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Leben in Hannover Seine Wunder-Wesen erobern New York
Hannover Leben in Hannover Seine Wunder-Wesen erobern New York
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22:16 16.12.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
COOLER TYP: Zum Gespräch mit der NP bringt Sebastian Maria Otto eines seinerbunten Bilder mit ins HeimW an der Theaterstraße.
COOLER TYP: Zum Gespräch mit der NP bringt Sebastian Maria Otto eines seiner bunten Bilder mit ins HeimW an der Theaterstraße. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover.

20 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. So lange ist es her, dass Sebastian Maria Otto (40) zuletzt in New York gewesen ist. Umso mehr fieberte der Künstler seinem Trip in den Big Apple entgegen. „Ich hatte nur einen Koffer mit Equipment dabei. Und das, was ich anhatte“, erzählt er der NP von seiner erlebnisreichen Reise.

Prompt wurde er Anfang November nach der Einreise am John-F.-Kennedy-Flughafen gefilzt, die Amerikaner können da durchaus streng sein. Warum er Holzdrucke, Pinsel und Farben im Koffer habe, wollte man von dem 40-Jährigen wissen. Will er etwa Geschäfte machen? „Die will ich verschenken“, erklärte der Tourist - und durfte gehen.

Für zehn Tage kam er in Queens bei einer Bekannten aus Burgdorf unter, dort lebt sie schon länger. „Ich habe nur kurz meine Sachen abgestellt und bin gleich los“, erinnert sich Otto. Er musste aber gar nicht weit laufen, um einen seiner Lieblingsplätze zu entdecken - das Dach des Hauses! „Da habe ich mich breit gemacht und jeden Tag ein Bild gemalt.“ Typische Sebastian-Maria-Otto-Bilder, zerbrechlich wirkende Wesen, immer bunt und mit hohem Wiedererkennungswert. Auf Pappe hat er die gemalt: „Bei uns vor der Haustür lag immer genug rum. Die Leute aus einem Geschäft haben jeden Abend das Zeug rausgestellt.“

Mit den fertigen Bildern ist er dann rüber nach Manhattan gefahren und hat sie an beliebten Orten deponiert. Im Central Park etwa - „da war ich zum ersten Mal“. Auf der Brooklyn Bridge, an U-Bahn-Stationen und der High Line in Chelsea, am Broadway und - logisch - im trendigen Szene- und Künstlerviertel SoHo. „Im MoMa war ich auch“, erzählt er und grinst. Ein guter Ort, das Museum of Modern Art zeigt schließlich die bedeutendste und einflussreichste Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst: „In der Eingangshalle habe ich ein Bild abgestellt.“

Immer mit drauf: ein Hashtag mit seinem Namen und der Aufruf „Support me“ - ,unterstützt mich‘. Clevere Strategie: „Und so einige Leute mehr folgen mir seitdem bei Instagram, Facebook oder Twitter.“

Auch Galerien sind auf den smarten Sonnyboy aus Hannover aufmerksam geworden: „Eine will meine Bilder in einer Gruppenausstellung im Frühjahr ausstellen“, berichtet der 40-Jährige. Stolz schwingt in seiner Stimme mit, ist ja auch kein Wunder: „Mal gucken, ob und wie es bei den New Yorkern ankommt.“

Mittlerweile fordern ihn auch Hannoveraner auf, seine Bilder in der Stadt abzustellen: „Einer hat gerade die Raschplatz-Hochbrücke vorgeschlagen.“ Gar keine schlechte Idee. Womöglich braucht er Unterstützung - „beim Shopping in New York habe ich meine Kreditkarte gecrasht“. New York eben.