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Leben in Hannover Mamas Stullen schmecken Zorro am besten
Hannover Leben in Hannover Mamas Stullen schmecken Zorro am besten
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00:16 16.08.2013
Von Mirjana Cvjetkovic
ÜBER DEN DÄCHERN DER STADT:Thorsten Nindel sitzt im Gesprächmit der NP in einer Penthouse-Wohnung am Engelbosteler Damm – seiner Wohnung im Film „Playground: Love“ von Nils Loof.
ÜBER DEN DÄCHERN DER STADT: Thorsten Nindel sitzt im Gespräch mit der NP in einer Penthouse-Wohnung am Engelbosteler Damm – seiner Wohnung im Film „Playground: Love“ von Nils Loof. Quelle: Behrens
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Hannover

An den üblichen Regelschulen war Thorsten Nindel (48) alles andere als eine Leuchte: zweimal sitzengeblieben, von der Herschelschule geflogen, „dann wollte ich zur IGS Linden, aber die haben mich nicht genommen“. Er schaffte mit Ach und Krach seinen erweiterten Sekundarabschluss I, um an ganz anderer Stelle zu zeigen, was er kann: schauspielern!

„Eigentlich wollte ich Rockstar werden, ich kann super tanzen“, erzählt der quirlige Mann der NP - und schränkt ein: „Aber nicht singen.“ Zwei Tage verbrachte Nindel nun in seiner alten Heimat (Mutter Dora, 75, wohnt immer noch in der Stadt) - in dem Kinofilm „Playground: Love“ von Filmemacher Nils Loof (42) spielt er den Hallodri Leif. „Das ist ein Arsch, aber ganz“, beschreibt Nindel seine Figur, „man könnte auch Spacken sagen. Oder Honk.“ Wie auch immer - alle Szenen mit Leif sind im Kasten, heute ist letzter Drehtag für den Film.

Bei der Bundeswehr ausgemustert, die Leistungssport-Karriere als Leichtgewichtsruderer (er trainierte auf Maschsee und Leine) an den Nagel gehängt, absolvierte Nindel als 19-Jähriger eine Ausbildung an der Schauspielschule Hannover. Schon elf Monate später stand er mit „Hans im Glück“ für 40 Vorstellungen auf der Bühne, „dreimal am Tag, ich war reich“, sprudelt es aus dem 48-Jährigen heraus: „Mit 450 Mark am Tag hatte ich plötzlich irrsinnig viel Geld.“ Davon gönnte er sich einen Führerschein (machte er bei Heidorn an der Fössestraße in Linden) und eine Stereoanlage.

Anfragen fürs Fernsehen folgten, einer sagte zu ihm: „Fahr mal nach Köln zum Casting.“ Und Nindel dachte original: „Bestimmt für eine Rolle im ‚Tatort‘ und dann Ferien in Amerika.“ Denkste - die „Lindenstraße“ wurde es: „So ein Affenzeug? Nie im Leben!“ So kam es aber. Da spielte er von 1988 bis 1990 den Franz Joseph Pichelsteiner alias Zorro, war fest im Ensemble und tauchte 2007, 2008 immer wieder auf. „Die Zeit war atemlos“, erinnert sich Nindel. „Dabei wollte ich eigentlich spätestens 1996 in San Diego sein und eine Tankstelle eröffnen“, erzählt er ohne Punkt und Komma - Ironie könnte sein zweiter Vorname sein, „und, zack, hatte ich 1994 eine Familie.“ Der Schauspieler bekam mit seiner damaligen Freundin Claudia Liesegang (heute Goldschmiedin in München) Tochter Greta (heute 19), „und die ist echt super“.

Wie lebt er heute? „Kaum Alkohol, immer noch keine Drogen.“ Mama Dora schaltet sich ein: „Stimmt nicht!“ Stille. „Was ist denn damit, deine Zigaretten?“, hakt sie nach und zeigt auf Tabak und Blättchen. „Ach Mama!“ Ein gutes Mutter-Sohn-Verhältnis offenbar. Sie mag auch die Frau an Thorstens Seite - mit Schauspielerin Saskia Valencia (49) ist er seit anderthalb Jahren liiert. „Eine ganz, ganz liebe Frau. Wenn die das mit dir durchhält, bin ich die glücklichste Frau der Welt“, sagt die 75-Jährige (früher Krankenschwester in Langenhagen). „Ich wohne jetzt auch nicht im Hotel, sondern bei Mama“, hebt der Schauspieler hervor, „in meinem alten Kinderzimmer.“ Und Muttern macht sowieso die besten Pausenbrote. Gestern gabs übrigens Mettwurst. Und Käse.