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Leben in Hannover Das liebt der Fernsehstar an Burgdorf
Hannover Leben in Hannover

Marie Zielcke lebt in Burgdorf. spielt bei Lena Lorenz im ZDF

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07:12 27.10.2021
Viel beschäftigt: Schauspielerin Marie Zielcke pendelt derzeit zwischen Burgdorf und Uganda.
Viel beschäftigt: Schauspielerin Marie Zielcke pendelt derzeit zwischen Burgdorf und Uganda. Quelle: Christine Kurz
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Hannover

Am 28. Oktober ist Marie Zielcke ab 20.15 Uhr in dem ZDF-Drama „Lena Lorenz: Zerbrechliches Glück“ zu sehen. So bald wie möglich möchte die gebürtige Kölnerin, die in Burgdorf lebt, wieder nach Uganda fliegen. Dort unterstützt sie die Non-Profit-Organisation „Firefly Uganda“ – und hat eine neue Liebe gefunden.

Im Sommer haben Sie drei Wochen in Afrika verbracht und das Projekt „Firefly Uganda“ unterstützt. Was steckt dahinter?

Das ist ein Camp auf einer Insel mitten im Victoriasee. Wir betreuen dort elf Kinder, die aus schwierigen Familien kommen. Armut, Alkoholismus oder HIV-Erkrankungen der Eltern spielen leider oft eine Rolle. Bei uns haben die Kinder und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren die Möglichkeit, sicherer, freier und liebevoller aufzuwachsen.

Wie setzt „Firefly Uganda“ dieses Ziel um?

Gegründet wurde es als Umweltorganisation, aber schnell wurde klar, dass wir viel mehr Aspekte des Lebens berücksichtigen müssen. Die Kids bekommen Schwimmunterricht, fast niemand dort kann schwimmen, und dabei leben wir auf einer Insel. Aber wir bauen auch Schulen, Komposttoiletten oder Filterwasseranlagen. Wir können bereits einige Inselbewohner beschäftigen und fair bezahlen. Ich werde demnächst wieder hinfliegen und vier Wochen bleiben.

In Uganda: Der zwölfjährige Bull ist eines von elf Kindern, die in dem Camp von „Firefly Uganda“ leben. Quelle: privat

Sie investieren viel Zeit und Geld in das Projekt. Was bekommen sie zurück?

Ganz viel Liebe. Uganda ist ein unglaublich freundliches und herzliches Land. Im Camp herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre und es gibt einen großen Zusammenhalt in der Gruppe. So etwas erleben diese Kinder teilweise zum ersten Mal. Das Projekt ist für mich auf jeder Ebene stimmig, denn seit dem Sommer sind der Gründer Andrew Smith und ich ein Paar. Wir führen also eine ziemlich drastische Fernbeziehung (lacht).

Ihre Tochter Hazel, mit der Sie in Burgdorf leben, ist jetzt 17. Wünschen Sie sich, dass auch sie in die Welt hinausgeht, sich sozial engagiert?

Ich wünsche mir, dass jeder Jugendliche die Koffer packt, auf Reisen geht und andere Sprachen, Kulturen und Menschen kennenlernt. Das lässt uns nicht ständig glauben, wir wären der Nabel der Welt und ohne uns bliebe die Erde stehen. Hazel macht in zwei Jahren Abitur. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass sie danach eine Weile in die USA geht.

Das ist Marie Zielcke

* 3. Februar 1979 in Köln. Sie wächst in einer Theaterfamilie auf, steht im Schultheater zum ersten Mal auf der Bühne und verlässt die Schule mit 17 Jahren, um Schauspielerin zu werden. Für ihren Auftritt in Oskar Roehlers „Silvester Countdown“ erhält sie den Max-Ophüls-Preis als beste Nachwuchs-Darstellerin. Es folgen Rollen in „Bettys Diagnose“, „Bella Block“ oder „Wilsberg“. Zielcke arbeitet mit Regisseuren wie Mika Kaurismäki und Doris Dörrie, spielt an der Seite von Moriz Bleibtreu oder Hannelore Elsner. Sie war verheiratet mit Henry Thomas, der in „ET, der Außerirdische“ den kleinen Elliott gespielt hat. Mit ihm hat sie Tochter Hazel (17), die mit der Mutter in Burgdorf lebt. Zielcke engagiert sich für das Projekt „Firefly Uganda“, das Kinder in Uganda unterstützt.

Dort lebt ihr Vater, der Schauspieler Henry Thomas, der im Alter von elf Jahren den Jungen Elliott in dem Steven-Spielberg-Drama „ET – der Außerirdische“ spielte.

Ja, er und Hazel haben viel Kontakt. Wenn Henry in Europa dreht, kommt er uns immer besuchen. Wir sind ganz entspannt miteinander.

Wie entspannt wären Sie denn, wenn Ihre Tochter zu ihnen käme und verkündete, die Schule schmeißen zu wollen, um Schauspielerin zu werden? Genau das haben Sie ja in ihrem Alter getan.

Ich würde sie zu nichts zwingen. Ihren Abschluss könnte sie ja später nachholen, wenn sie das will. Aber ich hätte ein Problem damit, wenn sie als Schauspielerin arbeiten wollen würde.

Szene aus „Bettys Diagnose“: (von links) Marie Zielcke als Hanna Winter, Carolin Walter als Talula Pfeifer, Rona Özkan als Ava Edemir und Annina Hellenthal als Betty Weiss. Ab 2017 spielte Zielcke einige Jahre die Hauptrolle in der ZDF-Serie. Quelle: ZDF/Willi Weber

Wieso das?

Ich habe vor 27 Jahren mit dem Job angefangen, und der und die Branche haben sich extrem verändert. Früher hatten wir viel mehr Zeit für die Drehs, es war auch mehr Geld da und weniger Konkurrenz. Und es ist nicht leicht, als junge Frau lange weit weg von zu Hause zu sein. Da ist man schon sehr unbeschützt. Auch die Darstellung von Frauen stört mich zunehmend. Man sieht in Filmen und Serien fast nie normale Frauenkörper. Und wo sind all die älteren Frauen? Einige wenige Darstellerinnen decken in dem Segment alle Rollen ab. Das ist mir nicht vielfältig genug. Kurzum: Dieser Beruf kann einen aus der Bahn werfen. Aber was meine Tochter betrifft, bin froh. Denn sie ist zwar gern am Set, wenn ihre Eltern drehen, aber der Beruf ist für sie überhaupt nicht interessant.

Am 28. Oktober im ZDF: Marie Zielcke (links) mit den Kollegen Pierre Kiwitt, der ihren Filmmann spielt und Judith Horsch als die titelgebende Lena Lorenz. Quelle: Judith Hoersch/Instagram

Sie haben in Los Angeles und Berlin gelebt. 2012 kamen Sie nach Hannover, leben inzwischen in Burgdorf. Wie kam es dazu?

Mein damaliger Freund lebte in Hannover, ich in Berlin, wir waren genervt von dem Gependel. Und weil ich immer schon gerne Neues ausprobiert habe, kam ich hierher.

Ein Kulturschock?

Mit Hannover war es nicht die Liebe auf den ersten Blick, aber auf den zweiten, dritten und vierten. Man muss der Stadt eine Chance geben. Sie ist nämlich wahnsinnig schön und hat viel zu bieten. Ich finde die List toll, dort habe ich lange gelebt. Und wenn ich nach Linden fahre, kommt es mir vor, als wäre ich in Berlin.

Und wie kamen Sie auf Burgdorf?

Wir haben zwei Pferde, für die wir hier einen Platz gefunden haben. Wir sind den Pferden sozusagen hinterhergereist (lacht).

Vor der Kamera: Marie Zielcke (links) und Judith Hoersch in „Lena Lorenz: Zerbrechliches Glück“. Quelle: ZDF

In dem ZDF-Film „Lena Lorenz: Zerbrechliches Glück“ spielen Sie Bettine Zunhammer, eine Mutter zweier fast erwachsener Söhne, die plötzlich noch einmal schwanger wird. Ist die Familienplanung von Marie Zielcke eigentlich endgültig abgeschlossen?

Noch ein Kind? Hm ... Ich würde es nicht zu 100 Prozent ausschließen, dafür bin ich zu abenteuerlustig (lacht). Aber wenn ich mir vorstelle, das alles noch mal von A bis Z durchzuziehen, ist das doch ein krasser Gedanke. Und außerdem haben wir ja noch unsere elf Kinder in dem Camp in Uganda.

Von Julia Braun