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Leben in Hannover Stachy.dj macht die Beats in der GOP-Show „Elektro“
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Hannover: Stachy.dj macht Musik in GOP-Show "Elektro"

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08:08 28.09.2021
Am DJ-Pult: Rafael Stachowiak nennt sich Stachy.dj.
Am DJ-Pult: Rafael Stachowiak nennt sich Stachy.dj. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Wenn Stachy.dj (49, bürgerlich Rafael Stachowiak) in der GOP-Show „Elektro“ auflegt, dann rasen seine Hände nur so über sein beleuchtetes Mischfeld. Laute Musik, grelle Lichter. Das gefällt dem Musiker, der in den 90ern als Mitglied bei der Hip-Hop-Band „Fischmob“ bekannt wurde.

Bei der Premiere sagte „Elektro“-Regisseur Knut Gminder (55) über den Mann an den Reglern: „Er ist der lauteste von allen. Die Augen sind vielleicht nicht die ganze Zeit auf ihn gerichtet. Aber wofür hat man schließlich Ohren?“ Doch während er abends Krawall im GOP beim „artistischen Konzert“ macht, ist er zu Hause in seiner Wahlheimat nähe Dresden, ein ruhiger Familienvater, der gerne auch mal einen Abend auf der Couch vorm Fernseher mit seiner Frau und seinen drei Kindern verbringt.

Stachy.dj ist ein ruhiger Familienvater – eigentlich

Sein Alltag zuhause sehe ganz anders aus, als im Varieté-Leben, erzählt er der NP beim Treffen im GOP. „Ich stehe jeden Morgen um viertel nach fünf auf. Meine innere Uhr lässt mich nicht länger schlafen.“ Er fahre zwei der Kinder zur Schule, danach gehe es bis nachmittags ins Tonstudio. „Abends ist dann meistens Familytime.“ Gutes Essen gehört dazu – der 49-Jährige kocht leidenschaftlich gerne und bereitet am liebsten das polnische Gericht „Grzanki“ zu.

In Aktion: Als Stachy.dj gibt Rafael Stachowiak auf der GOP-Bühne den Takt an. Quelle: Katrin Kutter

Geboren ist der 49-jährige Musiker in Polen, seine Liebe zur Musik entwickelte sich schon im frühen Alter von sechs Jahren. „Damals sah ich eine Musikshow mit meiner Oma an und sagte zu ihr, dass ich genau das später machen möchte. Auf der Bühne stehen und Musik machen.“ Seine Eltern spielten beide in einem Orchester und auch seine Großmutter war eine begeisterte Pianistin. Mit 16 Jahren ging es nach Deutschland, hier machte Stachowiaks Musikkarriere einen großen Sprung.

Einfach war der Weg nicht: Als er in der zwölften Klasse war, riskierte er alles, brach das Abitur ab und ging von der Schule, um seinen Traum zu verwirklichen. Mit vielen Höhen und Tiefen schaffte er das auch. Er wohnte viele Jahre in Hamburg und war Mitglied der Band Fischmob – bis die Band sich Ende der 90er Jahre nach zwei Alben auflöste und jedes Mitglied seinen eigenen Weg ging. Das war für Stachowiak der Moment, in dem er sein Schlagzeug in die Ecke stellte.

Lange her: die Hip-Hop-Band Fischmob in den 90er Jahren. Quelle: Archiv

In dieser Zeit entdeckte er die elektrische Musik und das DJing für sich. Er fing an, Tapes zu mixen und in Clubs aufzulegen, sowohl in deutschen Großstädten als auch in seiner Heimat Polen. „Meine erste Schallplatte war von Abba, die habe ich rauf und runter gehört. Vor allem die 80er bis 2000er Jahre sind mein Ding“, erzählt er.

Mit Kraftwerk-Shirt: Stachy.dj in der GOP-Show „Elektro“. Quelle: Katrin Kutter

Sein musikalisches Vorbild ist jedoch über all die Jahre gleichgeblieben: Kraftwerk war und ist für ihn immer noch eine riesengroße Inspiration. „Die machen super Texte und bringen die Laune eines Menschen wieder nach ganz oben“, findet er. Das berühmte Logo des Albums „Autobahn“ trägt er in der „Elektro“-Show als T-Shirt.

 

Wichtig ist dem 49-Jährigen, dass man nie seine Werte vergisst und nie aufgibt. „Das Leben als Musiker ist nicht immer leicht, es gibt in jeder Karriere auch schlechte Zeiten. Natürlich hat man schon mal Angst gehabt, dass das Geld nicht reicht.“ Aber trotz allem hat sich der Musiker und Familienvater nie unterkriegen lassen. Musik sei etwas, was sich jedes Jahr, jedes Jahrzehnt ändere, eine Branche, in der der Wandel besonders groß sei. Stachowiaks Strategie: eine Kombination aus „bei den Trends mitgehen“ und sich selbst „treu bleiben“.

So entstand der Name „Stachy.dj“

Und so kam er auch zu seinem Künstlernamen „Stachy.dj“. Er wollte einerseits, dass man in seinem Künstlernamen seinen Beruf direkt erkennen kann, andererseits wollte er keinen „Standardnamen“. Beim Surfen im Internet fand er eine Domain, die mit .dj endete. „Das fand ich passend“, sagt er über die Mischung aus seinem Spitznamen „Stachy“ und einer Internetdomain – der Punkt wird dabei ausgesprochen.

Was der fast 50-Jährige nach dem Ende der Show „Elektro“ im Oktober macht, weiß er nicht so genau. „Vielleicht ist es mal wieder Zeit, sich umzuorientieren“, überlegt er.

Applaus: Die Artisten der GOP-Show „Elektro“ und Stachy.dj in der Mitte. Quelle: Katrin Kutter

„Elektro“ läuft bis 24. Oktober im GOP-Varieté (Georgstraße 36). Alle Infos finden Sie hier.

Von Fenja Basen