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Leben in Hannover Müssen Ihre Gerichte Instagram-tauglich sein, Caroline Bosselmann?
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Hannover: So setzt Caroline Bosselmann vom Café Bobo neue Food-Trends

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13:44 13.10.2021
Stylish und behaglich: Caroline Bosselmann in ihrem „Café Bobo“ an der Georgstraße.
Stylish und behaglich: Caroline Bosselmann in ihrem „Café Bobo“ an der Georgstraße. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es geht ihr darum, ihren Gästen eine unkomplizierte und genussreiche Zeit zu bescheren: Caroline Bosselmann vereint in ihrem Café „Bobo“ Co-Working-Space, Frühstücksbar und Restaurant.

Wie würden Sie Ihr Café „Bobo“ beschreiben?

Das „Bobo“ ist Restaurant, es ist Home-Office, Co-Working-Space, ein Ort, um mit Freunden zu frühstücken, am Nachmittag ist es ein Café. Das Wort „unkompliziert“ trifft es am besten. Nah an der Natur und bodenständig, dass sind Adjektive, die das „Bobo“ gut beschreiben.

Welches ist Ihre Lieblingsmahlzeit?

Ich bin absoluter Frühstücks-Fan. Ich könnte den ganzen Tag frühstücken. Eine leckere Acai-Bowl, ein Egg-Benedict oder ein Trüffel-Omelett sind ein Traum. Und auch eine Brotzeit abends, also eine Stulle mit lecker Frischkäse und Schnittlauch, ist total meins.

Was bietet das „Bobo“ jetzt im Herbst?

Diese Woche ist bei uns die „Spooky Season“ gestartet. Passend zu Halloween. Wir nennen das „Black Food Special“ und unter dem Thema gibt es einen schwarzen Smoothie, eine schwarze Frühstücks-Bowl und einen schwarzen Salted-Caramel-Latte. Alles aber natürlich gesund und ohne Farbstoffe, sondern mit Aktivkohle gemacht.

Auch draußen ist Platz: Das Café „Bobo“ liegt an der Georgstraße 44. Quelle: Frank Wilde

Ist das Aussehen der Gerichte in Zeiten von Instagram wichtiger geworden?

Bestimmt. Aber darum geht es mir in erster Linie nicht. Natürlich ist das nett und cool, wenn unsere Gäste über Instagram zeigen, wie schön unsere Specials und Gerichte aussehen. Aber ich möchte, dass sich die Gäste über das Essen freuen, das sie serviert bekommen. Dass es bunt, wild, kräftig und schön aussieht, dass die Farben strahlen und man sieht, dass es mit Liebe gemacht wird. Essen ist für die meisten heutzutage mehr als eine Bedürfniserfüllung. Wir gehen Essen für das Erlebnis dahinter, um uns zu belohnen, um uns gut zu fühlen und eine nette Umgebung zu haben.

Das ist Caroline Bosselmann

Geboren 22. Februar 1994 in Bad Kreuznach. Nach dem Abitur in Hannover lernt sie Hotelkauffrau im Kastens Hotel Luisenhof. Nach dem Abschluss geht sie einige Monate nach Afrika, um in einem Reservat Freiwilligenarbeit zu leisten. Darauf beginnt sie ihr Studium der Markenkommunikation und Werbung in Hamburg. Schon während des Studiums reist sie viel, unter anderem nach Dubai, Singapur und Sidney, und lernt dadurch andere Ernährungsweisen kennen. Auch in Wien, Kopenhagen und Berlin lässt sie sich von Gastrokonzepten und Co-Working-Spaces inspirieren, bevor sie zusammen mit Anna-Lena Suchland (29) das Café „Bobo“ gründet.

Haben Sie ein Lieblingsgericht der Kindheit?

Schinken-Käse-Nudeln. Wenn ich schlechte Laune habe, weiß mein Freund: Ich brauche Schinken-Käse Nudeln. Meine Mutter hat das früher immer für mich gemacht. Ich versuche wirklich, mich sehr bewusst zu ernähren, aber dazu gehört auch, sich ab und an einmal etwas zu gönnen. Im „Bobo“ haben wir vegane Gerichte, Laktose- oder Gluten-freie Speisen, aber auch eine fantastische Schokoladen-Sahne-Torte oder eine Bowl mit Entenbrust.

Wie ist Ihre Stimmung nach der ganzen Corona-Bürde?

Ich bin momentan einfach nur dankbar. Uns gibt es ja erst seit eineinhalb Jahren und wir haben ein schwieriges Jahr hinter uns. Wir haben zwei Wochen vor dem ersten Lockdown eröffnet. Für uns ist es überhaupt nicht selbstverständlich, dass wir immer noch da sind. Und ich bin ich jeden Tag gut gelaunt und dankbar, dass wir das hier machen dürfen.

Genießen und arbeiten: Im Café „Bobo“ richten viele Gäste einen Arbeitsplatz auf Zeit ein. Quelle: Frank Wilde

Wird der Co-Working-Space in dem Lokal gut angenommen?

Auf jeden Fall. W-Lan, Steckdosen, alles ist vorhanden. Für mich ist das sehr wichtig, weil es zu einem modernen Alltag gehört. Ich kenne das noch sehr gut von früher: Sobald ich zu Hause versucht habe, etwas für die Uni zu machen, habe ich lieber die Wohnung aufgeräumt. Hier hat man ein tolles Umfeld, wo andere auch lernen und sich austauschen. Dieses helle, offene Umgebung macht es einem leicht, sich zu konzentrieren. Und man wird dabei auch noch gesund bewirtet.

Was ist das Besondere am „Bobo“?

Wir haben einen fantastischen Kaffee von der Hannoverschen Kaffeemanufaktur, der extra für uns geröstet und in allergenfreiem Haselnussöl gewälzt wird. Und ich versuche, jederzeit neue Food-Trends zu erkennen und sofort umzusetzen.

Gesund und bunt: eine Frische-Vitrine in dem Café. Quelle: Frank Wilde

Was steht sonst noch auf der Agenda?

Ab nächster Woche starten wir die „Bobo“-Umwelt-Initiative. Wir haben wirklich ein Problem mit Plastikmüll. Wir brauchen Alternativen, die bezahlbar sind. Ich möchte trotzdem anfangen und etwas tun. Also bekommt jeder, der einen Mehrweg-Kaffeebecher mitbringt, einen Preisnachlass von 20 Cent. Auch bei Deckeln versuchen wir zu sparen.

Welche fünf Lebensmittel würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Wasser auf jeden Fall. Ich bin Wasser-süchtig. Ich trinke bestimmt vier Liter am Tag. Rotwein brauche ich auch. Brot. Butter. Und eine Ananas.

Hübsch und ökologisch: Holzbesteck in aufgehängten Pöttchen. Quelle: Frank Wilde

Wo gehen Sie gern essen, wenn Sie einmal frei haben?

Ich sterbe für die Burger und Rippchen bei „Joe’s Food & Craft“ in der List. Die Pizza bei „Licata Pizzeria Italiana“ an der Bödekerstraße ist ein absolutes Muss. Die Pizza Tirolese ist fantastisch dort. Für Cocktails unbedingt in die Bar „Sternwarte“ an der Königstraße gehen.

Was ist der große Trend beim Thema Ernährung?

Die fleischlose Ernährung und Tierprodukt-freie Ernährung. Aber das ist schon kein Trend mehr, sondern eine Bewegung, die längst in vielen Köpfen angekommen ist. Genauso wie Hafermilch und andere Milchalternativen. Ich hab letztens erst von einer Kollegin am Tisch auf die Finger bekommen, weil ich gefragt habe, ob der Gast Hafermilch oder „normale Milch“ möchte. Es heißt: Hafermilch oder Kuhmilch. Denn was ist schon normale Milch?

Gutes Motto: „In einer Welt, in der du alles sein kannst, sei freundlich“ steht an einer Wand. Quelle: Frank Wilde

Was ist Ihre Hauptintention bei den Speisen im „Bobo“?

Alles so unverarbeitet wie möglich auf den Teller zu bekommen. Was die Natur macht und schafft, kann man eigentlich nicht mehr verbessern oder gesünder gestalten. Weniger machen. Bodenständiger sein. Unkompliziert sein. Für alle. Das ist das „Bobo“.

Von Luisa Verfürth