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Leben in Hannover So wird Kunst für Kinder spannend
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Museum Hannover: So wird Kunst für Kinder spannend

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07:02 21.09.2021
in der Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum.
in der Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Die Geschichte hinter den Kunstwerken: Unbedingt wollte die Künstlerin Aiga Rasch Cover für die Buchserie der „Drei ???“ malen. Sie bot dem Kosmos-Verlag sogar an, auf ihr Honorar zu verzichten, wenn der Entwurf nicht gefalle. Die Verlagsleitung schlug ein: Von 1970 bis 1999 illustrierte Rasch über 100 Cover und bestimmte so das Design der Reihe über die Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews aus Rocky Beach: farbenprächtige Bilder, eingebettet in einem schwarzen Rand – das war in den 1970er Jahren im Kinderbuchbereich eine Sensation. Der Wiedererkennungswert der Reihe ist bis heute ungebrochen.

Bis 23. Januar zeigt das Wilhelm-Busch-Museum eine Auswahl der Cover und Vorab-Entwürfe. Die sind spannend, da die Kinder daran sehen können, wie intensiv sich Aiga Rasch mit den Geschichten beschäftigt und ihre Motive erarbeitet hat. Die Entwürfe laden auch zu Diskussionen ein, welches denn das beste Cover ist. Für Hörbuchfans gibt es einen Rekorder und Kassetten aus den 1970er Jahren zu bewundern. Das Museum hat „Rocky Beach“ und den Schrottplatz, die Zentrale der „Drei ???“ aufgebaut, hier können die kleinen Besucher Hörspiele genießen. Außerdem gibt es spannende Workshops.

Karl Ludwig (12) und Peter Josef (10) diskutieren die Entwürfe der verschiedenen Cover Quelle: Nancy Heusel

Puzzlefans aufgepasst: Im Wilhelm-Busch-Museum ist ihre Spürnase gefragt. In Kleingruppen machen sie sich auf die Suche nach Codewörtern, die sich in der Ausstellung verstecken. Wer mit Hilfe der Lösungswörter die Puzzleteile findet, kann sie zu einem Bild zusammenzufügen. Wem es dann noch gelingt, rechtzeitig den im Puzzle enthaltenen Code zu entschlüsseln, bekommt Zugang zu einem Tresor, in dem sich eine Überraschung verbirgt. Dieser Workshop für Sieben- bis Zehnjährige dauert zirka 60 Minuten und findet am Samstag, 23. Oktober, ab 15 Uhr statt. Kosten: fünf Euro inklusive Museumseintritt.

Die Illustratorin Aiga Rasch hat zu der Geschichte „Die drei ??? und die schwarze Katze“ mehrere, teilweise sehr unterschiedliche Cover-Vorschläge für den Verlag gezeichnet. In Kleingruppen nehmen die Kinder einen dieser Vorschläge genau unter die Lupe und überlegen sich Argumente, mit denen sie in einer Art Redaktionskonferenz das Plenum von ihrem Cover überzeugen können.

In diesem Workshop wird also nicht nur der Blick auf künstlerische Werke geschärft, sondern auch gleichzeitig die Kunst der Argumentation und Diskussion erlernt. Der Workshop für Kinder von 12 bis 15 Jahren ist am Samstag, 9. Oktober, 15 Uhr bis etwa 16.30 Uhr. Kosten: acht Euro inklusive Museumseintritt. Anmeldung jeweils unter Telefon 05 11/16 99 99 11

Sprengel Museum

Viele spannende Veranstaltungen für kunstinteressierte Kinder und Jugendliche bietet das Sprengel Museum (Kurt-Schwitters-Platz) an.

Für die Herbstferien haben die pädagogischen Mitarbeiter ein besonderes Thema vorbereitet: Das Museum als Baustelle. Denn immer mal wieder wird das Museum umgebaut, zum Beispiel, wenn neue Ausstellungen installiert werden oder das Museum neue Brandschutztüren braucht. Was auf der Baustelle im Museum alles passiert und was daran so besonders ist, darum geht es in der Herbstferien-Aktion. Vom 19. bis 21. Oktober können Kinder von sechs bis neun Jahren daran teilnehmen, in der Woche vom 26. bis 28. Oktober ist das Programm auf neun- bis 12-Jährige ausgelegt (jeweils von neun bis 13 Uhr).

Sprengelmuseum Quelle: Sprengelmuseum

Am Samstag, 30. Oktober und Samstag, 20. November ist von 14 bis 17 Uhr jeweils „Familienwerkstatt“. Einen Nachmittag kann die Familie zusammen Kunst entdecken und selber machen. So beschäftigen sich alle am 30. Oktober damit, woher die Kunstwerke eigentlich kommen und inwieweit man bei Kunst seinen Augen trauen kann. Und bei dem November-Termin wird die Foto-Ausstellung „True Picture“ erkundet. Kosten: fünf Euro pro Familie plus Eintritt, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Die „Familienaktionen“ starten am Sonntag, 24. Oktober. „Bühne frei“ heißt das Thema. Dabei machen sich alle Gedanken, wie man Kunstwerke ausstellen kann und beschäftigen sich mit Franz Burckhardt – der Künstler hat gleich einen kompletten Raum neu gebaut. Am 14. November lautet das Thema bei „Alles wahr! Alles erfunden!“ Es geht um diese Frage: Bilden Fotos immer die Realität ab?

Die „Sprengelknipse“ von drei bis fünf Jahren schauen sich bei ihren Treffen immer ein Kunstwerk genau an, machen sich dazu Gedanken und malen anschließend selbst. Am Freitag, 8. und 15. Oktober, beschäftigen sie sich mit dem Landschaftsbild von Rudolf Jahns aus dem Jahr 1920. Am Freitag, 26. November, geht es um ein Bild von Daniel Spoerri von 1972.

Anmeldung für alle Veranstaltungen telefonisch unter 0511/16 84 46 46 oder per Mail an petra.sollorz@hannover-stadt.de

Kindermuseum

Das Kindermuseum Zinnover ist derzeit noch geschlossen: Es zieht in neue Räume, voraussichtlich im November wird es am Lindener Berg (Am Steinbruch 16) neu eröffnen. Dort gibt es mehr Platz – 800 statt der bisherigen 300 Quadratmeter. In der oberen Etage soll es Mitmachausstellungen für Kinder von zwölf bis 14 Jahren geben, im unteren Bereich sind dann die offene Angebote für Kinder ab drei Jahren. Außerdem sind eine Forscherwerkstatt und ein Kreativ-Atelier geplant.

Tipp: Bis zur Wiedereröffnung kommt das Kindermuseum mit dem Kulturfahrrad auf Spielplätze, in Kitas und Schulen. Zwei Stunden bietet es kreative Aktionen zum Mitmachen. Das Kulturfahrrad kann per Mail an info@kindermuseum-hannover.de oder telefonisch unter 0511/ 89 73 34 66 gebucht werden.

Landesmuseum: Workshops und Führungen

Ein Besuch im Landesmuseum (Willy-Brandt-Allee 5) ist für Kinder immer ein Highlight. Und in allen drei Bereichen – Natur-, Menschen- und Kunstwelt – gibt es auch ein tolles und vielseitiges Extraprogramm für die jungen Museumsbesucher mit Führungen, Workshops und die Betreuung in den Ausstellungen durch „WeltenScouts“.

Für viele Kinder hochspannend wird die neue Sonderausstellung Ritter und Burgen, die am Freitag, 1. Oktober, eröffnet wird. Hier können Kinder das Mittelalter multimedial anhand von 30 Mitmachstationen entdecken. Tipp: Alle zwei Wochen halten sich sonntags von 15 bis 17 Uhr Mittelalter-Welten-Scouts in der Ausstellung auf, beantworten Fragen und erzählen spannende Inhalte (Start ist am 3. Oktober). Auch gibt es viele Workshops wie Collagen anfertigen (20.Oktober) Mittelalter-Anhänger basteln (27. Oktober), Kalligraphie und Schrift zur Zeit der Ritter (24. November), Wappen entwerfen (29. Dezember) und mehr. Übrigens: Zur Eröffnung ist am Freitag, 1. Oktober, der Eintritt in alle Ausstellungen frei.

Landesmuseum Kinderaktion Quelle: Kerstin Schmidt

Kunstinteressierte Kinder finden bei der Sonderausstellung „Im Freien“ viele Anregungen: Alle zwei Wochen ab Sonntag, 3. Oktober, jeweils 13 bis 14 Uhr, gibt es die Familienführung „Auf ins Freie!“. Ausgehend von den Objekten aus dem Rucksack eines Freilichtmalers entdecken die Familien Landschaftswerke. Außerderm gibt es verschiedene künstlerische Workshops, darunter einen Einstieg in die Farbenlehre für Kinder (28. Oktober) und über das Farbspektrum der vier Jahreszeiten (14. November).

In den Naturwelten findet am Sonntag, 31. Oktober, eine Familienführung durch die Wasserwelten statt (elf Uhr). Am Sonntag, 14. November, geht es um geniale Erfindungen im Tierreich (ebenfalls elf Uhr).

Alle Ausstellungsthemen bieten auch Sonderaktionen in den Herbstferien. Zum Beispiel können Kinder bei den Menschenwelten am Dienstag, 19. Oktober, von zehn bis 12 Uhr Schmuck wie in der Bronzezeit herstellen oder am Dienstag, 26. Oktober, morgens ein Kunstwerk der Inka nachbauen.

Der Archäologische Kinderclub (ab acht Jahre) trifft sich das nächste Mal am Donnerstag, 4. November. Dann wird das Museum für die nächste Generation Wissenschaftler zum Forschungsfeld.

Bei allen Angeboten ist eine Anmeldung per Mail an info@landesmuseum-hannover.de erforderlich. Mehr Infos sowie viele Angebote für Familien und Kinder gibt es unter www.landesmuseum-hannover.de

Kunstverein

Sich tief in Kunst versenken können Kinder alle 14 Tage samstags beim Kunstverein Hannover (Sophienstraße 2). Die Fünf- bis Achtjährigen „tauchen“ von 12 bis 13.30 Uhr, die Acht bis Elfjährigen von 14.30 bis 16 Uhr. Start ist am Samstag, 25. September.

In den „Kunsttauchkursen“ wird zeitgenössische Kunst praktisch und mit allen Sinnen erkundet. Dabei werden die Kinder von professionellen Künstlerinnen begleitet. Anmeldungen vorab unter kinder@kunstverein-hannover.de. Mehr Infos, weitere Angebote und Kosten hier.

Der Buchtipp

Was ist ein Museum? Was ist Kunst? Welche Kunststile gibt es? Diese und viele weitere Fragen beantwortet das Buch „Kunstfresser“ (Südpol, 64 Seiten, 24 Euro) von Christine Ziegler, die selbst Restauratorin ist. Mit den Museumsmotten Heribert und Jolinde begeben sich Kinder ab sechs Jahren auf die Reise durch unterschiedliche Museen, sie lernen Künstler kennen, erfahren Verhaltensregeln und warum manche Werke extra gesichert sind. Das Vorlesebuch mit gutem Sachtextanteil und vielen Bildern ist ideal, um Kinder die Welt der Museen näher zu bringen und sie neugierig zu machen. Das Buch ist humorvoll geschrieben, und auch ein Besuch im Museum muss nicht trocken sein – im Gegenteil! Er kann zur spannenden Reise in eine andere Welt werden – egal, ob es um Kunst, Geschichte oder Technik geht.

Von Maike Jacobs