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Hannover: Verein Unter einem Dach kämpft mit Crowdfunding um Existenz

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12:03 17.11.2021
Sie geben nicht auf: das Team von „Unter einem Dach“ mit Iyabo Kaczmarek, Shino Maier, Isabel Jacobs, Alexandra Faruga, Inge Tyman und Christopher Lambrecht.
Sie geben nicht auf: das Team von „Unter einem Dach“ mit Iyabo Kaczmarek, Shino Maier, Isabel Jacobs, Alexandra Faruga, Inge Tyman und Christopher Lambrecht. Quelle: Isabel Winarsch
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Hannover

Es könnte alles so schön sein – vielen Menschen konnte die Organisation „Unter einem Dach“, die in der Nordstadt in den Lilienhöfen ihr Zuhause hat, in den letzten Jahren bereits helfen. Indem sie zur Anlaufstelle für den kulturellen Nachwuchs der Stadt Hannover geworden ist und Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund unterstützt hat, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, Ausbildungsplätze für sie zu finden, die Sprache zu lernen und eine Wohnung zu bekommen.

Auch die Nähwerkstatt mit dem jungen, hippen Taschenlabel Maesh gehört zu „Unter einem Dach“. Ebenfalls in den Lilienhöfen befindet sich der Verein SNNTG, der sich für eine kulturelle, künstlerische und musikalische Vielfalt in der Region einsetzt, außerdem haben viele andere junge Menschen und Vereine hier eine Anlaufstelle.

Mietverträge laufen dieses Jahr aus

Doch jetzt schlagen die beiden Geschäftsführerinnen von „Unter einem Dach“, die Kulturproduzentin Iyabo Kaczmarek und Kulturwissenschaftlerin Alexandra Faruga, Alarm: Denn die Lilienhöfe sind in Gefahr – und damit der Fortbestand dieses kreativen Ortes. Der Grund: Die Gebäude sind veräußert worden und die Mietverträge laufen zum Ende des Jahres aus. Ab Januar soll saniert und dann weiterverkauft werden – das wäre das Ende für „Unter einem Dach“ in den Lilienhöfen.

„Es sei denn, wir holen uns den Ort zurück“, sagt Projektkoordinatorin Shino Maier. Die Chance dazu hat das Team tatsächlich: Denn die Gebäude wurden „Unter einem Dach“ vorab zum Kauf angeboten. „Hier könnte ein Leuchtturmprojekt für Hannover entstehen – 750 Quadratmeter für Gemeinschaft, Toleranz und Teilhabe“, hofft Alexandra Faruga. Doch dazu braucht die Organisation Geld – die Gebäude kosten immerhin zwei Millionen Euro. „Wir haben diese Woche ein Crowdfunding bei betterplace.org gestartet, bitte spendet dort und helft uns!“, ruft Iyabo Kaczmarek auf.

Viele Promis unterstützen die Aktion

In dem fünfminütigen Spendenfilm solidarisieren sich viele bekannte Stadt-Gesichter wie Musiker und DJ Ferry Ghods, Industriedesigner Professor Gunnar Spellmeyer oder Jan Willem Huntebrinker vom Historischen Museum mit dem Anliegen. Andere wie Jörg Smotlacha vom Kulturzentrum Faust, Lars Willer, Manager von Göing, oder Frisör Bernd Prinzen erzählen, welche positiven Erfahrungen sie mit den Auszubildenden, die von „Unter einem Dach“ vermittelt werden, gemacht haben.

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Auch, wenn sie nicht das ganze Geld zusammenbekommen, hoffen Iyabo Kaczmarek und Alexandra Faruga mit ihrem Team, wenigstens einen Teil der Gebäude kaufen zu können und so zu sichern: „Wir hoffen sehr, dass wir bleiben können. Die Lilienhöfe gehören zu uns! Wir wollen sie gemeinsam mit Sozialinvestoren weiter entwickeln“, sagt Alexandra Faruga. „So können wir weiter einen Ort der Begegnung schaffen. Denn ,Unter einem Dach schützen’, heißt Menschenleben zu schützen“, betont Alexander Knorr von Young Amnesty, die ebenfalls in den Lilienhöfe ihr Zuhause haben. Der Link zum Crowdfunding:

https://www.betterplace.org/de/projects/101205-rettet-die-lilienhoefe-schafft-raum-fuer-zusammenhalt-und-kreativitaet

Von Maike Jacobs