Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Ivy Quainoo über Casting, Hannover und ihr neues Album
Hannover Leben in Hannover Ivy Quainoo über Casting, Hannover und ihr neues Album
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:35 20.01.2014
Von Stefan Gohlisch
Anzeige

Ihr neues Album heißt „Wildfires“, also Lauffeuer. Inwiefern ist das programmatisch?
Ich habe darüber gar nicht nachgedacht, als der Song entstanden ist. Aber im Laufe der Album-Produktion wurde schon klar, dass es das Motto ist.

Das Album klingt deutlich reifer als der Vorgänger, auch reifer, als man das bei einer Künstlerin Ihres Alters vielleicht erwarten kann. Wie kommts?
Ich habe diesmal mitgearbeitet. Wir haben im Studio zusammen geschrieben; ich habe natürlich Hilfe dabei bekommen. Da sind viele verschiedene Einflüsse zusammengekommen. Aber mir gefällt eben bestimmte Musik, und ich weiß, welche Musik zu mir passt.

Wie schreiben Sie? Ist er der Text da, erst die Musik?
Wenn ich alleine schreibe - was momentan noch nicht so oft passiert -, dann geht es meistens von einer Textidee aus. Mir fällt das so leichter, und wenn eine Zeile super ist, dann kann leicht ein ganzer Song daraus entstehen.

Welche Themen sind Ihnen wichtig?
Das gängigste Thema ist natürlich die Liebe, wie bei fast jedem Künstler. Aber das ist ein großes Thema, von vergangener Liebe bis zu gerade aufflammender. Oder auch Liebe zu etwas Höherem.

Warum war es Ihnen wichtig, dieses Mal selber mitzuschreiben?
Mir war es nie wichtig, selbst zu schreiben, aber es war mir wichtig, einen großen Einfluss zu haben. Aber wenn man dann im Studio sitzt und gute Ideen hat, möchte man sie auch einbringen. Noch lerne ich viel, schreibe im Team. Aber wer weiß? Vielleicht ist das vierte, fünfte Album komplett selbstgeschrieben.

Ihr erstes Album musste extrem schnell fertig werden; für dieses hatten Sie mehr Zeit. Wie unterschied sich die Arbeit?
Ja, das erste war in zehn Tagen fertig. Das ging so rasend schnell, dass ich kaum mitbekommen habe, als es dann wirklich draußen war. Es war eine schöne Erfahrung, jetzt die Zeit - nämlich fast ein Jahr - zu haben, um das Album fertigzumachen und daran wirklich mitzuarbeiten.

Wie sahen damals Ihre Einflussmöglichkeiten aus?
Ich hatte Einfluss auf die Songs, aber natürlich ging alles sehr schnell.

Es heißt, das zweite Album ist das schwierigste. Haben Sie das auch so empfunden?
Ja, natürlich. Auch wegen meiner Sondersituation. Das Album ist eben nicht gleich auf Platz fünf. Es rennen nicht alle die Läden ein. Aber damit habe ich kein Problem. Ich weiß, dass ich ein gutes Album gemacht habe.

Wenn über Sie geschrieben wird, wird gerne betont, dass Sie eine ernsthafte Künstlerin sind. Steht man als Castingshow-Gewinner unter Generalverdacht, unernst zu sein?
Ich fürchte, für die meisten Menschen ist das so: Dass man für ein Jahr berühmt sein darf, und dann kommt der nächste hinterher. Genau das will ich nicht. Mir ist klar, dass ich nicht von Karriere-Anfang bis Karriere-Ende immer die Nummer eins sein kann. Was mich auch nicht stört. Jetzt ist der normale Alltag eines Künstlers eingekehrt. Das finde ich okay: dass man mehr Zeit hat für seine Musik, auch für sich selbst.

Haben Sie „The Voice of Germany“ als Sprungbrett wahrgenommen?
Nein, damals gar nicht so. Weil ich ja eher aus Spaß mitgemacht habe und gar nicht damit gerechnet habe, überhaupt weiterzukommen. Ich hätte am Anfang auch gar nicht gewollt, dass ich gewinne. Für mich war das eher wie eine Klassenfahrt. Ich habe dadurch tolle Künstler, tolle Menschen kennengelernt.

Ist diese Vergangenheit heute auch mal hinderlich?
Da „The Voice“ die etwas andere Castingshow ist, ist das nicht so schwierig, wie es wahrscheinlich nach anderen dieser Sendungen so ist. Aber natürlich will ich nicht immer die Siegerin von „The Voice of Germany“ sein. Die Show ist in die dritte Staffel gegangen. Es gibt einen neuen Sieger.

Wie hat sich Ihr Leben verändert?
Ich komme auf jeden Fall viel herum. Aber privat sind die Veränderungen nicht so gravierend, auch weil ich in Berlin lebe.

Wohnen Sie immer noch bei Ihrer Mutter mit den Geschwistern in Neukölln?
Nein, ich wohne mittlerweile alleine. Ich hatte ein winziges Zimmer und brauchte mehr Platz.

Sie waren zuletzt als Support für Olly Murs auf Tour. Wie war das?
Das ist natürlich noch mal etwas ganz Anderes. Einerseits entspannend, weil man nicht im Mittelpunkt steht. Andererseits: Man ist Vorband. Man muss alles geben, und im besten Fall überzeugt man ein paar Leute für die eigene Tour. Ich bin da ganz locker herangegangen, habe auch zum ersten Mal auf der Bühne Gitarre gespielt.

Worauf freuen Sie sich bei Ihrer eigenen Tour am meisten?
Es wird ein bisschen experimentell. Wir fangen ruhig an und legen dann richtig los. Das wird interessant.

Haben Sie Verbindungen zu Hannover? Immerhin haben Sie mit Mousse T. am Soundtrack zu „What a Man“ zusammengearbeitet.
Ja, aber wir haben mein Lied in Hamburg aufgenommen. Ein Kumpel von mir studiert jetzt aber in Hannover. Den habe ich zwar noch nicht besucht, doch der kommt zum Konzert.