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Leben in Hannover Jessica Schwarz spielt in "Die Hände meiner Mutter"
Hannover Leben in Hannover Jessica Schwarz spielt in "Die Hände meiner Mutter"
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00:16 02.12.2016
Von Mirjana Cvjetkovic
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BEIM DREH: Jessica Schwarz mit Florian Eichinger in Hamburg – er führte Regie bei dem Film „Die Hände meiner Mutter“. Quelle: Axel Heimken
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Frau Schwarz, Ihr Film „Die Hände meiner Mutter“ ist ziemlich harter Stoff. Waren Sie zuvor mit einem solchen Thema befasst?

Überhaupt nicht. Ich kann mich glücklich schätzen, dass mein Umfeld davon verschont geblieben ist. Das wäre schlimm ...

Der Film lässt ja das Drama für sich sprechen, ohne es zusätzlich zu dramatisieren.

Es wurde wirklich unheimlich toll mit dem Thema umgegangen, sehr feinfühlig und sensibel behandelt. Ganz anders, als man sich das vielleicht vorstellen würde. Mir war auch gar nicht bewusst, dass es diesen Missbrauch so gibt, dass es eine solche Form der Zuneigung überhaupt geben kann.

Inwieweit konnten Sie am Drehbuch und an der Umsetzung Ihrer Figur Monika, der Ehefrau des Missbrauchsopfers, mitwirken?

Das Tolle ist, dass Florian (Regisseur Florian Eichinger, die Red.) und ich uns früh zu einem ersten Gespräch getroffen haben. Wir haben uns hingesetzt und wirklich alles durchgesprochen, die Figur bis auf Details geprüft. Sechs Stunden sind wir versackt - kein Wunder, ich hatte auch einen dicken Fragenkatalog zum Drehbuch dabei.

In der Praxis, also beim Dreh, ist es manchmal doch wieder anders, oder?

Das stimmt! Sätze sind manchmal so leicht geschrieben und sehen auch ganz klar aus. Dann steht man am Set und merkt: Du kannst den Satz so nie im Leben sagen - und fängt dann echt an, wegen des einen Satzes zu streiten (lacht). Aber man möchte ja, dass es gut und ehrlich wird am Ende.

Ein Stilmittel ist besonders: Bei den Rückblenden in seine Kindheit spielt sich Andreas Döhler auch als Kind.

Ich glaube auch, dass es das so noch nicht im Film gegeben hat. Jedenfalls nicht, dass ich wüsste. Es ist wahnsinnig gut vom Publikum aufgenommen worden, die Reaktionen darauf sind teilweise sehr stark. Es hat auch einfache Vorteile: Solche Szenen hättest du mit einem Kind so nie spielen können, wie die beiden das letztlich darstellen. Außerdem soll Pädophilen auch keine Plattform gegeben werden.

Wie spannend ist es, dem Publikum seine Arbeit live vorzustellen, wie jetzt bei der anstehenden Kinotour?

Ich bin so froh, dass ich mir freigenommen habe, um den Film ein paar Tage zu begleiten. Das ist die schönste Art von Bezahlung! Es macht eine Menge aus, wenn man mit im Publikum sitzt und die Stimmung beim Schauen des Films mitbekommt.

Sie sind Mittwochabend in Hannover, kennen Sie unsere Stadt?

(lacht) Immer, wenn ich eure Vorwahl sehe, also 0511, muss ich an den Geburtstag meines Freundes denken, der ist am 5. November. Und ich kennen Hannover durch Oliver Pocher. Wir waren ja beide damals beim Musiksender Viva beschäftigt, da sollte jeder Moderator auch mal seine Heimatstadt mit einbringen. So hat er oft etwas über Hannover erzählt und ich über Michelstadt. Stopp! Da ist noch was!

Ja?

Moment mal eben (kramt). Hier, in der Zeitschrift „Couch“ habe ich neulich was gefunden, das habe ich mir extra abfotografiert. Ich will mich in die Oststadt fahren lassen, da muss ein Laden mit antiken Sachen und Interieur sein. Und vielleicht gehe ich in die Kneipe „Spektakel“, da steht was von (liest ab) „schummrigem Licht“. Das „Boca“ und „Coffee Time“ empfehlen die auch.

Sie sind gerade in Österreich. Wegen Ihres Freundes oder der Arbeit?

Wegen meines Freundes und seiner zwei entzückenden Kids. Wir sind nun mehr als sieben Jahre zusammen, und nach der vielen Hin-und-her-Pendelei habe ich mich entschieden, auch nach Wien zu ziehen. Meine Wohnung in Berlin behalte ich aber. Ich bin sehr eng mit meinen Freunden und der Arbeit verbunden, eine Woche pro Monat versuche ich daher auch, in Berlin zu sein.

Wenn Sie einen Ausblick auf 2017 wagen: Worauf können Fans sich freuen?

Ich habe eine sehr lustige romantische Komödie gedreht, „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner.“ Und ich habe „Hanni & Nanni“ gedreht, da spiele ich Susanne Sullivan.

Wie, nicht Hanni oder Nanni?

(lacht) Ja, meine Schwester hat neulich auch gesagt: Früher wollten wir immer Hanni und Nanni sein. Und jetzt spielst du die Mutter!

Morgen besucht Schwarz um 20.30 Uhr das Kino am Raschplatz. Karten (acht Euro) gibt es nur noch, wenn vorbestellte Tickets nicht abgeholt werden.

NPVISITENKARTE

Geboren am 5. Mai 1977 in Erbach (Hessen). Sie wächst in Michelstadt im Odenwald auf, ihre Eltern haben dort das Restaurant mit Hausbrauerei „Michelstädter Rathausbräu“. Nebenan betreibt Schwarz mit ihrer Schwester Sandra seit 2008 das Designhotel „Die Träumerei“. Mit 16 Jahren verlässt sie ihre Heimat und wird 1993 als „Bravo“-Girl bekannt. Sie moderiert bei Viva. Der Durchbruch als Schauspielerin gelingt mit „Das Parfum“, sie spielt in „Romy“ und den „Buddenbrooks“. Schwarz gewinnt unter anderem den Adolf-Grimme-Preis sowie einen Bambi. Sie ist bis 2000 mit Oliver Pocher (38) liiert und hat eine sechsjährige Beziehung mit Schauspielkollege Daniel Brühl (38). Mittlerweile gehört ihr Herz Markus Selikovsky (37), mit ihm lebt sie in Wien. Sie ist Schirmherrin der Stiftung Kinderzukunft und besucht Kinder und Jugendliche in Guatemala. www.die-traeumerei.com