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Leben in Hannover Reinhold Messner: Der "Halbaffe in den Bergen" wird 70
Hannover Leben in Hannover Reinhold Messner: Der "Halbaffe in den Bergen" wird 70
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19:01 15.09.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
ABENTEURER DURCH UND DURCH:Reinhold Messner liebt die Berge.Das ist mit 70 Jahren so.Und das war vor fast 70 Jahren auchschon so, als ihn seine MutterMaria unter den Fermeda-Türmenin Südtirol im Arm hält. Da warder kleine Reinhold gerade einmalneun Monate alt.Fotos: Archiv, privat
ABENTEURER DURCH UND DURCH: Reinhold Messner liebt die Berge. Das ist mit 70 Jahren so. Quelle: Peter Kneffel
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Herr Messner, jetzt ist es amtlich: Sie haben Mittwoch sieben Jahrzehnte voll. Alles geschafft, was Sie sich so vorgenommen hatten?
Ach, da gibt es viele Sachen, die nicht gelungen sind. Ich würde sagen zu zwei Dritteln bin ich zufrieden, bei dem letzten Drittel wird es schwieriger. Aber mit 70 ist das Scheitern auch nicht mehr wirklich ein Problem. Ich kann heute nicht mehr alles machen, für bestimmte Aktionen ist die Zeit einfach zu fortgeschritten.

Was fehlt denn noch auf Ihrer To-Do-Liste?
Ich habe keine To-do-Liste. Ich bin ein Mensch, der hat Visionen. Und wenn sie in mir explodieren, dann setze ich sie um.

Irgendeine aktuelle Vision?
In mir brodelt gerade eine Idee für einen Film.

Sie haben als Erster den Mount Everest ohne Sauerstoffflasche erklommen. Das war 1978. Was raubt Ihnen heutzutage den Atem?
Es gibt junge Kerle, die heute im Alpinismus tätig sind, die sind wirklich großartig ... Heutzutage bin ich von ganz anderen Dingen fasziniert, von meinem sechsteiligen Museum etwa.

Fantasieren Sie doch mal: Was wäre eigentlich gewesen, wenn es in Ihrem Heimattal doch einen Fußballplatz gegeben hätte?
Ach (lacht). Für einen Fußballer à la Philipp Lahm bin ich zu ungeschickt, den Kampfgeist eines Bastian Schweinsteigers habe ich vielleicht. Aber die ganz große Begeisterung für Fußball habe ich nie bekommen können, weil mir die Veranlagung fehlte. So war ich mehr der Halbaffe in den Bergen (lacht).

Ihr Buch „Über Leben“ ist gerade erschienen. Es ist ja mehr als eine Biografie, es sind 70 Botschaften über Geheimnisse, Glück, Gott und Gefühle. Ist an Ihnen eigentlich ein Philosoph verloren gegangen?
Ich bin kein Philosoph in diesem Sinne. In dem Buch geht es ja um Dinge, die ich primär erfahren habe. Ich hinterfrage mein Leben, meine Erfahrungen und das menschliche Dasein im Allgemeinen. Insofern ist doch jeder Mensch ein Philosoph.

Am 5. November sind Sie bei uns im Theater am Aegi. Was wollen Sie den Hannoveranern mit auf den Weg geben?
Ich werde auf die Bühne gehen und von meinen Erfahrungen erzählen. Ich habe ja schon die verrücktesten Dinge erlebt und überlebt. Und wen ich davon berichte, beame ich mich in die Situationen, dann stehe ich nicht auf der Bühne, sondern hänge in einer Gletscherspalte.

Sepp Maier, Uschi Glas, Gerhard Schröder und Costa Cordalis sind alle ihr Jahrgang - was haben Sie gemeinsam?
Wir sind alles deutsch sprechende Menschen, die das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt haben. Wir sind alle Kriegskinder, die alle den Mut hatten, ihr Leben zu leben und vor allem so unverwechselbar zu leben.

Am 5. November (20 Uhr) kommt Reinhold Messner ins Theater am Aegi. Karten gibt es für 34,90 und 40,90 Euro - auch im NP-Ticketshop.