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Leben in Hannover Karsten Speck will doch nur spielen
Hannover Leben in Hannover Karsten Speck will doch nur spielen
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17:52 11.02.2015
Von Mirjana Cvjetkovic
MISTER CHARMING: Karsten Speckist für drei Tage in der Stadt, spielt im Theater am Aegi.
MISTER CHARMING: Karsten Speck ist für drei Tage in der Stadt, spielt im Theater am Aegi. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Was lässt sich dieser Mann begeistern: Als Karsten Speck (54) die Flügel im Klavierhaus Döll entdeckt, ist er nicht mehr zu bremsen. „Das ist ja geil“, ruft der Schauspieler, scheint alles um sich herum zu vergessen und legt los. „It‘s a little bit funny this feeling inside“, stimmt er „Your Song“ von Elton John (67) an und wirbelt mit seinen flinken Fingern über die Tasten. Gekonnt, wohlgemerkt.

Da staunt auch Ariane Jablonka (46), die ihr Geschäft extra für die NP und den Speck-Besuch in der Mittagspause aufgeschlossen hat: „Der musiziert ja so mitreißend, damit wird er bestimmt Erfolg haben“, urteilt die Klavierhaus-Chefin. „Und diese Ausstrahlung ...“ Spätestens jetzt ist der Moment für Speck gekommen, die Situation aufzuklären: „Musik hat mich schon mein gesamtes Leben begleitet. Ich bin zwar kein Opernsänger geworden, aber mit Leib und Seele Musiker.“ Kein Wunder: Mit sechs Jahren sitzt er schon am Klavier, absolviert an der renommierten Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin eine Ausbildung. „Ich wollte unbedingt auf eine Bühne und mich ausdrücken“, erzählt der 54-Jährige von seinem Ursprungsplan, Opernsänger zu werden. Letztendlich siegte die Schauspielerei. Womöglich stellte er sich bei der Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zu gut an: Mit Janina Hartwig (53, kennt man aus Serien wie „Um Himmels Willen“, „In aller Freundschaft“) überzeugte er einst als Ferdinand (sie als Luise) in Schillers „Kabale und Liebe“. „Wir würden garantiert lachen, wenn wir es uns nochmal angucken könnten“, sagt Speck und schmunzelt.

Wenn er am Abend mit „Im Himmel ist kein Zimmer frei“ im Theater am Aegi auf der Bühne steht - übrigens zum ersten Mal in seinem Leben - freut er sich darauf, „das Publikum live zu unterhalten. Denn das ist eigentliches Handwerk!“ Ein Handwerk, bei dem man im Gegensatz zum Fernsehen tatsächlich auf Anhieb gründlicher sein muss - verpatzte Szenen lassen sich eben nicht beliebig oft und unbemerkt wiederholen. Seine Textbücher zieht sich der gebürtige Sachse gerne mal am beim Sport rein, auch am Fitnesstrainer zu Hause. Draußen setzt er sich gern aufs Rennrad, schafft da, wenn er gut drauf und fit ist, 100 Kilometer in drei Stunden und 15 Minuten. „Das entspannt mich total.“

Im Gespräch, mittlerweile ist er mit der NP ins „6 Sinne“ umgezogen, ist Speck auch total entspannt. Selbst als es ums Älterwerden geht: „Man ist doch nur so alt, wie man sich fühlt“, sagt er und schiebt grinsend hinterher: „Ja ja, ich weiß, das Phrasenschwein.“ Die Beschaffenheit seines trainierten Körpers sieht jedenfalls nicht nach 54 Jahre alt aus, zumindest nicht das, was sich unter dem Hemd erahnen lässt.

Der Mann, den so viele als Dr. Jens Lennart in der ZDF-Serie „Hallo Robbie!“ und in „Ein Kessel Buntes“ lieben gelernt haben, ist überzeugt davon, „dass die guten Aufgaben erst mit dem Alter kommen“. Er mag recht haben, war er doch 2014 wieder auf dem „Traumschiff“ von Produzent Wolfgang Rademann (80) in der Folge Quebec zu sehen. „Ich habe sehr über das Angebot gefreut, es ist ein Geschenk dort zu drehen!“, schwärmt Speck, der ohnehin findet, dass reisen bildet und gleichzeitig zugibt, „Einpack-Legastheniker zu sein“.

In Zukunft wird man den Mann mit den markanten Gesichtszügen auch wieder häufiger auf dem Bildschirm sehen. „Angebote gibt es, spruchreif ist noch nichts“, gibt sich der Schauspieler da aber bedeckt. Generell ist er mit sich zufrieden, „vor allem dann, wenn mein Umfeld glücklich und gut mit mir ist.“ Ein intaktes Umfeld, dem er vertraut, braucht er, um kreativ sein zu können. Man könnte es auch das Specksche Credo nennen.

In Sachen Musik ist er übrigens deutlich auskunftsfreudiger: „Ich bin gerade dabei, ein Bühnenprogramm zu entwickeln.“ Da dürfte Jablonka wieder interessiert sein: Die Frau vom Klavierhaus Döll hat Speck ihre Räumlichkeiten und Flügel für Konzerte angeboten. Das wär doch was ...

>> „Im Himmel ist kein Zimmer frei“ läuft heute, morgen und Sonnabend jeweils um 20, Sonnabend auch um 16 Uhr. Tickets kosten zwischen 25 und 39,90 Euro.

www.kd-hannover.de