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Leben in Hannover Rasante Fahrt in ein neues Leben
Hannover Leben in Hannover Rasante Fahrt in ein neues Leben
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15:39 04.02.2014
STARKES DUO: Hannovers Sat.1-Moderator Marco Heinsohn (rechts) und sein Kompagnon Joachim Franz. Ihr Wissen in Sachen Lebenswandel geben sie in Seminaren an andere weiter.
STARKES DUO: Hannovers Sat.1-Moderator Marco Heinsohn (rechts) und sein Kompagnon Joachim Franz. Ihr Wissen in Sachen Lebenswandel geben sie in Seminaren an andere weiter. Quelle: Behrens
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Ach ja, der liebe Schweinehund: Mehr Sport machen? Sich gesünder ernähren? Auf Alkohol verzichten – und auf Zigaretten sowieso? Da finden sich bestimmt einige wieder, die sich was vorgenommen (gern an Silvester) und dann doch verworfen haben.
Sat.1-Moderator Marco Heinsohn (44) und sein Kumpel Joachim Franz (53) geben seit kurzem in Seminaren
ihre Erfahrungen mit einem Neustart im Leben weiter. „Ich habe bei 1,78 Meter gut 100 Kilo gewogen“, erinnert sich Heinsohn an seine Jugendjahre, „irgendwann wollte nicht ich aber nicht mehr der kleine, lustige Dicke sein.“ Er trieb Sport und machte seinen Körper fit. 1992 veränderte sich Heinsohn beruflich – seinen Arbeitsplatz bei der Bank gab er nach einem Praktikum beim Radio auf. Wohl die richtige Wahl – er war in Berlin bei Sat.1 und beim DSF in München und moderierte bei Radio ffn.
Dann der private Hammer, die Trennung von seiner ersten Frau. Drei Jahre lang hat der zweifache Vater gemerkt, „dass es nicht mehr geht. Aber ich hatte Angst, meine Kinder zu verlieren.“ Das passierte aber nicht, er ist auch wieder glücklich verheiratet. Es folgte schließlich eine Begegnung mit Joachim Franz im Fernsehstudio von Sat.1 am Steintor. Auch der hat in Sachen Lebenswandel eine beeindruckende Geschichte zu erzählen. Mögliche Überschrift: „Vom VW-Schichtarbeiter zum Extremsportler mit Bundesverdienstkreuz.“
Irgendwann merkte der Wolfsburger Franz, dass er seine Träume verschlief: „Ich habe jeden Tag mein Ich im Spind abgegeben und nach Feierabend abgeholt.“ Die Schichtarbeit machte ihm zu schaffen: Verlust von Freunden, „ein Lebens- und Aktionsradius, der gleich null war“, Stillstand der geistigen Entwicklung. Kurzum: „Ich bin immer träger geworden.“ Franz sah ein, dass die Geborgenheit, in der er sich wähnte, eine falsche war.
Innerhalb weniger Monate speckte er 48 Kilo ab, rauchte nicht mehr, verzichtete auf Fleisch, Kaffee und Süßes und trieb Sport wie ein Wahnsinniger. „Mit 115 Kilo habe ich mich beim Marathon angemeldet, angetreten bin ich 72 Kilo.“ Er brauchte nur 3:09 Stunden. VW machte ihn zum Gesundheitsbeauftragten im Unternehmen, er mutierte zum Abenteurer: „Ich bin mit dem Mountainbike durch die Sahara gebraten.“ Als Erster wohlgemerkt – und für den guten Zweck: Die 6500 Kilometer legte er zu Gunsten der Deutschen Aids-Stiftung zurück, Aufklärung liegt ihm am Herzen.
Dafür erklomm er den Kilimandscha-ro, radelte von Alaska nach Feuerland (23 000 Kilometer in 36 Tagen) und lief durch die Townships von Südafrika. Mit seinem Schweinehund kämpft Franz, der mittlerweile selbstständiger Coach ist, aber immer noch: „Jeden Morgen, vorm Laufen.“ Aber er hat einen Weg gefunden, ihn auszutricksen. Alle Achtung – und schön, dass das Duo Heinsohn/Franz auch andere motiviert.