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Leben in Hannover „Mein Antrag war lausig“
Hannover Leben in Hannover „Mein Antrag war lausig“
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21:30 17.12.2012
Von Sebastian Scherer
MULTITALENT: Yared Dibaba moderiert nicht nur, sondern singt und schauspielert auch.
MULTITALENT: Yared Dibaba moderiert nicht nur, sondern singt und schauspielert auch. Quelle: RTL
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Berlin

RTL hat Ihnen ja einen schönen Sendeplatz gegeben! Am 21.12. soll laut Maya-Kalender die Welt untergehen.

Das ist doch schön! Da kann man nach der Traumhochzeit einschlummern, mit einem Lächeln im Gesicht. Also unsere Sendung ist zum Lächeln und zum Weinen, aber natürlich eher ein freudiges Weinen. Es geht um die Gefühle, die wir alle kennen. Romantik, Verliebtsein, sich mit anderen Menschen freuen. Das ist das perfekte Programm zum Ende (lacht).

Wie viele Folgen „Traumhochzeit“ mit Linda de Mol haben Sie zur Vorbereitung geguckt?

Ich habe mir nicht wochenlang jeden Tag die alten Aufzeichnungen angeschaut, aber ein paar Mal gecheckt und mir in Erinnerung gerufen, wie das früher so lief - wie es bei manchen Spielen funktionierte, wie dieses und jenes war. Aber an sich ist die Sache ja klar. Es treten drei Paare an, dann gibt es die Champagnerpyramide, und dann wird geheiratet. Das Drumherum wurde nur an 2012 und 2013 angepasst.

Wie modernisiert man ein solch klassisches Format?

Im Detail. Die Klamotten sehen anders aus als vor 20 Jahren, die Frisuren, die Farben. Die Ansprüche sind auch gestiegen. Galt früher schon ein Schornsteinfeger auf dem Auto beim Antrag als spektakulär, braucht es heute schon ein bisschen mehr. Auch die Spiele wurden angepasst, damit die Zuschauer richtig schön mitfiebern können.

Mal ehrlich: „Traumhochzeit“ ist doch die Definition der Frauen-Fernsehsendung, oder?

Nein, Quatsch, das ist keine Sendung nur für Frauen. Als wir die Anträge der Paare einspielten, lief auch gestandenen Männern von der Technik - richtige Kerle! - mal eine Träne über die Wange. Ich bin auch keiner, der bei „Lassie“ heult, aber die Show ist schon bewegend und da kann man sich gerne von mitreißen lassen.

Anderes Vorurteil: Männer haben bei den Hochzeitsvorbereitungen wenig mitzusprechen, weil Frauen das seit frühester Kindheit planen.

Also ich durfte bei meiner Hochzeit auch vorher mitreden. Aber es stimmt schon, die meisten Frauen haben einen ganz klaren Plan, und ich zum Beispiel war dafür auch total dankbar. Wobei meine Frau als Event-Managerin arbeitet und schon per Berufsbeschreibung ein Organisationstalent ist. Frauen haben aber bei so etwas, ganz ehrlich, auch einfach den besseren Geschmack.

Sie verraten nicht, wie Sie Ihre Frau gefragt haben. Verraten Sie denn, ob es ähnlich spektakulär wie bei den Show-Paaren war?

Mein Antrag war da im Vergleich völlig lausig, so viel kann ich sagen. Wenn man das sieht, denkt man schon: Mensch, hätte ich bloß ... Aber er kam von Herzen, und das ist doch das Wichtigste.

Jetzt laufen Sie Gefahr, dass Männer Sie hassen werden, weil ihre Frauen dank Ihrer Sendung so hohe Erwartungen haben.

Es schraubt die Ansprüche auf jeden Fall hoch. Der Ring im Sektglas zieht jetzt nicht mehr, da hat man zu viel Spannenderes gesehen. Am Ende ist es aber eine Typfrage. Einer macht die größtmögliche Show mit ganz viel Tüdeldü, und der Nächste fragt an der roten Ampel mal schnell zwischendurch. Wie spektakulär ein Antrag ist, sagt ja am Ende auch wenig über die Zukunftschancen der Beziehung aus.