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Leben in Hannover Ihnen allen sagt Christian Wulff „Danke“!
Hannover Leben in Hannover Ihnen allen sagt Christian Wulff „Danke“!
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15:09 06.04.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
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Hannover

Er wollte einfach mal „Danke“ sagen. Für „wahre Freundschaft“ und „vielfältige Unterstützung“. So schrieb es Christian Wulff (54), früher mal Bundespräsident, jetzt ganz einfacher Rechtsanwalt, jedenfalls in einer Einladung - 215 sind nach NP-Informationen rausgegangen. Für das „nette Beisammensein“ hat sich Wulff keinesfalls einen geheimen Ort gesucht - ganz im Gegenteil: Er lud ins GOP-Varieté-Theater an der Georgstraße. Naheliegend: Wulff ist seit langem ein enger Freund von Werner Buss (50), dem Entertainment-Chef des Hauses. Aber auch wenn sich der 54-Jährige am Sonntag noch mit Tochter Annalena (20) bei den Ehrlich Brothers in der TUI-Arena für alle Welt sichtbar blicken ließ, hatte er gestern keine Lust auf Öffentlichkeit - unbemerkt schlich er ins GOP.

Ab 18.30 Uhr trudelten die Gäste ein, viele mit Geschenken bepackt. Sänger Heinz Rudolf Kunze (57, „Ich wünsche ihm alles Gute“) hatte sein eigenes Buch „Manteuffels Murmeln“ dabei, „ffn“-Moderator Franky (42) eine Flasche Schampus (Veuve Clicquot). Drogerie-König Dirk Roßmann (67) freute sich für seinen Freund, „dass er ohne Druck und ohne in der Kritik zu stehen feiern kann“. Wulffs Noch-Frau Bettina (40) kam mit den Kindern Leander (10) und Linus (5), seine Tochter Annalena huschte mit Begleiter fast genauso unbemerkt wie Zeitarbeitschefin Tina Voß (43) ins Varieté. Fabrizio Sepe, Chef des Serengeti-Parks, betonte: „Es ist schön zu sehen, wie erlöst er jetzt ist.“

Unternehmer Egon Geerkens (69) fiel vor allem wegen seiner knalligen Krawatte auf, Wulffs Mitangeklagter David Groenewold (41) sagte lieber nichts, Komiker Dieter Hallervorden (78) dafür umso mehr: „Man muss ihm wieder wichtige Aufgaben übertragen“, wünscht er sich für Wulff. Und Autoren wie William Shakespeare hätten bestimmt aus Wulffs Abgang und Prozess ein ganzes Drama verfassen können. „Er hat den neuen Lebensabschnitt jetzt verdient“, meinte Unternehmer Gregor Baum (46). Darauf hob er nicht nur er ein Glas, sondern auch Ex-Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (65), Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe (55, „Sein Freispruch war logische Konsequenz“), Wulff-Anwalt Michael Nagel, Ex-Landtagspräsident Hermann Dinkla und Diether Dehm (63) von den Linken.

Die NP hat trotz großer Geheimhaltung einige Details zu der Sause herausbekommen: Es gab eine abgespeckte Version aus dem aktuellen GOP-Programm „Lipstick“ - eine Trapeznummer und Jonglage von Robert Wicke (38). Aufgetischt wurde ein dreigängiges Roulette-Menü: verschiedene Speisen, die untereinander getauscht werden sollten - zur Förderung des Dialogs. Es gab zwar Rot- und Weißwein, Highlight dürften aber die Bananensaft-Kreationen gewesen sein - Wulffs Lieblingssaft!

Das Dessert wurde gegen 22 Uhr gereicht. Musik machte Frank Schönfeld (53), Freizeit-DJ seit 30 Jahren, sonst Geschäftsmann. Spezielle Wünsche hatte Wulff erst mal keine, ein Vorabgespräch gabs nicht: „Ist ja auch nicht nötig, wir sind ja ein Jahrgang“, so Schönfeld.

Über eins kann man sich aber nach allem doch nur wundern: Wulff hatte seinen Gästen Infos zu Übernachtungsmöglichkeiten angeboten, „da wir einige Sonderkonditionen vereinbaren konnten“. Wollte er kokettieren - oder hat er nichts dazugelernt?