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Leben in Hannover Wieso duzen Sie jeden Gast, Priscilla Papa?
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Priscilla Papa von "Da Priscilla" an der Gehägestraße im Interview

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09:51 12.01.2022
Seit zwölf Jahren in Groß-Buchholz: Priscilla Papa vom „Bistrorante da Priscilla“.
Seit zwölf Jahren in Groß-Buchholz: Priscilla Papa vom „Bistrorante da Priscilla“. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Seit zwölf Jahren sorgt Priscilla Papa (38) im „Da Priscilla“ für gute Laune. Ihr Kollege Gualtiero Ruggeri vom „Da Lello“ hatte ihr damals den Tipp gegeben, dass das Lokal frei stand. Heute hat sie einen treuen Gästestamm, der vor allem zwei Dinge schätzt: die frische, italienische Küche und Priscillas kecke Art.

Ihr Bistrorante „Da Priscilla“ liegt in der Gehägestraße etwas versteckt in den Wohnkomplexen eines renovierten Krankenhauses. Herrscht hier ein bisschen WG-Charakter?

Hier kennt man sich. Bei uns haben sich tolle Gruppen gebildet, alle sind ganz unterschiedlich, passen aber prima zusammen. Die hätten sonst nie zueinander gefunden. Ich verwickle die Gäste aber auch gern in Gespräche.

Was hat sich durch Corona verändert?

Ich habe eine sehr harte Tür, sagt man (lacht). Ich bin eben sehr streng mit meinen Corona-Regeln. Es gibt viele Gäste, die Angst haben. Und deswegen sind viele Dinge in letzter Zeit weggefallen. Man umarmt sich nicht mehr so viel. Wir konnten unser Zehnjähriges vor zwei Jahren nicht feiern und ich kann natürlich auch nicht alle Tische belegen, sondern lasse immer einen Tisch frei. Manchmal habe ich gedacht, es wäre besser gewesen, sie hätten die Gastronomie wieder ganz dicht gemacht. Uns wird viel abverlangt. Wir sollen immer alles frisch und die ganze Karte vorrätig haben, sollen Lieferservice anbieten und dürfen vor Ort nur 70 Prozent belegen. Das muss man erst einmal alles schaffen. Aber nach Corona gibt es eine große Party. Darauf freue ich mich jetzt schon.

An Ihren Wänden hängen Bilder von Gästen und Ihnen im 20er-Jahre-Look. Wo sind sie entstanden?

2017 hatten wir das Lokal renoviert. Ich hatte alle alten Bilder rausgeschmissen und wollte etwas Neues haben. Also habe ich eine „Gatsby“-Party geschmissen und eine Fotografin engagiert, die meine Gäste und uns portraitiert hat.

Hübsche Tischdeko: 2017 wurde das Restaurant renoviert. Quelle: Nancy Heusel

Wohnen Sie auch hier auf dem Gelände?

Im Moment noch, ja. Aber wir haben gerade ein Haus gekauft und ziehen weg. Das ist auch gut so, weil wir hier nie wirklich privat sind. Der Arbeitsweg ist zwar kurz, aber es ist auch schön, wenn man etwas für sich sein kann.

Ihr Laden heißt Bistrorante – was verbirgt sich dahinter?

Wir hatten mit einem Bistro und Feinkost angefangen. Dann haben wir schnell gemerkt, dass das Hauptaugenmerk der Gäste auf der Küche liegt. Natürlich kommt bei uns Restaurantqualität aus der Küche, aber ich mag die Bistro-Atmosphäre lieber. Hier wird auch jeder geduzt, egal, was er macht oder woher er kommt. Oder ob es ihm gefällt oder nicht (lacht). Ich sag immer, wenn Sie es gediegen oder ruhig wollen, dann müssen Sie woanders hingehen. Ich bin ein lauter und lebhafter Mensch. Ich habe gerne Spaß mit meinen Gästen.

Was verbirgt sich hinter Ihrem „Italo-Döner“?

Der Italo-Döner ist entstanden, weil die Geschäftsleute in der Gegend mittags nicht immer nur Pizza und Pasta essen wollten. Also habe ich den Pizzateig etwas länger geformt und ihn mit frischem Roastbeef, Kräutermarinade, Rucola und Parmesan belegt. Das schmeckt fantastisch und ist zu einem absoluten Liebling geworden. Nicht nur zum Abholen.

Die Vitrine: Vor Corona hatte das Lokal rund 100 Veranstaltungen im Jahr. Quelle: Nancy Heusel

Haben Sie ein Lieblingsgericht der Kindheit?

Risotto. Ich liebe Risotto. auf jede erdenkliche Art und Weise. Das kann ich zu jedem Gericht essen. Für meine Kinder mache ich manchmal ein Risotto mit Wachtelbohnen. Habe ich sogar auch schon mal hier gekocht. Ein bisschen Wachtelbohnen, Rinderbrühe, Risottoreis, Knoblauch, Parmesan und fertig. Manchmal sind es die einfachen Sachen, die die besten sind. So wie ein frische Tomatensauce, die setzen wir jeden Tag frisch an, bevor wir einkaufen fahren und dann köchelt die vor sich hin. Wenn wir wieder kommen, muss ich erstmal einen Löffel probieren. Ich liebe das.

Priscilla Papa

*16.11.1983 in Gummersbach. Mit 15 beginnt sie eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Süddeutschland. Mit ihrem ersten Mann, mit dem sie einen 18-jährigen Sohn hat, zieht sie zunächst nach Uelzen, mit ihrem jetzigen Mann später nach Hannover und eröffnet vor zwölf Jahren das „Da Priscilla“ (Gehägestraße 22b, Telefon 0511/45913666, geöffnet montags bis freitags 11.30 bis 14.30 und 18 bis 21 Uhr, am Wochenende geschlossen). Mit ihm hat sie einen sechsjährigen Sohn. Infos unter www.da-priscilla.de

Ihr Bistrorante eignet sich mit Terrasse, Hochtischen, und der Aufteilung für Geburtstage oder kleine Feiern, wird es dafür gut angenommen?

Ja. Vor Corona haben wir rund 100 Veranstaltungen pro Jahr gehabt. Deswegen ist auch auch Samstag und Sonntag geschlossen. Viele Gäste haben das nie verstanden, aber wenn man an drei von vier Samstagen im Monat geschlossene Gesellschaften hat, dann braucht man am vierten nicht öffnen, weil dann auch keiner mehr kommt. Wir kochen auf Anfrage übrigens auch bei den Leuten zu Hause.

Der Gastraum: Derzeit lassen die Wirtsleute jeden zweiten Tisch frei. Quelle: Nancy Heusel

Wie würden Sie Ihre Karte beschreiben?

Fisch und Fleisch sind schon die Steckenpferde unseres Kochs Mimo. Er ist seit dem ersten Tag bei uns. Seine Gerichte sind durch die Bank weg klasse. Das Vitello Tonnato wird gern gegessen, auch der Meeresfrüchte- und Oktopus-Salat. Wir kaufen für „Da Priscilla“ jeden Tag frisch ein und gestalten danach die Tageskarte. Auf der regulären Karte findet man nur die Klassiker wie Pizza und Pasta, auf der Tageskarte die saisonalen Gerichte oder Spezialitäten. Manchmal rufen unsere Gäste an und reservieren sich manche Speisen für den Abend, wie den Steinbutt.

Wo gehen Sie gern essen, wenn Sie mal frei haben?

Ins „Tresor“ nach Isernhagen. Der Cousin meines Mannes Claudio ist dort Restaurantleiter und unser sechsjähriger Sohn liebt das Sushi dort. Vor allem die Lachs-Fischstäbchen mit Kartoffelpüree und Gurke-Maki. Er isst dort immer alles auf. Ansonsten genießen wir die Zeit mit der Familie und sind gern zu Hause.

Von Luisa Verfürth