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Leben in Hannover Lady, das war Gagalaktisch!
Hannover Leben in Hannover Lady, das war Gagalaktisch!
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06:16 28.09.2012
Von Matthias Halbig
Auftritt in der TUI-Arena: Lady Gaga
Auftritt in der TUI-Arena: Lady Gaga Quelle: Julia Klyscz
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Hannover

Gerade eben war Lady Gaga noch als dieses gruselige Menschmotorrad auf der Bühne der TUI-Arena unterwegs, das auch das Cover ihres zweiten Albums „Born this Way“ ziert. Fuhr den Laufsteg lang, mit einer ihrer Tänzerinnen hinter sich im Biker-Sattel. Gaaaanz schwüle Szenerie, alles eindeutig auf lesbische A-Tergo-Erotik gezogen. Madonna lässt grüßen. Die Rivalin Gaga ist in bester Thronfolgelaune.

Und schon ist alles ganz nett und nahbar, parkt Superstar Gaga die Maschine, setzt sich an den Bühnenrand und fängt an zu plaudern. Die Fans werfen jetzt Geschenke hoch, und da verwandelt sich die ultimative Popkunstfigur des 21. Jahrhunderts glatt in einen Menschen. Freut sich über ein pinkes Modell ihrer Schloss-Bühnenkulisse, nuckelt kess an den Nippeln eines rosa „Tittenkissens“, legt sich eine Halskette mit Einhorn-Anhänger an (mit ihrem Einzug auf einem solchen Fabelwesen hatte das Konzert begonnen) und findet deutsche Worte in einem präparierten Langenscheidt: „Lockenstab“ liest sie vor und erinnert an ihre deutsche Nanny, die aber stets ihre Schwester bevorzugt habe, und von ihr immer nur habe wissen wollen, in welcher „Spelunke“ sie sich wieder herum getrieben habe. Ooooch. Arme Stefani! Alle Schenker werden jedenfalls backstage eingeladen von Gaga. Die einen gehandicapten Fan bei „Princess Die“ auf den Sozius des Bikes bittet, ihn inniglich umarmt, und ihm einen unvergesslichen Moment verschafft. Die, so sagt sie im Konzert, dafür erinnert werden möchte (ja, Botschaft gibts auch), für eine bessere Welt gestritten zu haben, in der Menschen - egal welchen Geschlechts - zusammenleben können.

Ankunft einer Pop-Diva: Lady Gaga landete am Montagmittag in Hannover. NP-Fotograf Rainer Dröse war dabei.

Und sich vielleicht auch Gaga-Eintrittskarten leisten können. Für deren Preis (bis zu 113 Euro, zum Vergleich: Madonna nimmt in der Spitze 200) entschuldigt sie sich dann halb und verbrüdert sich mit ihren Fans „Ich bin ... ihr“ sagt sie.

Gaga - das ist zum einen die Rückkehr der Exzentrik in den Pop, der Künstler als Weihnachtsbaum in einem Spektakel zu - in diesem Fall - schlichter, griffiger Tanzmusik. Aber anders als andere Kunstfiguren von David Bowie bis Madonna (und das ist zumindest ein Geheimnis ihres Erfolgs) ist die Kunstfigur nahbar.

Diese Lady will Kumpel sein.