Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Hannover findet seinen Cocktail königlich
Hannover Leben in Hannover Hannover findet seinen Cocktail königlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 27.06.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
Anzeige
Hannover

Trennungen, im Guten und Bösen. Erfolge und Misserfolge im Job. Finanzieller Frust und unerhoffter Geldsegen. Geschichten wie diese kennt Manuel Mauritz (25) als Barmann von seinen Gästen zuhauf. Wenn es um sein Privatleben geht, gibt er sich aber lieber bedeckt. Lediglich dass er eine Tochter, Sophia (zehn Monate), hat, lässt er sich entlocken: „Sie ist meine Lieblingsfreizeitbeschäftigung.“

Aber deshalb hat die NP den 25-Jährigen ja auch nicht an seinem Arbeitsplatz, der Bar Lucky 7 in der Spielbank am Raschplatz, besucht. Vielmehr ging es darum, dass er mit seiner Cocktail-Erfindung, dem „Hannover Royal“, derzeit supererfolgreich ist. „Das ist wirklich cool, mittlerweile wird er in 30 Bars ausgeschenkt!“, freut sich Mauritz. Mit seinem Chef Chi Trung Khuu (37, betreibt auch das „Mister Q“) hat Mauritz vor einiger Zeit die Idee gehabt, anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Personalunion zwischen Welfen und englischem Königshaus einen Cocktail zu entwickeln. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragte sich das Duo. Hannover sollte unbedingt auch darin vorkommen. „Außer Lüttjer Lage hat die Stadt ja gar kein eigenes Getränk“, erläutert der Gastronom.

Tagelang probierten die Herren verschiedene Kombinationen aus. Welche Zutaten harmonieren, weiß Mauritz genau, „ich bin ja mehr als eine Cocktail-Schubse, arbeite eigentlich wie ein Koch immer mit frischen Kräutern und Gewürzen“, beschreibt er seine Arbeit hinterm Tresen. Die war 2013 übrigens von Erfolg gekrönt, er wurde niedersächsischer Cocktailmeister.

Schnell war klar, guter Gin muss rein: „Ist ja typisch britisch“, so der Barmixer. Mit ihrem Lieblingsgetränk, dem Gin Tonic, ist Queen Mum († 101) schließlich auch uralt geworden. „Es war aber eher eine Schnapsidee, Jägermeister hinzuzufügen“, sagt der Experte über den Kräuterschnaps aus Wolfenbüttel und lacht: „Die Harmonie passt aber wirklich ganz wunderbar.“ Dann fehlten nur noch Hannover-Sekt und Orangenschale fürs Aroma. Der „Hannover Royal“ kam bei Gästen gut an, „auch bei denjenigen, die Gin und Jägermeister einzeln nicht trinken“, freut sich der Getränke-Erfinder.

Auch dem Gaststättenverband Dehoga schmeckt der Cocktail: „Sehr lecker, ich mag die Mischung“, urteilt Hannover-Chefin Kirsten Jordan (47). Sie hat noch keine Gelegenheit ausgelassen, das Getränk zu kosten - etwa bei der Eröffnung der Landesausstellung kürzlich im Landesmuseum.

Mal gucken, wie lange der Hype noch anhält, Cocktailtrends ändern sich oft zügig. „Hannover braucht aber schon etwas länger“, weiß Mauritz, der regelmäßig Bar-Messen besucht, „bei uns werden immer noch Aperol Sprizz und Hugo bestellt.“ Drinks, die in anderen Metropolen nicht mehr angesagt sind. Und auch Mauritz hat schon wieder neue Ideen. Kürzlich hat er einen Salat mit Wacholder-Aprikosen-Dressing gegessen. „Krass! Da kann man doch eigentlich auch einen Drink draus machen“, findet er. Okay ...