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Leben in Hannover NKR-Fest: Applaus für eine Kämpferin
Hannover Leben in Hannover NKR-Fest: Applaus für eine Kämpferin
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12:14 01.07.2013
HOHER BESUCH BEI DER GALA: Erbprinz Ernst August von Hannover lobte denselbstlosen Einsatz von NKR-Chefin Marlena Robin-Winn (links). AuchSozialministerin Cornelia Rundt zählte zu den Gästen.
HOHER BESUCH BEI DER GALA: Erbprinz Ernst August von Hannover lobte denselbstlosen Einsatz von NKR-Chefin Marlena Robin-Winn (links). AuchSozialministerin Cornelia Rundt zählte zu den Gästen. Quelle: Droese
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Hannover

Marlena Robin-Winn (66) ist eine Kämpfernatur. Auf ihrem Erfolg möchte sich die Geschäftsführerin des Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Registers (NKR), nicht ausruhen. Denn noch immer wird in Deutschland alle 45 Minuten die Diagnose Leukämie (Blutkrebs) gestellt - sie ist die häufigste Krebsart bei Kindern. Der Kampf muss weitergehen. Gemeinsam geht das besser. Daher haben das NKR und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) bei einer Gala im Schloss Herrenhausen ihre Kooperation bekannt gegeben. Es gab viele Gründe zu feiern: Der 250000. potentielle Spender und der 1000. tatsächliche Spender wurden geehrt. „Unsere Arbeit ist ein großer Erfolg“, sagte Robin-Winn, die außerdem viele Glückwünsche, Bussis und Umarmungen zu ihrem 66. Geburtstag bekam.

Foto: Rainer Dröse

Das fanden auch die prominenten Gäste, die die Lebensleistung der NKR-Chefin würdigten, darunter Hannovers Volksbank-Chef Jürgen Wache (52), Andor Izsák (68) von der Seligmann-Stiftung, Kartenlegerin Sylvie Kollin (63), Bürgermeister Bernd Strauch (63) und viele mehr. „Ihr selbstloser Einsatz für andere Menschen ist eine tolle Sache. Wenn ich von Leukämiefällen höre, berührt mich das immer“, sagte Erbprinz Ernst August von Hannover (29), der als Ehrengast teilnahm. „Wenn man die Gelegenheit hat, so etwas zu unterstützen, dann sollte man das machen.“ Auch Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (60) ist von Robin-Winn begeistert: „Ihre Tätigkeit zeugt von menschlichem und fachlichem Niveau. Sie kann andere Menschen auf professionelle, aber nicht gewinnorientierte Art erreichen.“

Viele der Gäste kennen aus ihrem persönlichen Umfeld Fälle von Leukämie, darunter auch Professor Erich Barke (66), Präsident der Leibniz-Universität: Sein Vater hatte eine Art Blutkrebs, ist auch daran gestorben. „Es muss offener über die Krankheit gesprochen werden“, meinte Barke. „Es müssen noch mehr Spender werden.“ OB-Kandidat Stefan Schostok (49) ist schon lange in der NKR-Datenbank registriert und würde sich freuen, wenn er mal spenden dürfte. „Ein Freund hatte Leukämie. Da war es nötig, aktiv zu werden.“

Wie sich Blutkrebs anfühlt, wusste auf der Gala aber kaum einer besser als Andreas Kern (40): Der Krankenpfleger aus Langenhagen war 2005 erkrankt. „Erst dachte ich, es sei eine verschleppte Grippe.“ Dann wurden katastrophale Blutwerte festgestellt. Eine schlimme Zeit: Drei Chemotherapien hat er hinter sich. „Nach der Diagnose rückte vieles in den Hintergrund.“ Das Krankenhaus, in dem Kern arbeitete, startete eine Typisierungsaktion. Doch erst eine Stammzellspende seiner Mutter hat ihm das Leben gerettet.