Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Warum lieben Sie die französische Küche, Ingo Welt?
Hannover Leben in Hannover

Langenhagen: "Emma"-Wirt Ingo Welt im Interview

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 22.09.2021
Zurück zu den Wurzeln: „Emma“-Wirt Ingo Welt ist in Langenhagen aufgewachsen.
Zurück zu den Wurzeln: „Emma“-Wirt Ingo Welt ist in Langenhagen aufgewachsen. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Langenhagen

Seit fünf Jahren betreibt Ingo Welt das Restaurant „Emma“ im denkmalgeschützten alten Bahnhof in Langenhagen.

Herr Welt, ihr „Le Monde“ war ein Gourmet-Begriff in Hannover. Wie hat es Sie mit „Emma“ nach Langenhagen verschlagen?

Mich hatte ein Gast angesprochen, der den alten Bahnhof hier in Langenhagen gekauft hat und mich noch aus meinem ersten Restaurant in der Wedemark kannte. Sein Sohn ist Architekt und hat den Bahnhof umgebaut. Ich kenne ihn seit seiner Geburt, habe Tauffeier und viele Geburtstagspartys für die Familie ausgerichtet. Das ist schon besonders, dass er jetzt mein Vermieter ist. Außerdem bin ich als Kind in Langenhagen groß geworden, das passte prima.

Wie ist „Emma“ gestaltet?

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich mit meiner Mutter als Kind im Bahnhof stand. Wenn man artig war, gab es beim Kiosk – an der Stelle ist jetzt unser Tresen – ein Eis. Dieser Raum hat einen besonderen Charme, die Fliesen sind aus den 1920er Jahren erhalten. Vorne gibt es einen kleinen Raum für Feiern, das war früher der Warteraum für die 1. und 2. Klasse. Unser Restaurantbereich war der Warteraum für die 3. Klasse.

Imposant: Der ehemalige Bahnhof in Langenhagen ist ein Denkmal. Quelle: Frank Wilde

Die Speisekarte ist ein Fahrplan ...

Das Konzept ist für die ganze Familie entwickelt. Salate und Antipasti heißen bei uns „Einsteiger“, weil wir ja bei der Eisenbahn sind. „Emma“ ist ja auch nach Jim Knopf benannt. Die leckere Pferderoulade ist nach unserer Adresse am Pferdemarkt benannt. Die ältere Generation freut sich über ein frisches Zungenragout, für die Teenager gibt es Burger. Wir haben auch eine Saisonkarte, derzeit mit herbstlich angehauchten Gerichten wie Steckrübensüppchen und Rinderherzen, sowie Sauerkraut und Fisch. Samstags und sonntags backe ich Kuchen und Torten selbst – meist so acht bis zwölf Stück. Die kann man auch für zu Hause mitnehmen.

Was ist mit der französischen Küche aus den „Le Monde“-Zeiten?

Vergangenes Jahr haben wir schon angefangen mit „Emmas Tour de France“ – das sind besondere Genussabende. Am 1. Oktober biete ich „Les Saveurs de la Provence – die Aromen der Provence“ , am 22. Oktober „Choucroute alsacienne – Elsässer Sauerkraut“, am 5. November Spezialitäten aus dem Burgund.

Ingo Welt

Geboren 15. Januar 1960 in Hannover. Eigentlich möchte Welt Ingenieur werden und fängt eine Ausbildung als Elektroniker an. Als er die Leidenschaft zu Frankreich und zum Essen entdeckt, lernt er mit Anfang 20 Koch. Er führt unter anderem einen Landgasthof in der Wedemark, die Clubgastronomie des hannoverschen Tennisvereins, 15 Jahre sein „Le Monde“ an drei Standorten. Im „Emma“ (Bahnhofsplatz 9, Langenhagen, Telefon 0511/80091184) serviert er Klassiker der deutschen Küche, aber auch Burger und frische Pasta.

www.emma-cafe-restaurant.de

Woher kommt die Liebe zu Frankreich?

Durch die Liebe zum Essen. In der Schule habe ich Französisch gehasst, da hatte ich immer nur fünf Punkte. Aber immerhin habe ich gelernt, dass es „Le Monde“ heißt – „der Welt“. Was ja auch gut zu mir passt. Später haben mich Freunde nach Frankreich mitgenommen, ich fand es fantastisch, welchen Stellenwert Essen in Frankreich hat. Ich habe ja auch nur Koch gelernt, wegen des leckeren Essens. Mein Traumberuf war Ingenieur.

Nostalgie: Die türkisen Fliesen im ehemaligen Warteraum sind aus den 1920er-Jahren Quelle: Frank Wilde

Fünf Lebensmittel, die Sie mitnehmen auf eine einsame Insel?

Ich brauche auf jeden Fall Salami und Schinken. Schokolade auch – für den Genuss schwarz und für den Stress Vollmilch (lacht). Und ich trinke gern Champagner – im französischen Restaurant gehörte das zum normalen Programm.

Wo gehen Sie selber gerne Essen?

Das einzige was besser ist, als zu kochen, ist sich bekochen zu lassen (lacht). Zu hause habe ich überhaupt nichts im Kühlschrank außer vielleicht Salami und Schokolade. Wir gehen gern nach Thönse ins „Gasthaus Lege“. Oder ins „Basil“ – weil ich um die Ecke wohne und weil die eine tolle Karte mit Weinen aus dem Burgund haben.

Neues aus der Gastro-Szene

Die Neuigkeiten rund um Hannovers Gastronomie-Szene jeden Donnerstag gegen 12 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Sind Ihre langen Haare Ihr Markenzeichen?

Ja. Es waren aber mal mehr, da reichte es auch noch für Zopf statt Mütze (lacht). Ein Restaurant-Kritiker schrieb mal von der „Einstein-Frisur“ – man erkennt mich einfach so, ich kann sie also nicht abschneiden.

Von Luisa Verfürth