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Leben in Hannover Leon Braje: Nach "The Voice" in den Kulturpalast
Hannover Leben in Hannover Leon Braje: Nach "The Voice" in den Kulturpalast
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10:43 16.12.2016
Von Mirjana Cvjetkovic
ER MAG WEIHNACHTEN: Leon Braje auf dem Weihnachtsmarkt an der Marktkirche. Er tritt auch auf Weihnachtsfeiern auf: „Deswegen habe ich nicht allzu viel Zeit, Geschenke zu besorgen, und bestelle im Internet.“ Fotos: Wilde (1), privat, Pro 7/Sat.1/Andre Kowalski
ER MAG WEIHNACHTEN: Leon Braje auf dem Weihnachtsmarkt an der Marktkirche. Er tritt auch auf Weihnachtsfeiern auf: „Deswegen habe ich nicht allzu viel Zeit, Geschenke zu besorgen, und bestelle im Internet.“ Quelle: Frank Wilde
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Er ist fröhlich, hat ein zu-rückhaltendes Lächeln im Gesicht, strahlt irgendwie etwas Angenehmes aus - kein Wunder, dass Leute keine Berührungsängste haben, Leon Braje (20) einfach mal so anzusprechen. Das passiert dann meist, wenn der Blondschopf in der S-Bahn von oder nach Ronnenberg unterwegs ist, da wohnt er ja. „Ich finde es auch schön, über andere etwas zu erfahren“, erzählt er der NP bei einem Spaziergang über den Weihnachtsmarkt an der Marktkirche.

Und genau das ist es, was ihn so sympathisch macht: Obwohl ihm Millionen bei „The Voice“ zugeschaut und zugehört haben, macht er sich nicht wichtig, Allüren sind ihm fremd. „Meine Freundin bekommt viel mehr Freundschaftsanfragen in sozialen Netzwerken“, berichtet der Chemiestudent über seine große Liebe Tabea (20). Sie war bei „The Voice“ als seine Begleitung zu sehen, seitdem melden sich Menschen bei der Medizinstudentin. „Meist ältere Männer“, so Braje lachend, „und bei mir sind es viel zu junge Mädels.“

Der 20-Jährige hat aus der Casting-Show eigentlich nur Positives mitgenommen: „Mit Aufregung kann ich jetzt viel besser umgehen, fühle mich nun auch mit Lampenfieber wohler“, erklärt er. Vorher sei es ihm viel schwerer gefallen, sich einfach fallen zu lassen. „Ich bin jetzt aber auch nicht super überzeugt von mir, aber ich weiß, dass meine musikalische Leistung gut beim Publikum ankommt.“ Das kann Braje morgen wieder austesten: „Ich spiele mein erstes eigenes Konzert“, jubelt er, „Wahnsinn, dass Leute dann nur meinetwegen da sind und dafür sogar Eintritt bezahlen.“ Im Lindener Kulturpalast (Deisterstraße 24) spielt er Sonnabend ab 20.45 Uhr, fünf Euro kostet der Eintritt. „Bislang bin ich nur in Bars aufgetreten“, erzählt der Sänger. Mit seinen Eltern im Schlepptau ist er zum Beispiel ins „Ihmerauschen“ am Küchengarten gegangen und hat gefragt, ob er etwas vorspielen darf. Durfte er, „ich hatte wohl einen gewissen Charme“. Dorthin kehrt er am 22. Dezember übrigens wieder zurück und gibt ab 20 Uhr ein Konzert (Abendkasse: fünf Euro).

Offensichtlich tut es Braje gut, seine größte Leidenschaft so ganz ohne Druck und ohne das Drumherum des Musikzirkus und einer Casting-Show auszuleben. „Ich hatte schon meine Schwierigkeiten, mit dem Business warm zu werden“, gibt der Singer-Songwriter zu. Die Musik ist sein Mittel, Dinge zu verarbeiten, „mir über viele Sachen einfach klarer zu werden“.

Wie er das dann umsetzt, dafür muss der 20-Jährige keine Bücher wälzen: „Ich setze mich einfach ran und arbeite nach Gehör.“ Das rät er übrigens auch anderen Künstlern, die ihn um Rat bitten: „Man kann sich Texte von aktuellen Popsongs anschauen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.“

Mittlerweile hat er auch wieder ein gutes Gefühl für sein Studium bekommen, die Chemie stimmt dort - im wahrsten Sinne. „Es ist nicht ultraschwierig“, beschreibt er den Stoff des dritten Semesters an der Leibniz-Uni, „sagen wir so: Es ist zeitintensiv.“ Wenn er mit der Uni fertig ist, will er am liebsten in die Pharmaindustrie, um Medikamentenforschung zu betreiben. Oder irgendwas mit organischen Pflanzenschutzmitteln machen. „Sehr speziell, ich weiß“, sagt er. Reflektiert ist er demnach auch - so kann doch wirklich nichts schiefgehen.