Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover „Jeder, der lange genug stillsitzen kann“, ist bei der Spielegemeinschaft Hannover willkommen
Hannover Leben in Hannover

Hannover: Spielegemeinschaft trainiert für Brettspielmeisterschaft - Andreas Elsner

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:56 07.01.2022
Hat ein Herz für Brettspiele: Andreas Elsner von der Spielegemeinschaft Hannover.
Hat ein Herz für Brettspiele: Andreas Elsner von der Spielegemeinschaft Hannover. Quelle: Michael Wallmüller
Anzeige
Hannover

Wie lange er schon spielt, weiß IT-Spezialist Andreas Elsner (51) gar nicht mehr: Aber vor 20 Jahren hat der Familienvater die Spielegemeinschaft Hannover mitgegründet und versucht seither, sich einmal pro Woche mit Gleichgesinnten zu treffen.

Was ist das erste Spiel, an das Sie sich erinnern?

Puh, so genau kann ich mich gar nicht daran erinnern. Ich vermute, es war „Monopoly“ oder „Das Spiel des Lebens“. Aber sicher weiß ich es nicht. Ich weiß nur, dass ich nie aufgehört habe, Brettspiele zu spielen.

Was reizt Sie daran?

Es macht einfach Spaß. In den vergangenen 20 Jahren sind unglaublich viele neue Brettspiele erschienen. Diese modernen Spiele haben nicht mehr viel mit den Spielen aus meiner Anfangszeit zu tun. In den neuen Spielen ergeben sich immer wieder neue Herausforderungen, entstehen neue Ideen, und ich muss neue Strategien anwenden. Gleichzeitig lerne ich über den Verein immer neue Leute kennen, das ist sehr abwechslungsreich. Und das reizt mich.

Die Regale sind voll: Jede Menge Spiele hat Andreas Elsner daheim zur Auswahl. Feine Details wie der Würfelturm aus dem Spiel „Flügelschlag“ gefallen ihm. Quelle: Michael Wallmüller

Wer spielt mit in der Spielgemeinschaft?

Das ist völlig unterschiedlich. Über die Website sind 150 Mitglieder angemeldet. Und da ist wirklich alles vertreten: vom Abteilungsleiter über die Putzkraft, vom Fließbandarbeiter bis zum Studierten – wer möchte, spielt mit. Auch vom Alter her: Wir haben 20-Jährige genauso dabei, wie 60-Jährige. Jeder, der Spaß am Brettspiel hat und lange genug still sitzen kann, ist willkommen und kann sich einfach anmelden über unsere Homepage.

Wie funktioniert so ein Spieleabend?

Auf unserer Homepage stelle ich die Termine ein. Wer kann, meldet sich an. Wir spielen immer privat. Anfangs haben wir in einer Kneipe gespielt, aber da sind Brettspieler nicht besonders gern gesehen, weil sie sich durchaus auch mal einen Abend lang an einer Cola festhalten können. Wir bringen also kein Geschäft in die Kneipe, nehmen aber Raum ein. Eine teure Raummiete können wir uns wiederum nicht leisten, weil bei uns alles kostenfrei und rein privat organisiert ist. Darum spielen wir eben zu Hause.

Liebevoll gearbeitet: Die Spielfiguren von „Gentes“ sind aus Holz hergestellt. Quelle: Michael Wallmüller

Und dann bringt jeder was zu knabbern mit?

Das kommt drauf an, wie der Spielleiter oder die Spielleiterin das haben will. Nicht jeder mag fettige Chipsfinger auf seinem Spielbrett (lacht). Das sollte man vorher immer fragen. Und vielleicht lieber Schokolade mitbringen, die sich im Papier festhalten lässt.

Steht vorher fest, was Sie spielen?

Nein, das entscheiden wir am Abend gemeinsam. Sind zum Beispiel neue Spieler dabei, fragen wir erst einmal, welche Erfahrung sie mitbringen. An manche Spiele muss man sich erst herantasten, da ergibt es keinen Sinn, diese mit Anfängern zu spielen. Aber das Angebot ist so groß, dass wir noch immer etwas Passendes gefunden haben. Dann spielen wir von 18.30 bis etwa 22 Uhr. Und im Moment trainieren wir auch – für die 37. Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel.

Schöne Farben: Die Spielsteine von „Azul“ kommen knallig bunt und mit hübschen Designs aus dem Karton. Quelle: Michael Wallmüller

Holla. Was steckt dahinter?

Wir richten als Spielegemeinschaft am 5. März eine der regionalen Vorentscheidungen aus, im Gemeindehaus Sankt Hedwig an der Kalabisstraße in Vinnhorst. Das Training dafür läuft parallel zu den Spieleabenden in einem festen Team. Vier Spiele kommen in dem Turnier auf den Tisch: in der Kategorie Familienspiel „Flügelschlag“, als Strategiespiel „Die Tavernen im tiefen Thal“, als glücksabhängiges Spiel „Splendor“ und das Kartenspiel „Port Royal“. Wir hoffen natürlich, dass wir uns für das Finale der Meisterschaft am 11. und 12. Juni in Bad Nauheim qualifizieren können.

Von Verena Koll