Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Hundesalon in Hannover: Top gepflegt von Kopf bis Pfote
Hannover Leben in Hannover Hundesalon in Hannover: Top gepflegt von Kopf bis Pfote
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:27 12.01.2017
FERTIG IST DER SAUBERE PUDEL: Zwei Stunden dauert die Behandlung für Max bei Andrea Horn.
FERTIG IST DER SAUBERE PUDEL: Zwei Stunden dauert die Behandlung für Max bei Andrea Horn. Quelle: Wallmüller
Anzeige
Hannover

Andrea Horn (49) fegt gerade die letzten Haare vom Boden ihres Hundesalons „Feiner Hund“ in der Nordstadt. Da fliegt auch schon die Tür auf und Max (3) stürmt herein. Der pechschwarze Pudel ist Stammkunde. Alle drei Monate hat er einen Termin bei der Hundefriseurin.

Horn war früher Reiseverkehrskauffrau und schipperte jahrelang auf einem Boot über Atlantik, Mittelmeer und Pazifik. „Als ich zurückkam, passte mein alter Job nicht mehr zu mir“, erzählt sie. Irgendwas mit Tieren wollte sie machen. „Ich konzentrierte mich zunächst auf artgerechte Ernährung für Hunde“, sagt sie, „dann gab mir jemand den Tipp, mich zur Hundefriseurin ausbilden zu lassen.“ Gesagt, getan. Nach der dreimonatigen Zusatzausbildung eröffnete sie im Mai 2014 ihren eigenen Salon.

Bürsten, baden, entfilzen und das Fell stutzen gehören zu den Leistungen, die Horn anbietet. Max bekommt das Komplettprogramm: zwei Stunden, 50 Euro. „Baden ist nicht bei jedem Hund notwendig“, betont Horn, „beim Pudel hilft es jedoch, das Haar aufzurichten.“

Max wird in die graue Badewanne gesetzt und erst einmal abgeduscht. Er sieht aus, nun ja, wie ein begossener Pudel. Das Wasser färbt sich braun. Mit einem milden Shampoo entfernt Horn den Schmutz. „Die Haut von Hunden hat einen anderen ph-Wert als die von Menschen“, erklärt Horn, „deshalb muss ein spezielles
 rückfettendes Shampoo be-nutzt werden.“
Max braucht eine zweite Runde. Dass seine Nase gewaschen werden soll, gefällt ihm nicht so richtig gut. Beruhigend redet die Hundefriseurin auf ihn ein. Vorsichtig wringt sie Pfoten und Ohren aus. Max wird in ein blaues Handtuch gehüllt und abgetrocknet. Mit einem Föhn, der wie ein Staubsauger aussieht, wird sein Fell trockengepustet. „Das Gerät ist recht laut“, so Horn, „da fangen die meisten Hunde an zu zittern.“ Max hält trotzdem still. Zum Glück hält Horn ihm die Ohren zu, während das Gerät seinen Kopf trockenpustet.

Ziemlich aufgeplustert sieht er nun aus – fast wie ein Plüschteddy. Auf dem Trimmtisch bekommt sein Fell eine Portion Seidenprotein. „Wie beim Menschen ist ein Haarschnitt ohne vorheriges Kämmen nicht möglich“, erklärt die Expertin. Mit geübtem Griff hält die Expertin das Tier fest, während sie mit der Zupfbürste sein Fell auskämmt.
„Ruhe und Geduld sind wichtig“, betont die Hundefriseurin, „Hektik überträgt sich nämlich auf die Tiere.“ Ein Kunde war so aufgeregt, dass sie ihn mit halbfertiger Frisur nach Hause schicken musste. „Das arme Tier wäre vor Aufregung fast umgekippt“, erinnert sie sich, „dann breche ich natürlich ab.“

Etwas ungläubig betrachtet Max sein rechtes Hinterbein, das gerade mit der Maschine geschoren wird. „Er bekommt eine Winterfrisur“, sagt Horn, „dabei wird das Fell auf zwei Zentimeter gestutzt.“ Auch die klassische Pudelfrisur mit Krönchen wird bei Horn nachgefragt. „Das ist eine echte Herausforderung und macht mir sehr viel Spaß“, erzählt sie, „da braucht man schon Kunstfertigkeit und einen Blick für Proportionen.“ Max ist ein Gartenhund. Er braucht so etwas nicht.

Blaues Fell und pink lackierte Krallen – so etwas gibt es bei Horn nicht. „Blödsinn“, meint sie, „so etwas würde ich immer ablehnen.“ Max dreht sich einmal um die eigene Achse und macht Platz. „Wir sind noch nicht fertig“, mahnt die Hundefriseurin, „jetzt geht es ans eigentliche Schneiden.“ Mit der Schere bringt Horn das geschorene Fell in Form. Besonders kritisch sind die Vorderpfoten. „Da lassen sich die meisten Hunde nicht gern anfassen“, erklärt sie. Manche versuchen, die Prozedur mit kleinen Bestechungsversuchen abzukürzen. „Dann bekomme ich schon mal ein kleines Küsschen“, amüsiert sich Horn. Max probiert es auf andere Weise. Er pupst. Horn nimmt es gelassen.

Zum Schluss schneidet sie vorsichtig die langen Haare, die dem Pudel über die Augen hängen. „Jetzt kannst du auch wieder was sehen“, sagt sie und streichelt den Kleinen liebevoll. Zwei Stunden sind vergangen, und Max ist, dem schwarzen Fellhaufen auf dem Boden nach zu urteilen, zwei Kilo leichter. Schwanzwedelnd nimmt er sein Leckerli entgegen. Feiner Hund.

Von Janina Scheer