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Leben in Hannover Morgenmän Franky: Die Pfunde purzeln
Hannover Leben in Hannover Morgenmän Franky: Die Pfunde purzeln
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11:37 05.12.2016
Von Mirjana Cvjetkovic
Hannover,  Franky, ffn  (Foto: Frank Wilde)
Quelle: Frank Wilde
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Dass er mal wieder relativ unbeschwert umherspringen könnte, hätte wohl kaum einer gedacht. Und er womöglich am wenigsten. „Ich könnte vor Freude im Dreieck springen“, jubelt Franky (45) ganz euphorisch und flitzt an seinem Arbeitsplatz hin und her. In der Hand hat der „ffn“-Morgenmän eine Waage, die er in die Höhe reißt. „Endlich konnte ich mich wieder wiegen“, sagt er stolz, legt das Gerät ab und stellt sich ziemlich selbstbewusst drauf. Nach wenigen Augenblicken zeigt die digitale Anzeige 149,7 Kilo an. „Ich habe schon 28 Kilo abgenommen“, rechnet Franky stolz vor.

Mittlerweile ist es zwei Monate her, dass sich der 45-Jährige wegen seines massiven Übergewichts den Magen im Nordstadtkrankenhaus verkleinern ließ (NP berichtete). „Ich passe endlich wieder in meiner Stammkneipe hinter den Tresen, und das Lenkrad schubbert auch nicht mehr am Bauch“, sagt er und zuppelt an seinem T-Shirt, das nicht mehr straff am Leibe klebt, sondern seinen Oberkörper luftig umschmiegt.

„Ich bin wirklich überglücklich“, betont er, lässt gleichzeitig aber nicht unerwähnt, wie hart die Zeit bisher gewesen ist: „Es war ein Höllenweg. Wünschen möchte man das niemandem.“ 90 Prozent seines Magens wurden entfernt, „ich hatte keine andere Wahl“, so Franky. Neben den gewaltigen gesundheitlichen Problemen hatte er heftige Schwierigkeiten, seinen Alltag zu bewältigen: „Ich konnte noch nicht mal ohne Verschnaufpause in den ersten Stock nach Hause gehen, das war schon peinlich genug.“ Außerdem kann er nun bei der Arbeit leichter moderieren, wird nicht mehr so schnell müde, er kann Einkäufe und seinen Sohn Gustav (4) selbst tragen, die Knie schmerzen nicht mehr: „Mit ein bisschen Glück verschiebt sich eine Knie-Operation gleich um fünf bis zehn Jahre.“

Auch mental geht es bei Franky bergauf, „Psyche und Körper sind fast im Einklang“, sagt er, „die ersten vier Wochen habe ich viel geheult.“ Zu schwer war es zu begreifen, dass er jetzt und für alle Zeiten aufgrund des geringen Magensvolumens von nur 200 Millilitern abends nur noch ein Käsebrot essen kann, auf dem Weihnachtsmarkt lediglich Platz für eine Bratwurst ist - „ohne Pommes, kein Glühwein“. Mittlerweile freut er sich, wenn er weiß, dass seine Frau Annett (37) eine Brokkoli-Kartoffel-Suppe kredenzt. In Restaurants verzichtet er auf Gebratenes und scharfe Gerichte, beim Chinesen ist er nach einer Suppe satt, beim Inder wählt er auch nur eine Vorspeise. Und damit er auch mal einen Kinderteller („Mein Sohn verputzt doppelt so viel wie ich“) bestellen kann, hat Franky einen Adipositas-Ausweis dabei: „Da steht drauf, dass ich aus medizinischen Gründen nur 150 Milliliter oder 150 Gramm zu mir nehmen darf.“

Bis Mai, Juni nächsten Jahres will er auf ein Körpergewicht von 100, 110 Kilo kommen, satte 75 Kilo wären bis dahin weg. Die ganze Zeit da war übrigens sein Vater Rainer (67), zu ihm hat der 45-Jährige ein besonders inniges Verhältnis. Sein Vater lebt seit langer Zeit in Indien, er hatte dort 13 Jahre lang seinen Prostatakrebs ignoriert. Der Moderator hatte ihn mit Mühe überzeugen können, nach Deutschland zu kommen und sich in der MHH behandeln zu lassen - mit Erfolg: „Dabei hatte es geheißen, er hätte nur noch drei bis sechs Monate zu leben.“

13 Monate hat der 67-Jährige nun wieder in Hannover verbracht, um bei seinem Sohn zu sein, er wachte Stunden an dessen Krankenbett auf der Intensivstation. „Er bleibt, solange ich ihn brauche“, sagt Franky nachdenklich, „erst habe ich ihm das Leben gerettet und er mir jetzt sozusagen meins.“