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Leben in Hannover Limbach ist in der ganzen Welt zu Hause
Hannover Leben in Hannover Limbach ist in der ganzen Welt zu Hause
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13:12 27.02.2015
Von Mirjana Cvjetkovic
RIESENGROSS: Limbach vor einem Kaktus in Argentinien.
RIESENGROSS: Limbach vor einem Kaktus in Argentinien. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

So einige Menschen hatten sich um ihn zuletzt ernsthafte Sorgen gemacht: „Ich hatte ein paar schlaflose Nächte, habe übers Leben nachgedacht“, gesteht Günter Limbach (73) ohne Um-schweife. „Aber ich bin ja ein positiv denkender Mensch, habe die quälenden Gedanken abgehakt und nur noch gedacht: Das muss jetzt sein!“ Es ist wirklich kaum zu glauben, wie gut sich der einstige Üstra-Vorstand von seinem Eingriff am Herzen erholt hat - Anfang Dezember hatte er die Bypass-OP hinter sich gebracht. „Mit dem Professor als Operateur hatte ich keine Sorgen“, schwärmt Limbach von den medizinischen Fertigkeiten des Axel Haverich (61), Herz-Spezialist der MHH.

Schließlich hatte Limbach auf eines gar keine Lust - „irgendwo auf der Welt wegen zwei verengter Venen einen Herzinfarkt zu bekommen“. Irgendwo auf der Welt, da ist der 73-Jährige seit seiner Pensionierung im Jahr 2001 ständig: Australien, Südamerika, Kanada, Asien. Oder wie er beschreibt: „Ich habe alle fünf Kontinente mit dem Wohnmobil bereist. Nur der sechste, die Antarktis, das ging damit leider nicht.“ Als die NP den Rentner in seiner Erdgeschosswohnung in der Nordstadt besucht, ist er wieder so gut wie auf dem Sprung. Nach Namibia geht es morgen Mittag: „Da war ich schon zweimal“, sagt der Mann mit dem herzlichen Lachen und zeigt auf die riesige Weltkarte, die über seinem Sofa im Wohnzimmer hängt. Die ist übrigens übersät mit kleinen Stecknadeln: In jede Stadt, jede Region, die Limbach bereist hat, hat er eine reingesteckt: „80 Länder sind es mittlerweile.“

Seitdem er die ganze Welt irgendwie sein Zuhause nennt, muss er übrigens aufpassen, welchen Pass er vor Reiseantritt einsteckt: „Ich benutze schon den fünften“, erzählt er und präsentiert die Vorgänger, mit Visa zugeklebte und vollgestempelte Dokumente. Reisen - das ist zweifelsohne seine größte Leidenschaft geworden. „Ich könnte ein Buch darüber schreiben“, sagt er ohne falschen Stolz, „ich habe so viele Menschen kennengelernt und so viel gesehen.“ Darüber hält er sogar Vorträge, meistens im privaten Kreis, manchmal vor Üstra-Rentnern: „Selbst meine Tochter hätte nicht gedacht, dass sie mal drei Stunden am Stück Fotos angucken könnte.“ In seiner Wohnung hängen viele Bilder, von Koalas und Kängurus in Australien, vom Machu Picchu und Vancouver, da hat er zum Teil sieben Jahre gelebt. „Die schönste Stadt der Welt“, wie er findet. Hannover will er aber nicht missen, viel zu schöne Erinnerungen hat der gebürtige Essener an die Leinestadt. Und den öffentlichen Nahverkehr weiß er hier sowieso zu schätzen: „Viele Hannoveraner wissen gar nicht, wie gut wir es haben! In Vancouver gibt es drei Sky-Train-Linien. Drei!“ Überall, wo es ihn hin verschlägt, steigt Limbach in die Öffis und muss immer wieder feststellen: „Dass unsere zu den besten gehören, merkt man in der Welt an jeder Ecke. Das meine ich ernst.“

Und welche Ecken möchte er unbedingt noch sehen? „Nach Vietnam würde ich gerne nochmal fahren. Und in Island und Grönland war ich noch nie.“ Auf Sibirien („zu gefährlich, zu korrupt“) und Indien („zu schmutzig“) kann er indes gut verzichten.

Die Hauptsache ist, er bleibt gesund. Vor allem für den anstehenden Namibia-Trip. Gute Reise!