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Leben in Hannover Neuer Club „Sinus“ darf nicht öffnen – Betreiber ist sauer
Hannover Leben in Hannover

Jakob Bach will Club Sinus eröffnen und scheitert an Corona-Regeln

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07:00 29.12.2021
Startklar: Jakob Bach an der Bar seines Clubs „Sinus".
Startklar: Jakob Bach an der Bar seines Clubs „Sinus". Quelle: privat
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Hannover

Steht man an der Hamburger Allee vor dem Bredero-Hochhaus, befand sich in der Location rechts neben dem Zaza früher die Noris-Bank. Schaut man in den ersten Stock, sieht man große Panorama-Fenster – hier sollte längst der neue Club „Sinus“ eröffnet haben.

Man kann sich schon gut vorstellen, wie sich hier 250 Sitzplätze füllen, das Interieur ist edel in Schwarz, Gold und Marmor gehalten. Die Tanzfläche ist klein und liegt in der Mitte, es gibt VIP-Areas und viele Stehtische, von denen man auf die Hochbrücke vor den Fenstern schauen kann. Aber bis der Lounge-Club tatsächlich öffnet, kann es noch dauern. Geschäftsführer Jakob Bach (29) ist sauer.

„Wir sind ein Amüsierbetrieb, verkaufen Spaß“

„Im Moment werden wir Club-Betreiber einfach hängen gelassen. Jetzt haben wir geimpfte Gäste, aber die Option für 2G plus haben wir nicht.“ Das sei unglaublich frustrierend für die Szene. „Wir sind ein Amüsierbetrieb, wir verkaufen Spaß und Freude“, stellt Bach klar. „Damit sind wir ein wichtiger Bestandteil dieser Gesellschaft. Gerade in dieser Zeit brauchen Leute einen Ort, um mal loszulassen, sich frei zu fühlen und glückliche Menschen zu sehen.“

Der Gastronom, der das Geschäft seit 15 Jahren kennt und unter dem Label „Max & Moritz“ seinen eigenen Wein auf den Markt brachte, ist enttäuscht vom Umgang mit jungen Unternehmern. „Die Wirtschaft braucht Entrepreneur-Geist und Enthusiasmus. Man fühlt sich als Gastronom im Stich gelassen.“

Edles Design: In dem Club dominieren die Farben Schwarz und Gold. Quelle: privat

Knapp eine Million Euro wurden bereits in das Objekt investiert. Natürlich sei es „mutig und heikel“ gewesen, im Sommer die Entscheidung zu treffen – „aber die Pandemie schien sich gefangen zu haben. Keiner hätte gedacht, dass wir nach dem Impfen wieder in derselben Situation stecken wie im ersten Lockdown.“ Der 29-Jährige gibt zu bedenken, dass er eine Lokalität gründe, die „für die nächsten Jahrzehnte neben Arbeitsplätzen auch Steuereinnahmen“ schaffe. „Wir geben uns so viel Mühe und werden stehen gelassen“, klagt er. Das habe Folgen: „Da wird die Zündschnur langsam immer kürzer.“

Bach sammelte viele Erfahrungen in der Branche

So hat sich der Club-Gründer seinen Neustart nicht vorgestellt. Bach hat bereits viel Erfahrung in der Gastroszene gesammelt, nicht nur mit seinem Weinprojekt „Max & Moritz“. Er arbeitete im „Bismarck Bahnhof“, im „Leinegold“, im „Zaza“ und im „Zino“, kellnerte im „Basil“, war mit unzähligen Events, auch auf dem Maschseefest, unterwegs.

Das Wein-Projekt: Mit Maximilian Greite (rechts) brachte Jakob Bach „Max und Moritz“ heraus. Quelle: privat

Wenn er seinen Club „Sinus“ öffnen darf, möchte er aber nicht das benachbarte Zaza kopieren, auch keine umliegenden Clubs, wie die „Dax-Bierbörse“, Osho-Disco oder das Palo Palo. „Diese Clubs haben alle ihre Berechtigung und ihr eigenes Konzept.“ Seine Idee ist ein Lounge-Club, in dem man „etwas erwachsener“ feiern kann.

Am Wochenende ist der Zutritt erst ab 21, unter der Woche ab 18 Jahren. „Wir werden mit Lounge-Musik ab 20 Uhr starten, ab 22 Uhr mit DJ.“ Auf der Karte stehe eine große Wein- und Champagnerauswahl, außerdem klassische Cocktails und Longdrinks. „Man kann von uns aus wunderbar weiterziehen, in den Glitzerkeller und andere Clubs.“

In Hannovers Club-Ecke: Das „Sinus“ soll hier im ersten Stock das Partyvolk anziehen. Quelle: Nancy Heusel

Warum der Name „Sinus“? „Ein Sinuston ist ein Schallereignis, eine erzeugte Schwingung. Musik“, erklärt Bach. „Es geht um Musik, um Spaß.“ Er habe auch überlegt, das Lokal „Club Hedonist“ zu nennen. „Weil es in der heutigen Zeit mehr denn je darum geht, sich selbst und alles um sich herum zu genießen.“

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Bis man sich im „Sinus“ an Getränken, einer beeindruckenden Aussicht und Musik erfreuen kann, wird es also noch dauern. Der Fahrstuhl ist eingebaut, die Lüftungsanlage steht, Bar und Tresen sind bereit. Fehlen nur noch die optimale Gegebenheit, fallende Inzidenzen und ein Corona-Konzept, mit dem alle gut leben können. Bach hat eine „Sinus“-Vision: „Ich freue mich darauf, wenn sich hier zwei Menschen einfach küssen können. Ohne Maske. Ohne alles. Einfach, weil er und sie die Nacht und das Ausgehen genießen.“

Von Luisa Verfürth