Netflix die zweite Staffel um Monsterjäger und Hexer Geralt von Riva herausgekommen. Bei „The Witcher“ kommen alle auf ihre Kosten, die mittelalterliche Fantasy in Kombination mit bitterbösen Intrigen und blutrünstigen Kämpfen und atemraubender Spannung lieben. Die faszinierende Welt des Hexers wird Sie garantiert in ihren unwiderstehlichen Bann ziehen.

In Hannover gab es zum Start der fünften Staffel über eine ganze Hauswand ein riesiges Wandbild von Luka Peroš, der in der Netflix-Serie „Haus des Geldes“ den Bankräuber Marseille spielt. Inzwischen ist das Bild übermalt – die Serie aber kann man immer noch genießen. Eins sei verraten: In der spannungsgeladenen Story gibt es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Das blutige Finale dann ist wieder hochemotional und voller dramatischer Überraschungen.

Von NP