Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Darum ist Barbara Schöneberger die Cher von Deutschland
Hannover Leben in Hannover

Konzert in Hannover: Das sagt Barbara Schöneberger über Corona-Regeln

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:48 13.10.2021
Trägt schrille Kleider nicht nur, wenn ESC ist: Barbara Schöneberger hat auf Tour viele bunte Klamotten dabei.
Trägt schrille Kleider nicht nur, wenn ESC ist: Barbara Schöneberger hat auf Tour viele bunte Klamotten dabei. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Am Sonnabend, 16. Oktober, tritt sie im Kuppelsaal auf: Die NP sprach mit Barbara Schöneberger, Deutschlands erfolgreichster Moderatorin.

Frau Schöneberger, das Lied „Alles Gute und so weiter“ ist ein launiger, lebensbejahender und enthusiastischer Song. Hätten Sie gedacht, ihn mal während einer Coronapandemie zu performen?

Nein. Aber für mich ist die Pandemie jetzt auch langsam zum Abschluss gekommen. Zumindest in meinem Kopf. Das Lied endet übrigens mit dem Satz „Dieses Jahr wird ein gutes Jahr“, insofern ist es der perfekte Song, um ihn genau jetzt zu singen. In der Berliner Verti Music Hall habe ich gerade ein Konzert gespielt, das erste dort nach anderthalb Jahren überhaupt! Da ist die Stimmung bei den Leuten gut, ganz gleich, welches Lied man singt.

Darin heißt es auch „Jede Wand, gegen die ich renn‘, habe ich irgendwie auch gern.“ Woran sind Sie zuletzt gescheitert?

Ehrlich gesagt, scheitere ich nicht wahnsinnig oft. Und wenn, habe ich keine schlechten Gefühle, sondern eher das Bedürfnis, mich jeden Tag neu aufzustellen und neuen Anlauf zu nehmen. Wobei ich gestehen muss, dass ich im Familienleben und Mutterdasein, im Alles-gut-machen-Wollen, ab und zu an eigene Grenze stoße. Aber auch darüber muss ich lachen, weil man so vieles super machen will und doch so vieles falsch macht. Die Kinder haben wieder nicht den richtigen Turnbeutel dabei, einer hat die Trinkflasche vergessen, der nächste das Butterbrot nicht dabei. Da zweifele ich schon manchmal an mir. Ich bin aber sehr beruhigt, dass andere Mütter auch in der Situation sind.

Kurz bevor sie zum zweiten Mal Mutter wurde: Superstar Robbie Williams knutscht im September 2012 bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises in Hamburg die Babykugel von Barbara Schöneberger. Quelle: NDR/Marco Maas

Gut, dass Sie sich austauschen.

Niemand bekommt es besser hin, egal mit wem man redet. Man muss halt tierisch viele Bälle in der Luft halten – und manchmal fällt einer runter. Ehrlich gesagt, neige ich dazu, auf die Bälle zu schauen, die noch oben sind.

Stimmt es, dass Sie Olaf Scholz einen Song widmen?

In meinen älteren Songs gibt es einen, in dem Angela Merkel indirekt vorkommt. Da habe ich mich gefragt, ob ich demnächst auch über die nächste politische Spitze in Form von Olaf Scholz Witze und Lieder machen muss. Tatsächlich habe ich einen Song im Repertoire, der zwar von etwas ganz anderem handelt, mir aber zum Thema Olaf Scholz eingefallen ist. Er heißt „Gibt’s das auch in groß?“

Stammen alle Kompositionen, Texte und Melodien von Peter Plate und Ulf Leo Sommer?

Auf der aktuellen CD schon und ich selbst habe auch mitgeschrieben. Ich habe gefragt, die beiden hatten Lust drauf. Ich würde mal behaupten, dass die zwei aus der Vermögensbildung raus sind und sich Projekten zuwenden, die Spaß machen und nicht das große Geld bringen. Dass ich mit dem Album nicht die Nummer Eins in den Charts erreiche, war ja absehbar. Dafür haben sie schließlich Sarah Connor. Peter und Ulf waren beim Konzert in Berlin dabei und die einzigen, die den Text mitsingen konnten.

Sie wechseln Ihr Outfit oft. Sind Sie die neue Cher von Deutschland?

Ich bin die alte Cher von Deutschland! Ich habe ganz viele tolle Klamotten. Die Leute kommen ja nicht nur wegen meiner Songs. Die wollen gucken, lästern, sich aufregen und staunen, wenn ich meine Wahnsinns-Geschenkbonbon-Kleider trage.

Wie ein Schmetterling: Auch dieses Outfit gehört in die Klamottenkiste von Barbara Schöneberger, die sie auf der Tour dabei hat. Hier tritt sie in Berlin auf. Quelle: Imago

Sie wollen auch Anekdoten aus Ihrem Leben erzählen. Von welcher haben Sie noch nie berichtet?

Es ist ganz lustig. Ich rede seit Jahren sehr viel, ohne was zu sagen. Natürlich erzähle ich viele Sachen, die knapp davor gewesen waren, eine Grenze zu überschreiten. Man kann mal einen Spruch über die Kinder oder den Mann machen, aber das wirkliche Gefühl in diesen Dingen werde ich nie verbalisieren. Das würde ich als Verrat empfinden. Manche Dinge müssen privat bleiben. Vor allem, da es viele meiner Kollegen gibt, die nahezu alles zu teilen. Da flüchte ich mich lieber ins Gegenteil.

Die Shows für Nürnberg, Mannheim und München sind abgesagt, in Berlin, Weimar, Düsseldorf und bei uns treten Sie auf. Nervt Sie das Hickhack um 3G, 2G?

Ich persönlich musste mich ja nicht kümmern, deshalb ist mir das eigentlich alles wurscht, ich bin sozusagen die ausführende Hand. Die Jungs und Mädels, die sich darum im Vorfeld Gedanken machen müssen, sind ziemlich genervt. Weil an Spielorten, die nur 80 Kilometer auseinander liegen, komplett unterschiedliche Regelwerke herrschen. Die einen sitzen alle nebeneinander, haben keine Maske, die anderen alle getrennt voneinander und tragen Maske. Ich bin da recht langmütig und nehme es, wie es kommt. Das habe ich übrigens schon immer gemacht.

Was genau?

Mich nur über die Sachen aufzuregen, die ich verändern und beeinflussen kann. Corona, und das mussten wir alle lernen, ist keine Entscheidung, sondern ist, wie es ist. Man muss mitmachen und sich fügen, deswegen beachte ich ganz einfach alle Regeln, die mir auferlegt werden. Allerdings hinterfrage ich nach wie vor sehr kritisch. Zum Beispiel spielt jetzt die Terminologie eine große Rolle. Ich erlebe häufig, dass es heißt, es sind keine Zuschauer, sondern Mitwirkende, es ist keine Show, sondern eine Produktion. Weil wir dann anderen Hygienekonzepten unterliegen. Da frage ich mich durchaus, ob das alles so richtig ist. Diese Wortklauberei nervt mich sehr.

Am Ende nehmen Sie es mit Humor und sagen „halbleer ist das neue ausverkauft“.

Es ist ja so. In den meisten Städten durften nur 50 Prozent der Kapazität besetzt werden. Aber ich muss sagen, dass die Zuschauer so geschickt platziert sind, dass ich überall das Gefühl hatte, es ist doch relativ voll.

In Bestform: 2018 moderiert Barbara Schöneberger anlässlich der Jubiläumsfeier der Madsack Mediengruppe vorm Anzeigerhochhaus am Steintor. Quelle: Archiv

Für Hannover wünsche ich Ihnen volles Haus! Woran denken Sie zuerst, wenn Sie Sie an unsere Stadt denken?

Da denke ich an eine wunderschöne Veranstaltung, die ich moderiert habe: das Jubiläum von Madsack. Das war ganz, ganz toll, ich hatte einen super Tag mit 50.000 Leuten und einem Wahnsinns-Open-Air-Konzert am Steintor.

Barbara Schöneberger tritt am 16. Oktober im Kuppelsaal des HCC auf. Los geht’s um 20 Uhr. Tickets kosten zwischen 38,75 und 113,50 Euro und sind in den NP-Ticketshops (etwa Lange Laube 10) erhältlich oder online unter neuepresse.de/tickets

Von Mirjana Cvjetkovic