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Leben in Hannover Jane Comerford über Country und echte Cowboys
Hannover Leben in Hannover Jane Comerford über Country und echte Cowboys
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22:18 16.08.2012
Von Maren Weitz
HAT EIN HERZ FÜR COUNTRY: Jane Comerford feierte mit der Band Texas Lightning und dem Countrysong „No No Never“ ihren größten Erfolg.
HAT EIN HERZ FÜR COUNTRY: Jane Comerford feierte mit der Band Texas Lightning und dem Countrysong „No No Never“ ihren größten Erfolg. Quelle: Mathias Bothor
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Texas Lightning und der Erfolgshit „No No Never“ gehören unweigerlich zusammen. Nervt es, wenn man immer mit einem Song in Verbindung gebracht wird?

Nein, ich habe den Song selber geschrieben. Der Hintergrund des Lieds geht mir sehr nahe, es ist ein Stück aus meinem Leben. Ich weiß nicht, wie viele Hunderttausend Mal ich ihn schon gesungen habe. Aber er stammt aus meiner Feder, und ich habe kein Problem damit, ihn immer wieder zu singen. Es ist für mich eine Auszeichnung, dass „No No Never“ ein Evergreen geworden ist. Er wird noch immer jeden Tag im Radio gespielt. Es ist toll, die Leute mit guter Laune zur Arbeit zu schicken.

Neben Texas Lightning haben alle Mitglieder noch andere Projekte. Wie ist es, wenn die Band nach mehreren Wochen Pause wieder zusammenkommt?

Wir versuchen, so oft zu spielen, wie wir können. Für den Eurovision Songcontest haben wir damals viele unserer anderen Projekte liegen gelassen. Nun haben wir alle das Bedürfnis, uns um die Sachen zu kümmern, die auf der Strecke geblieben sind. Dass wir nur selten spielen, liegt am Zeitmangel. Wir spielen so gerne miteinander und freuen uns immer, uns wiederzusehen.

Ist die Harmonie dann gleich da?

Wir sitzen schon sehr fest im Sattel mit dem, was wir machen. Vor den Auftritten proben wir natürlich auch immer noch. Wir spielen alles einmal durch, um die Verbindung zueinander zu bekommen.

Bei manchen Bands ist es irgendwann vorbei mit der Harmonie. Wie ist das für Sie, wenn sie hören, dass sich eine Band trennt, die Sie seit ihren Anfängen kennen, wie zum Beispiel jetzt „Wir sind Helden“?

Das müssen die Musiker für sich entscheiden. Wenn die Phase zu Ende geht, muss man das respektieren. Bei manchen, wie den RollingStones, geht es immer weiter. Aber das ist selten. Oft gibt es ein Verfallsdatum. Irgendwann fehlt die positive Chemie, man hat das Gefühl, man wird gebremst. Dann muss man die Konstellation verlassen. Ich beobachte das, bin ein bisschen ein Wegbegleiter. Aber ich freue mich, wenn die Menschen für sich den richtigen Weg finden und glücklich sind.

Sie haben für sich die Country-Musik gewählt. Warum?

Es gibt den Spruch „In jedem Australier schlägt ein Country-Herz“. Und das ist wohl auch bei mir so. Mein Vater war in Australien Vieh-Auktionator, ich verbrachte viel Zeit in Stiefeln und mit Hut zwischen den ganzen Cowboys. Ich bin studierte Pianistin und habe alle möglichen Musikrichtungen gemacht. Irgendwann kam von einer Hobby-Band die Anfrage, ob ich mitmachen möchte. Just for fun. Super, dachte ich, endlich mal Musik machen ohne Druck. Und ausgerechnet das ging natürlich durch die Decke und bescherte mir den größten Karriere-Erfolg.

Muss man sich als Country-Musiker häufig rechtfertigen?

Nein. Der Erfolg von „No No Never“ ist eine Rechtfertigung an sich. Wenn man solche Erfolge gefeiert hat, ist man akzeptiert. Aber ich wundere mich immer noch, was für unterschiedliche Menschen der Song anspricht. Ich bekomme Mails von Leuten, die nur Punk oder nur Rap hören und sagen, dass sie das Lied toll finden. Ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe. Wenn ich es wüsste, würde ich es gleich noch einmal machen (lacht).

Das Konzert „Country in Concert“ dauert sechs Stunden - ’ne ganz schöne Nummer. Wie schafft man es, die Zuschauer so lange zu unterhalten?

Wer ein richtiger Country-Fan ist, ist schon von ganz allein hin und weg. Es ist die positive Stimmung der Musik, die auf das Publikum überspringt. Außerdem ist das Programm mit vier unterschiedlichen Künstlern beziehungsweise Bands an sich schon sehr kurzweilig. Rattlesnake Annie spielt zum Beispiel ganz reduziert, nur von einer Gitarre begleitet. Wir sind dagegen ja eher ein Feuerwerk, mit Songs zum Tanzen - aber auch zum Wegträumen.

Kennen Sie die anderen Künstler persönlich, die bei „Country in Concert“ auftreten?

Tom Astor habe ich schon ein paar Mal backstage getroffen. Auf die anderen Künstler freue ich mich.

Ein großer Fan von Ihrer Musik ist der Gouverneur von Texas. Er hat Ihnen die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Ja. Das war in der Zeit, als gerade alles drunter und drüber ging. Wir haben nicht gedacht, dass wir einen Nummer-eins-Hit landen oder dass wir zum Song Contest fahren. Genauso wenig hätten wir gedacht, dass sich Amerika meldet. Das war schon Rock-’n‘-Roll-Feeling. Sehr aufregend.