Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Die Ernte war mau? Diese Gartenbücher verraten, wie es besser geht
Hannover Leben in Hannover

Neuerscheinungen: Die Gartenbücher 2021

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:17 07.10.2021
Neuerscheinungen: 2021 hat jede Menge neue Gartenbücher hervorgebracht.
Neuerscheinungen: 2021 hat jede Menge neue Gartenbücher hervorgebracht. Quelle: Verlage
Anzeige
Hannover

Wer gut vorbereitet in die nächste Gartensaison geht, der hat umso länger was davon. Denn mit der richtigen Planung lässt sich die Erntezeit ausdehnen und der Ertrag steigern. Um das nötige Wissen anzueignen, ist jetzt die beste Zeit: mit den neusten Gartenbüchern vor dem Kamin. Gartenarbeit kann so gemütlich sein!

Für alle ist etwas dabei: für nachhaltige Gärtnernde, für Anfänger, für Bastler, für Kleingärtnerinnen. An die Bücher, fertig, los!

Für Nachhaltige

Deborah und Florian Hucht: „Alles auf Grün“, EMF, 144 Seiten, 18 Euro.

Buch Quelle: EMF

Die Autoren: Das Hamburger Ehepaar ergatterte vor fünf Jahren nach langer Suche einen Kleingarten. Ihr Grundsatz: „Jedes noch so kleine grüne Fleckchen zählt!“ Und: „Balkone, Baumscheiben und (Klein-)Gärten lassen sich mit nur wenig Aufwand in wertvolle Flächen für den Klimaschutz verwandeln.“ Seit Beginn ihres Kleingärtnerlebens teilen die beiden ihr Wissen auf dem Blog www.einstueckarbeit.de und in ihrem Podcast.

Das Buch: Was bedeutet eigentlich nachhaltiges Gärtnern? Jedenfalls nicht, den Garten sich selbst zu überlassen, sondern „in freundschaftlicher Nachbarschaft mit Tieren und anderen Organismen zu leben und zu gärtnern“, so beschreiben es die Autoren. Dafür gibt es viele Gründe: die Artenvielfalt fördern, den CO2-Ausstoß verringern, den Klimawandel verlangsamen und nicht zuletzt Geld sparen. Das Buch liefert viel Wissen und Tipps, wie das funktioniert. Zum Beispiel durch einfach hergestellten Dünger (unter anderem aus Kaffeesatz), selbst gebaute Wurmkisten oder Bienentränken.

Im Schrebergarten: Autoren-Ehepaar Deborah und Florian Hucht. Quelle: EMF/Robert Schlossnickel

Der Tipp: Eine Wildblumenwiese aussäen, zumindest in einer kleinen Ecke des Gartens. Denn diese Wiese ist ein Schlemmerbüfett für Insekten – und die brauchen wir für die Bestäubung!

Für Wissbegierige

Wolfgang Kawollek: „Das große Ulmer Gartenbuch“, Ulmer, 608 Seiten, 28 Euro.

Der Autor: Wolfgang Kawollek wurde für das Nachschlagewerk mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet. Im Januar ist es erschienen, mittlerweile gibt es die sechste Auflage. Kawollek ist ehemaliger Technischer Leiter der Botanischen Lehr- und Versuchsanlagen der Universität Kassel.

 Das Buch: Der Titel verrät es schon – dieses Buch ist ein dicker Schinken und liefert Wissen von A bis Z. Das ideale Nachschlagewerk für Gartenbesitzer. Es liefert einen Überblick über Kübel- und Balkonpflanzen, Obst, Gemüse und Kräuter, Gehölze und Blumen. Neubesitzer erfahren, wie sie einen Garten anlegen, sogar was sie mit dem Baugrubenaushub machen können. Und der Gartenteich bekommt auch ein eigenes Kapitel. Hannoveraner freut es besonders: Die Herrenhäuser Gärten finden auch Erwähnung.

Der Tipp: Laut Kawollek ist Rasensprengen Wasserverschwendung und nicht effektiv. Denn der Großteil des Wassers verdunste, der Rest erreiche keine Tiefe. So verfilzt der Rasen schneller und wird noch empfindlicher gegen Austrocknen. Besser: kräftig und durchdringend wässern.

Für Anfänger

„So geht Garten“, DK-Verlag, 255 Seiten, 19,95 Euro.

Die Autoren: Das Buch fasst Wissen aus mehreren im Verlag erschienenen Werke zusammen, überwiegend aus der Reihe „Besser gärtnern“. Um ein paar Autoren zu nennen: Phil Clayton, Jo Whittingham, Jenny Hendy.

Buch Quelle: Verlag

Das Buch: Das ideale Einsteigerwerk. Das Versprechen: „Einen Garten anzulegen, den Sie genießen und der das ganze Jahr gut aussieht, ist leichter, als Sie denken!“ Das Buch beginnt mit den ersten Schritten im eigenen Garten. Welche Rolle spielt die Himmelsrichtung? Wie gut ist mein Boden? Wie wähle ich Pflanzen aus, wie setze ich sie in die Erde und wie verlege ich einen Rasen? Für jedes Thema gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern, mehr als 500 farbige Abbildungen sind es insgesamt. Sehr angenehm zu lesen und einfach zu verstehen.

Der Tipp: So können Sie Ihren Boden ganz einfach bestimmen. Nehmen sie ein Häufchen Erde in ihre Hand. Pressen Sie diese zusammen und lockern Sie Ihren Griff wieder. Zerfällt die Erde, ist Ihr Boden sandig. Lässt Sie sich hingegen formen, hat sie einen hohen Tonanteil. Der ideale Boden ist eine Mischung aus beidem.

Für Bastler

Mirko Simon: „Der DIY Garten“, Epubli, 153 Seiten, 29,99 Euro.

Der Autor: Mikro Simon hat sein Buch als unabhängiger Autor über die Online-Plattform Epubli selbst veröffentlicht. In dem Werk stecken viele liebevolle Schwarz-Weiß-Illustrationen von Denise Gahn, auf Fotografien haben sie verzichtet – was dem Buch keineswegs schadet. Ganz im Gegenteil, es wirkt besonders persönlich.

Buch Quelle: Verlag

Das Buch: Der Autor beschreibt sein Ziel so: „Wer gern bastelt, dekoriert und es liebt, kleine Heimwerker-Projekte selbst in die Hand zu nehmen, findet hier Anleitungen und viele kreative Ideen.“ Denn das Selbermachen bringe Spaß, spare Geld und schaffe Gemeinschaft mit der Familie. Und nachhaltig kann es auch sein: Simon stellt nicht nur DIY-Projekte (do it vourself, zu Deutsch: mach es selbst!) vor, sondern auch Upcycling. Heißt: Statt alte Materialien wegzuwerfen, bekommen sie eine neue Verwendung. Alte Europaletten lassen sich zum Beispiel zu einem Hochbeet umfunktionieren. Falls Sie sich nun fragen: „Woher haben die Leute immer ihre Paletten?“ Dazu gibt es auch eine Seite.

Der Tipp: Eine alte Dachrinne mit Kräutern bepflanzen.

Für Ruhesuchende

„Mein Wohlfühlgarten“, DK-Verlag, 224 Seiten, 19,95 Euro.

Die Autoren: Journalistin und Gartenbauwissenschaftlerin Zia Allaway, Gartenarchitekt Matt Keightley, Gartenjournalistin Annie Gatti und Professor Alistair Griffiths.

Buch Quelle: Verlag

Das Buch: „Mein Wohlfühlgarten“ verbindet neuste wissenschaftliche Kenntnisse, von Griffiths höchstpersönlich gesammelt, mit Gartenpraxis und einem toll illustrierten, leicht verständlichen Buch. Schon das Lesen ist Balsam für die Seele. „Gärtnern hält fit und tut gut“, und „Ihr Garten kann alles heilen“ lauten die Thesen. Ein sehr spannender Ansatz, der beschreibt, wie sich das Maximale aus den positiven Effekten der Gartenarbeit auf Geist und Körper herausholen lässt. Welche Pflanzen filtern Schadstoffe und dienen als Lärmschutz? Wie kann ich besonders achtsam gärtnern und mich durch die Wirkung von Vogelgesang und Wasser erholen? Das Buch liefert Infos über Heilpflanzen oder Pflanzen für Allergiker,

Der Tipp: Setzen Sie im Garten gezielt duftende Pflanzen ein. Deren Aroma hat eine Wirkung: Lavendel zum Beispiel lindert Stress und verbessert die Konzentration.

Für Kleingärtnerinnen

Jana Henschel und Ulrike Schacht: „Gartenglück – Zu Hause im Schrebergarten“, Callwey, 160 Seiten, 20 Euro.

Die Autorinnen: Jana Henschel ist Reporterin beim Lifestyle-Magazin „Bild der Frau“ – entsprechend sind ihre Texte witzig, unterhaltsam, auf den Punkt geschrieben. Und auch bei der Optik war ein Profi am Werk: Ulrike Schacht, ebenfalls Hamburgerin, fotografiert als Selbstständige unter anderem für das Magazin „Spiegel“.

Das Buch: „Gartenglück“ beginnt mit einem Foto der beiden Frauen vor Henschels Laube in Hamburg – und einem kolumnen-ähnlichen Vorwort. „Eine Sehnsucht wächst im Land: die nach Dreck unter den Nägeln“, heißt es da. In der Tat gibt es einen neuen Hype um Schrebergärten. Die Autorinnen wissen: Die meisten Kleingärtner sind weiblich – 16 von ihnen besuchen sie in ganz Deutschland, um deren Gärten zu zeigen und sich Tipps sowie Inspirationen zu holen.

Der Tipp: Wie bekomme ich eine der begehrten Gartenlauben? Kleingärtnerin Simone Fürst aus Braunschweig rät: „Bewirb dich im November beim Verein, wenn kein Mensch Lust auf Garten hat.“

Für reiche Ernte

Sandra Jägers: „Ernte gut, alles gut!“, EMF, 143 Seiten, 18 Euro.

Die Autorin: Sandra Jägers teilt seit 2012 ihr Gartenwissen und ihre Erfahrungen auf ihrem Blog www.grüneliebe.de. Außerdem hat sie das Unternehmen „Miss Greenball“ gegründet, mit dem sie in Handarbeit gefertigte Samenbomben vertreibt.

Das Buch: „Ernte gut, alles gut!“ führt die Leser durch das Gartenjahr. Jeder Jahreszeit widmet die Autorin ein Kapitel und beschreibt, was in der jeweiligen Saison zu tun ist. Sie erklärt, welche Vorteile Hochbeete, Frühbeete und Gewächshäuser haben, wie sich die Saison verlängern lässt und wie Gärtner und Gärtnerinnen das Beste aus Tomaten, Gurken und Co rausholen. Jede Seite ist mit ausführlichen und detaillierten Fotografien gestaltet – und Blogger wissen bekanntermaßen, wie man gut fotografiert und ansprechend gestaltet. Tabellen, Kalender und Listen machen es dem Leser leicht.

Der Tipp: Um möglichst viel zu ernten, empfiehlt Jägers Gemüsearten, die besonders viel Ertrag versprechen. Dazu zählen unter anderem die Gurke „Vorgebirgstraube“, die Tomatensorten „Green Zebra“ und „Ruthje“, außerdem die Zucchini „Black Beauty“.

Für Reisende

Anja Birne und Marion Nickig: „Das große Buch der Gärtnerinnen und Gärtner“, Callwey, 256 Seiten, 39,95 Euro.

Die Autorinnen: Anja Birne ist erfolgreiche Gartenbuchautorin, Marion Nickig renommierte Fotografin.

Buch Quelle: Verlag

Das Buch: Birne und Nickig widmen den interessantesten Garten-Experten und Gärtnereien in Deutschland, Schweiz und Österreichs ein Buch, sie nehmen die Leser mit auf eine spannende Reise. Es geht zum Beispiel zu „Kakteen Haage“ in Erfurt, gegründet im Jahr 1685. Zwei der porträtierten Gärtnereien liegen unweit von Hannover: „Farnkraut Ingo Danielsen“ und „Stauden Junge“, beide in Hameln. Allen Unternehmen ist eine Doppelseite gewidmet – inklusive Ausflugstipps. Und am Ende gibt es noch eine Übersicht zu Gartenmärkten, Adressen von Saatgut-Tauschbörsen, einen Überblick zu Vereinen und Gesellschaften, Museen, Gartenschulen und mehr. Für Hannover empfehlen die Autorinnen die Pflanzentage im Stadtpark, auf dem Rittergut Remeringhausen (Kreis Schaumburg) gibt es auch eine solche Veranstaltung. Zurecht!

Der Tipp: Disteln sind als Unkraut verschrien – dabei sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln, mahnt Gärtnerin Ulrike Bosch aus dem Allgäu. Deshalb: Disteln im Garten für eine ansprechende Optik mit zarten Gräsern und wilden Blütenstauden kombinieren. Tipp der Expertin: „Vor allem die südafrikanische Purpurdistel Berkheya purpurea weiß sich eindrucksvoll mit weißlich-violetten Blüten und stacheligem Silberlaub in Szene zu setzen.“ Merken wir uns!

Von Josina Kelz