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Leben in Hannover Mit „fliegenden Zwillingen“ zum Diplom
Hannover Leben in Hannover Mit „fliegenden Zwillingen“ zum Diplom
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18:40 01.07.2012
Von Maren Weitz
Marco Bianco lässt
die 80er Jahre wieder
aufleben.
Marco Bianco lässtdie 80er Jahre wiederaufleben. Quelle: Joos
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Hannover

Die Zwei sind in der Szene einfach Legenden“, sagt Bianco über die "fliegenden Zwillinge" und stylt mit seiner rechten Hand den kurzen „Iro“ nach. Der Diplom-Student ist fasziniert von der Zeit und dem Lebensgefühl der 80er Jahre. In seinem Flur hängen alte Skateboards, ein kleiner Pac-Man-Spieleautomat steht auf dem Regal. „Das war damals einfach ein eigener Style“, sagt der 36-Jährige. Und den Style versucht er in seiner 32-minütigen Dokumentation rüberzubringen.

Der Film ist chronologisch aufgebaut. Er erzählt, wie die Zwillinge mit 13 Jahren ihre ersten Skates geschenkt bekommen, später in das erfolgreichste Skate-Team Deutschlands aufgenommen werden, ihre eigene Punkrock-Band gründen. „Dann kommt ein krasser Bruch“, sagt Bianco. 2003 erliegt Arne Langguth einem schweren Herzleiden. Der Schicksalsschlag hätte auch fast seinen Bruder zerstört. Bianco begleitet ihn mit der Kamera auf seinem aktuellen Lebensweg, der weit entfernt ist von der damaligen Punkrock-Attitüde und der Spaßgesellschaft.

Eine intensive Zusammenarbeit, deren Zustandekommen fraglich war. „Ich habe Lars über Facebook kontaktiert. Er brauchte Zeit, um meine Idee sacken zu lassen“, erinnert sich Bianco, der mit seinem Ergebnis sichtlich zufrieden ist. Dreieinhalb Monate hatte er Zeit, um sich das Skript zu überlegen, den Protagonisten zu überzeugen, altes Foto- und Video-Material zu sammeln und in Form zu bringen. „Ich hatte das Gefühl, ich bin nur noch mit Organisation beschäftigt und nicht mit Drehen“, erzählt Bianco.

Die Hälfte aller Interviews hat er allein geführt - ohne Hilfe beim Ton oder Licht. „Vielleicht war es ganz gut, dass wir alleine waren. So ist das ganze persönlicher und intensiver geworden. Wenn es um den Tod seines Bruders ging, hatten wir stellenweise beide Tränen in den Augen“, sagt Bianco und wischt sich wieder durch den dunklen Irokesen-Schopf, der immer mehr an Form verliert. „Irgendwann war ich an dem Punkt, dass ich dachte, ich weiß mehr über ihn, als er selbst.“

n Öffentliche Präsentation des Films heute ab zehn Uhr im Planet M (Expo Plaza 4).