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Leben in Hannover „Warum halten Sie im LaSall an 2G-plus fest, Herr Gabriel?“
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Hannover: So hat Christoph Gabriel das "LaSall" modernisiert

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07:33 22.12.2021
Bietet Gänsebraten to go: Christoph Gabriel leitet seit Januar 2019 das „LaSall“ in der Südstadt.
Bietet Gänsebraten to go: Christoph Gabriel leitet seit Januar 2019 das „LaSall“ in der Südstadt. Quelle: Ilona Hottmann
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Hannover

Im Januar 2019 hat Christoph Gabriel (30) das „LaSall“ in der Südstadt übernommen und ordentlich Staub von der DNA des Ladens gewischt. Er serviert seinen Gästen saisonale Speisen in gemütlicher, aber moderner Atmosphäre.

Herr Gabriel, wie haben Sie dem „LaSall“ ihre Handschrift aufgedrückt?

Früher war das „LaSall“ so ein bisschen wie ein Tante-Emma-Laden – von allem ein bisschen, aber nicht so richtig. Das habe ich grundlegend verändert, weil ich nicht hinter so einer Einstellung stehe. Wir haben jetzt eine kleine, saisonale Karte, in der alles ineinander greift und ein stimmiges Bild ergibt.

Haben Sie ein Lieblingsgericht auf der Karte?

Ich liebe Schmorgerichte wie Ochsenbäckchen. Sie sind aufwändig, man braucht Zeit dafür – deshalb freuen sich die Gäste, wenn sie so etwas Besonderes bei uns bekommen.

Stilvoll und gemütlich: Das „LaSall“ in der Südstadt. Quelle: Ilona Hottmann

Wie gehen Sie mit den aktuellen Coronaregeln um?

Ich habe beschlossen, dass ich 2G plus weiter durchziehe. Weil es für mich überhaupt nicht nachvollziehbar ist, dass man jetzt, wo die Zahlen wieder hochgehen, die Testungen weglassen soll. Natürlich habe ich dadurch auch Umsatzeinbußen, aber es macht einfach keinen Sinn, kurz vor den Feiertagen zu lockern. Ich habe jedenfalls keine Lust auf Quarantäne zu Weihnachten.

Sie bieten Gänse- und Entenbraten to go an. Wie läuft das?

Wir brauchen immer ein bis zwei Tage Vorlauf für die Bestellungen. Die Freilandgänse habe ich schon alle verkauft, da bekomme ich auch nicht mehr. Aber die normalen Gänse und Enten kann man sehr gern noch bestellen. Wir garen die Gänse 14 Stunden bei Niedrigtemperatur, dadurch ist das Fleisch besonders zart und muss zu Hause nur noch eine halbe Stunde im Ofen erwärmt werden. Für 135 Euro bekommt man dann einen Gänsebraten mit Rotkohl und schlesischen Kartoffelklößen, der fix und fertig ist.

Christoph Gabriel

Geboren am 1. Juni 1991 in Gehrden. Nach der Schule macht Gabriel eine Ausbildung zum Koch im Fünf-Sterne-Hotel Luisenhof. Es folgen ein Hotelmanagement-Fernstudium in Düsseldorf, außerdem ein Jahr als stellvertretender F&B-Manager (Food and Beverage) des Robinson Clubs in Marokko. Auf das „LaSall“ (Sallstraße 79, Telefon 0511/816663) wird er über Immobilienscout aufmerksam, übernimmt das Lokal im Januar 2019. Aktuell gibt es „Gans to go“ (59 Euro für zwei Personen), auf der Speisekarte stehen Original Wiener Schnitzel (21,90 Euro), aber auch Burger (14,90 Euro) und Currywurst (9,90 Euro). Infos unter lasall-hannover.de

Was gibt es Weihnachten bei Ihnen zu Hause?

In diesem Jahr essen wir schlesische Weißwürstchen mit Kartoffelsalat. Sonst gab es die anderen Jahre tatsächlich meistens Gans an Heiligabend.

Was machen Sie, wenn Sie Abwechslung zur Arbeit brauchen?

Ich gehe tatsächlich gern ins Fitnessstudio. Dieses Jahr habe ich es zweimal geschafft (lacht). Das Jahr hat sehr geschlaucht. Aber ich sag auch immer gern; „Kein Privatleben, keine Probleme“. So ist es oft in unserem Job, das Privatleben kommt leider meist zu kurz.

Der „LaSall“-Schriftzug ist kunstvoll verschnörkelt. Quelle: Ilona Hottmann

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die man als Wirt braucht?

Herzlichkeit und Leidenschaft für das, was man tut. Wenn man Gastronomie nicht mag, dann kann ein 14-Stunden-Tag sehr lang werden.

Während des Studiums haben Sie zwischenzeitlich im Kindergarten gekocht. Wie war das?

Sehr gut (lacht). Kinder sind fiese Gäste. Aber herrlich ehrlich und lieb. Sie sagen Dir immer schonungslos, ob es schmeckt oder nicht. Da können wir Erwachsenen uns noch eine Scheibe abschneiden. Ich finde direktes Feedback und Kritik sehr, sehr wichtig. Nur so können wir etwas ändern.

Wo gehen Sie gern essen in Hannover?

Ich besuche gerne Berufskollegen. In die Weinbar „Gegenüber“ gehe ich gerne, bei Johannes Lühmann war ich früher oft im „Wildhäger“. Ins „Marie“ am Wedekindplatz gehe ich auch gern. Oder wenn ich vormittags Zeit habe, hole ich mir gern auch Nudeln im „Pera“ auf der Lister Meile. Ein ganz kleiner, herzlicher Laden.

Welche fünf Lebensmittel würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Auf jeden Fall Kaffee, am liebsten von Machwitz. Ansonsten finde ich es schön, dass wir in Deutschland Saisonalitäten haben. Wenn es Spargel gibt, esse ich besonders viel Spargel, wenn es Grünkohl gibt, wie gerade jetzt, kommt er jede Woche auf den Tisch.

Das Lokal ist derzeit weihnachtlich dekoriert. Quelle: Ilona Hottmann

Wie verbringen Sie die Zeit zwischen den Feiertagen?

Ich werde dieses Jahr Silvester mit meiner Freundin in New York feiern. Das habe ich ihr versprochen und das hat sie sich auch verdient. Sie war sehr verständnisvoll, was das letzte Jahr und die viele Arbeit bei mir anging.

Was kochen Sie gerne für Ihre Freundin?

Im Herbst waren wir manchmal zusammen Pilze sammeln. Dann gab es abends frische Bandnudeln mit selbst gesammelten Pilzen. Das hat sie sehr genossen.

Von Luisa Verfürth