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Leben in Hannover Papenburg: Zum 75. lässt er es krachen
Hannover Leben in Hannover Papenburg: Zum 75. lässt er es krachen
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00:25 30.05.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
HERR DER BAUGERÄTE:Auf die Hanomag-Planierraupe (K 55, 40 Jahre alt, steht auf demFirmengelände in Anderten) istGünter Papenburg besonders stolz.
HERR DER BAUGERÄTE: Auf die Hanomag-Planierraupe (K 55, 40 Jahre alt, steht auf dem Firmengelände in Anderten) ist Günter Papenburg besonders stolz. Quelle: Dröse
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Hannover.

Wenn er lacht, verwandeln sich seine Augen in Schlitze, drumherum kräuseln sich Fältchen. Es ist ein verschmitztes Lachen, das Günter Papenburg an den Tag legt. Am 29. Mai kann er das 24 Stunden umhertragen - der Bauunternehmer wird nämlich 75 Jahre alt! Die NP wünscht alles Gute zum Geburtstag.

Wünsche hat er keine. Jedenfalls keine persönlichen. Anderen zu helfen - vor allem Kindern („ich habe schon viel Armut gesehen“) -, liegt dem dreifachen Vater und neunfachen Opa (die Enkel sind zwei bis 18 Jahre) aber am Herzen. „Deswegen bitte ich um Spenden für karitative Einrichtungen.“

Auch wenn er als vermögender Mann gilt, ist Papenburger kein Protzer. „Wir sind sehr bescheiden in der Familie. Vielleicht ist das unser Erfolg.“ In der 50-jährigen Unternehmensgeschichte hat es seine Firma auf 3000 Mitarbeiter an 114 Standorten gebracht: „Unser System ist in Deutschland einmalig“, erläutert er in seinem Anderter Büro, ohne auch nur im Ansatz überheblich zu wirken. Es funktioniert quasi als Kreislauf - vom Rohstoff über Baustoff, in die Baustellen rein bis zur Entsorgung, so das Prinzip.

Papenburg steckt gerne Geld ins Unternehmen, „ich bin nicht so für Altes, sondern für modernste Produktionsstätten und Geräte.“ Im persönlichen Bereich hat er nichts gegen „gutes Essen und Wein“. Vor allem auf die Kochkünste seiner Frau Hannelore (75) steht er, „sie kocht hervorragend.“ Wenn es etwas Außerhäusiges sein soll, kehrt der 96-Fan gerne in der Gastwirtschaft Wichmann ein. „Aber ein Feinschmecker oder so bin ich nicht.“ Bodenständig ist der Baulöwe, „Unternehmer zu sein, heißt auch zu verzichten“, betont er. Das hat er vor allem in jungen Jahren getan: „Urlaub und Freizeit muss man vergessen, wenn man anfängt.“

Heißt: Ausgiebige Reisen gab es nicht. Aber: „Wir haben Zeit in Niedersachsens Sandgruben verbracht“, erzählt Papenburg und lacht. „Die Kinder konnten im Sand spielen und ich meinen Interessen in Sachen Kies nachgehen. Gemerkt haben sie das nicht.“ Das kam später: alle drei, Karin (48, Geschäftsführerin), Angela (45, Technik, EDV, Immobilien) und Klaus (43, operatives Geschäft) arbeiten in der Firma. „Als Vater bin ich froh, dass sie sich dafür begeistern und es fortführen. Sie sind meine wichtigsten Mitarbeiter.“ Bei Papenburg und seinem Vater hat das damals nicht geklappt, „daraus habe ich meine Lehren gezogen.“

Und die vielen Enkel, stehen die auch schon bereit? „Ich bin guter Dinger, sie sind tüchtig in der Schule. Und haben bessere Zeugnisse als ich.“ Er lacht. „Stundenlanges Büffeln war nicht so mein Ding. Statt Schularbeiten zu machen, war ich lieber auf dem Sportplatz.“ Sportliche Ansichten, die er so hat(te).

Endlich gibt es doch etwas, wofür er gerne die Kreditkarte zückt: Einmal im Jahr, immer Weihnachten und Silvester, fährt der Clan nach Seefeld in Tirol, „das machen wir seit 40 Jahren.“

Anlässlich seines Geburtstages lässt er es auch Freitag krachen: 500 Gäste sind zum Galaabend in seine Kiesgrube Negenborn geladen - Weggefährten, Partner, (politische) Freunde, die ihm im Leben wichtig waren. „Wenn ich feiere, dann ordentlich. Das muss in Erinnerung bleiben.“ Wird es bestimmt, ein Stargast wird erwartet - wer, verrät er nicht. Da Papenburg kein Egoist ist, legt er noch zwei Tage drauf: Sonnabend feiert er den „Tag der Mitarbeiter“ („Auf sie bin ich stolz“) und am 1. Juni den „Tag der offenen Tür“. Die Firma feiert nämlich auch 50-jähriges Jubiläum. Besucher sind willkommen - viel Spaß!