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Leben in Hannover Ich kann fliegen heben ab!
Hannover Leben in Hannover Ich kann fliegen heben ab!
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10:02 01.10.2012
Von Jörg Meyer
GROSSER AUFTRITT: Zum Finale ihres Songs holte Ich kann fliegen Freunde zum Mitsingen auf die Bühne.
GROSSER AUFTRITT: Zum Finale ihres Songs holte Ich kann fliegen Freunde zum Mitsingen auf die Bühne. Quelle: dpa
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Hannover

Und plötzlich war es Platz drei. „Damit hatten wir echt nicht gerechnet“, erzählt Paul Schüler. Der Gitarrist von Ich Kann Fliegen kann es immer noch nicht richtig begreifen. Zusammen mit seinen drei Bandkollegen Niko Stege (26), Bill Liederwald (22) und Niklas Kubitschke (27) war er Freitagabend beim Bundesvision Song Contest Dritter geworden. Dabei hatten die vier Jungs aus Hannover bei Beginn der Punktevergabe zunächst eine große Enttäuschung erwartet. „Das erste Bundesland hat seine Punkte verteilt: einen, zwei, drei, vier - keiner davon für uns“, berichtet Schüler. Dann die Überraschung: „Wir hatten nicht damit gerechnet, aus jedem Bundesland mindestens fünf Punkte zu bekommen“. Der Knaller waren natürlich die zwölf Punkte aus Niedersachsen. Am Ende kamen 109 Punkte zusammen.

Nur die Frauengruppe Laing aus Sachsen und Xavier Naidoo landeten vor den vier Hannoveranern. Naidoo sang sich mit Rapper Kool Savas als „Xavas“ und mit 172 Punkten auf den ersten Platz. Das Duo wurde bereits vor dem Wettbewerb als klarer Favorit gehandelt. Ihr Song „Schau nicht mehr zurück“ war vorher schon ein Hit im Radio. Einige Zuschauer empfanden dies als Wettbewerbsverzerrung, es gab sogar Buh-Rufe. Die Jungs von Ich kann Fliegen sehen darin eher eine Chance. Paul Schüler formuliert es ähnlich wie Song-Contest-Organisator Stefan Raab: „Solche Acts ziehen doch erst ein großes Publikum an und geben uns Newcomern damit die Möglichkeit, bekannter zu werden.“

Die Hannoveraner haben am Freitag bewiesen, dass sie sich durchaus mit den Großen der Musikszene messen können. Die selbsternannte „Feuerwerksband“ hat es geschafft, einige Raketen zu zünden. Ein Highlight war der Auftritt des Chors zum Ende. „Wir wollten damit unserer Botschaft von Nächstenliebe noch ein wenig mehr Ausdruck geben, indem wir Freunde zum Singen auf die Bühne geholt haben.“ Ihr Song steht unter Kitschverdacht, Sänger Niko Stege steht dazu: „Der Text spricht mir aus dem Herzen, sonst könnte ich es nicht singen“, sagte er vor dem Contest in einem Interview.

Nicht nur viele Zuschauer in der Halle und vor den Fernsehern (1,32 Millionen sahen zu) hatten einen Gänsehaut - auch die vier Musiker. „Das war schon Wahnsinn“, erinnert Schüler sich, „ein ganz besonders Erlebnis für uns“. Und wie fühlen sie sich jetzt nach diesem Erfolg? „Wir sind glücklich, allerdings auch ziemlich k.o.“ Samstag seien alle aufs Sofa gefallen und hätten den ganzen Abend nur gechillt.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Newcomern aus Hannover aber nicht. Am 25. Oktober starten sie in Leipzig mit ihrer ersten eigenen Tour. Beim Heimspiel liegt die Messlatte hoch: Am 26. Oktober spielen sie im Musikzentrum Hannover (Emil-Meyer-Straße, Vahrenwald). „Da kommen auch viele Freunde und Familie, da wollen wir natürlich besonders gut sein“, kündigt Gitarrist Paul Schüler an.